Ökologische Auswirkungen von Ufermauern und Uferaufschüttungen am Bodensee-Untersee : Ergebnisse einer Expertenumfrage

dc.contributor.authorOstendorp, Wolfgang
dc.date.accessioned2017-08-14T13:44:15Z
dc.date.available2017-08-14T13:44:15Z
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dc.description.abstractDie Ufer vieler Voralpenseen sind durch Aufschüttungen und Uferbefestigungen gesäumt. Auch am Bodensee-Untersee zieht sich über viele Kilometer eine massive Verbauung aus Ufermauern hin, die überwiegend in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Zuge der Siedlungs- und Verkehrsverdichtung und der zunehmenden Freizeitansprüche errichtet worden sind (Ostendorp & Ostendorp 2014, in diesem Band). Nachdem sich über viele Jahrzehnte hinweg Ökologen, Naturschützer und Gewässerschutzfachleute mit den Verbauungen und Aufschüttungen arrangiert hatten, sah Anfang der 1980er-Jahre Berthold Sießegger am staatlichen Institut für Seenforschung (Langenargen) in den Mauern eine wesentliche Ursache für die flächenhafte Reduzierung der Uferzone und die Verringerung der Selbstreinigungskraft1 des Sees (Sießegger 1980, IGKB 2004). Diese Sichtweise wurde in vereinfachter Form wenig später auch von den deutschen Bodenseeuferplänen (MELUF 1981, RVHB 1984) übernommen, aus denen sich seit den 1980er- Jahren zahlreiche Uferrenaturierungsprojekte entwickelt haben (Übersicht: Ostendorp et al. 2008, 2010). In der Rückschau ist es erstaunlich, dass keine Untersuchungen veröffentlicht wurden, die die spezifischen ökologischen Folgen von Ufermauern am Bodensee dargelegt hätten, und dass allein am baden-württembergischen Ufer zwischen 1981 und 2008 mehr als 11 Mio. Euro (entspricht durchschnittlich 490 Euro je laufendem Meter) für Uferrenaturierungen aufgewendet wurden (Landtag von Baden-Württemberg 2008), um diese – freilich weithin unbekannten – ökologischen Folgen rückgängig zu machen. Um hier einen Schritt weiterzukommen, wurden 27 Ökologen und Naturschutzpraktiker rings um den Bodensee in strukturierten Interviews gebeten, (i) die einschlägigen Ergebnisse gezielter Untersuchungen oder ihrer eigenen Beobachtungen und Erfahrungen zu benennen, bzw. (ii) ausgehend von den autökologischen Fähigkeiten und den Umweltansprüchen der wichtigsten Organismengruppen des Bodensee-Untersee-Ufers darzulegen, welche ökologischen Auswirkungen zu erwarten sind. Die Expertenurteile wurden anhand von drei Szenarien (A: unverbautes Ufer, B: Ufer mit Ufermauer oberhalb der Mittelwasserlinie ohne zusätzliche Nutzungen, C: Ufer mit Ufermauer unterhalb der Mittelwasserlinie + landseitigen Aufschüttungen + Nutzungen) zusammengefasst. In der vorliegenden Zusammenstellung werden die Resultate in konzentrierter Form zusammengefasst, um daraus Ansatzpunkte für effiziente Uferrenaturierungen mit gewässer- und naturschutzfachlichem Schwerpunkt zu gewinnen.deu
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