KOPS - Das Institutionelle Repositorium der Universität Konstanz

Steigerung der Leistung im Dehnungsverkürzungszyklus durch konditionierende Sprünge : Mechanismus, Anwendung und Transfer in den Spitzensport

Steigerung der Leistung im Dehnungsverkürzungszyklus durch konditionierende Sprünge : Mechanismus, Anwendung und Transfer in den Spitzensport

Zitieren

Dateien zu dieser Ressource

Prüfsumme: MD5:67338d53ba54ed7ed12a03e3132ec11f

KÜMMEL, Jakob, 2017. Steigerung der Leistung im Dehnungsverkürzungszyklus durch konditionierende Sprünge : Mechanismus, Anwendung und Transfer in den Spitzensport [Dissertation]. Konstanz: University of Konstanz

@phdthesis{Kummel2017Steig-39631, title={Steigerung der Leistung im Dehnungsverkürzungszyklus durch konditionierende Sprünge : Mechanismus, Anwendung und Transfer in den Spitzensport}, year={2017}, author={Kümmel, Jakob}, address={Konstanz}, school={Universität Konstanz} }

Steigerung der Leistung im Dehnungsverkürzungszyklus durch konditionierende Sprünge : Mechanismus, Anwendung und Transfer in den Spitzensport 2017-07-20T12:50:23Z 2017-07-20T12:50:23Z deu 2017 Kümmel, Jakob Kümmel, Jakob Es ist bekannt, dass die maximale Leistung sportlicher Bewegungen durch unmittelbar zuvor ausgeführte maximale oder nahezu maximale Muskelkontraktionen – sogenannte Konditionierungen – kurzfristig gesteigert werden kann. Dies ist für Athleten aus Sportarten, deren Erfolg unmittelbar durch eine maximale Kraft oder eine maximale Leistung bestimmt ist von besonderem Interesse. Eine Vielzahl an Studien untersuchte die Wirksamkeit von diversen Konditionierungsaktivitäten im Hinblick auf Leistungssteigerungen sportlicher Bewegungen. Die optimale Konditionierung in verschiedenen sportlichen Disziplinen ist jedoch unklar. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Mechanismen der potenzierten Bewegungsleistung nach wie vor nicht eindeutig bestimmt sind. Gegenstand dieser Arbeit ist die Untersuchung des Mechanismus, der reaktiven Sprüngen als Konditionierung zur Steigerung der Leistung im Dehnungsverkürzungszyklus zugrunde liegt. Anschließend werden daraus Anwendungen für den Spitzensport abgeleitet und evaluiert. In Studie I wurde die Muskelsehneneinheit des M. triceps surae im Hinblick auf ihre Arbeitsweise im Dehnungsverkürzungszyklus während eines durch Konditionierungssprünge potenzierten Sprungs untersucht und mit einem Kontrollsprung verglichen. Bei 32 Studienteilnehmern wurde in zwei Teilexperimenten während der Sprungtests mittels bildgebendem Ultraschall die Faszikellänge des M. gastrocnemius medialis, des M. soleus sowie die Längenänderung der Achillessehne bestimmt. Kürzere Faszikellängen werden durch eine höhere Kraft des M. gastrocnemius medialis bedingt. Sie ermöglichen eine höhere Dehnung der Achillessehne während der exzentrischen Muskelkontraktion. Dadurch kann mehr elastische Energie aufgenommen und in der konzentrischen Phase abgegeben werden. Eine gesteigerte tendo-neuromuskuläre Leistung im konditionierten Sprung ist die Folge. Die unveränderte neuronale Aktivierung deutet daraufhin, dass diese Anpassung durch intrinsische Mechanismen im Muskel verursacht wird. Dehnen reduziert die reaktive Bewegungsleistung und die isometrische Kraft des gedehnten Muskels. In Studie II wurde untersucht, ob dieser Reduktion mithilfe von reaktiven Sprüngen entgegengewirkt werden kann. Bei 20 männlichen Studienteilnehmern wurde die reaktive Sprungleistung unter einer Kontrollbedingung und unmittelbar nach vier verschiedenen Konditionierungen erfasst. Diese beinhalteten ein statisches Dehnen des M. triceps surae über 20 s, zehn repetitive reaktive Sprünge, die Kombination von reaktiven Sprüngen mit anschließendem Dehnen, sowie die umgekehrte Reihenfolge. Es wurden elektrisch evozierte isometrische Muskelkontraktionen des M. triceps surae verwendet, um den Effekt der verschieden Konditionierungen auf die Muskelkraft zu bestimmen. Zehn repetitive Sprünge wirken einer durch Dehnen verursachten Reduktion der reaktiven Bewegungsleistung entgegen. Das gleiche Ergebnis zeichnete sich in den elektrisch evozierten Muskelkontraktionen ab und weist daraufhin, dass die reziproken Effekte von Dehnen und reaktiven Sprüngen auf muskulärer Ebene erfolgen.<br />In Studie III wurde der Einsatz von reaktiven Sprüngen im Spitzensport evaluiert. Als Probanden dienten Kaderathleten des deutschen Bob- und Schlittenverbandes. Die Bewegungsleistung wurde in einem reaktiven Sprungtest und in einem sportartspezifischen Sprinttest über eine Distanz von 30 m erfasst. Zehn reaktive Sprünge wurden unmittelbar vor den Tests. als Konditionierung durchgeführt. Im Vergleich zu den Kontrollsprüngen steigerten alle Athleten unmittelbar nach der Konditionierung ihre maximale Sprunghöhe. Die Sprintzeiten blieben nach der Konditionierung unverändert. Die Ergebnisse zeigen, dass auch Spitzenathleten von reaktiven Sprüngen profitieren. Der Transfer der Leistungspotenzierung auf sportartspezifische Bewegungen ist jedoch limitiert. Fazit: Die wesentliche Erkenntnis dieser Arbeit ist, dass eine veränderte Mechanik der Muskelsehneneinheit des M. triceps surae die Ursache der Leistungspotenzierung nach zehn reaktiven Sprüngen ist. Die veränderte Mechanik äußert sich in einer höheren Muskelkraft bei vergleichbarer Aktivierung. Sie bewirkt eine Steigerung der tendo-neuromuskulären Leistung im Dehnungsverkürzungszyklus des Muskels. Dehnen wird in einigen Sportarten als Wettkampfvorbereitung eingesetzt, um ein hohes Maß an Beweglichkeit zu realisieren. Konditionierungen bieten eine effektive Möglichkeit, um den leistungsmindernden Effekten von Dehnen auf muskulärer Ebene entgegenzuwirken. Die leistungssteigernden Effekte treten auch bei hochtrainierten Athleten auf. Der Transfer auf sportartspezifische Bewegungen scheint bisher jedoch ein Problem darzustellen, wie das Beispiel der Sprints zeigt. Der Einsatz von reaktiven Sprüngen ist dennoch potenziell für den Spitzensport geeignet.

Dateiabrufe seit 20.07.2017 (Informationen über die Zugriffsstatistik)

Kuemmel_0-414090.pdf 86

Das Dokument erscheint in:

KOPS Suche


Stöbern

Mein Benutzerkonto