"Unsicher ist es anderswo!" : Räumliche Sicherheitswahrnehmung in Konstanz

dc.contributor.authorBrandt, Hannes
dc.contributor.authorHillmann, Hans Christian
dc.contributor.authorMeinecke, Johannes
dc.contributor.editorEdinger, Eva-Christina
dc.contributor.editorLipphardt, Anna
dc.date.accessioned2011-04-26T11:02:02Zdeu
dc.date.available2011-04-26T11:02:02Zdeu
dc.date.issued2011deu
dc.description.abstractDas Projekt "Unsicher ist es Anderswo" widmet sich der Stadt Konstanz zunächst als Ganzes. Ziel war, die subjektiven Räume von Unsicherheit/Gefahr aus der Sicht der BürgerInnen mit der "objektiven" Kriminalstatistik und den Erfahrungen der Polizei zu vergleichen.
Dazu wurden Experteninterviews mit der Polizei Konstanz und den Nachtwanderern (Bürgerinitiative), geführt und 38 AnwohnerInnen in Leitfadeninterviews zu deren subjektiven Wahrnehmung der räumlichen Sicherheit in Konstanz befragt. Darüber hinaus bat das Projektteam aus Hannes Brandt, Hans Christian Hillmann und Johannes Meinecke die befragten AnwohnerInnen, in Stadtkarten von Konstanz die unsicheren Räume der Stadt einzuzeichnen. Diese „Sicherheitskarten“ bilden die Basis für die vorliegende Ergebnisbroschüre.
Schnell wurde dem studentischen Team klar, dass Unsicherheit in Konstanz nichts mit der Gefahr um Hab und Gut oder Leib und Leben zu tun hat, sondern mit Unsicherheitssignifikanten wie Müll, Tristesse, Graffiti und "rumhängenden" Jugendlichen. Es hat sich auch gezeigt, dass das bei den BürgerInnen eher als gefährlich wahrgenommene Stadtgebiet Berchen/Öhmdwiesen wesentlich besser abschneidet, als sein Ruf dies vermuten ließe, da die in allen Stadtteilen zu findenden Jugendtreffpunkte eher als Brennpunkte bezeichnet werden (müssten). Der Jugend folgend wurde schnell deutlich, dass die Jugend in Konstanz nicht berücksichtigt wird. Die Jugend hat keine Lobby und somit keine Räume, die selbst gestaltet und angeeignet werden könnten, vor allem keine Freiräume in See-Nähe. Jugendhäuser schließen um 19 Uhr, an schönen Plätzen am See werden auf Grund von AnwohnerInnen-Beschwerden Sperrstunden, Glas- und Alkoholverbote etc. eingeführt und Jahr für Jahr ziehen die Jugendlichen von einem Stadtraum zum nächsten, müssen sich neue Räume aneignen und werden dann, sobald erste Beschwerden auftreten, wieder vertrieben. Dieses Problem gilt stadtweit, auch im Quartier Berchen/Öhmdwiesen und am Herosé-Areal. Die Stadt beseitigt die Symptome, kümmert sich aber nicht um die Auslöser, d.h. die fehlende Kommunikation über und mit den Jugendlichen. So werden soziale Probleme als räumliche Probleme verkannt.
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