Soziale Aspekte von Privatsphären : Eine Untersuchung zum Umgang von Peers mit personenbezogenen Angaben im Social Web

dc.contributor.authorGlaser, Markus
dc.date.accessioned2020-05-22T05:42:09Z
dc.date.available2020-05-22T05:42:09Z
dc.date.issued2020deu
dc.description.abstractDie Wahrung der Privatsphäre im Social Web ist Gegenstand eines aktuellen gesellschaftlichen Diskurses. Während der Selbstdatenschutz große Beachtung findet, ist ein wesentlicher Aspekt unterrepräsentiert: Angaben über Personen werden auch von gleichgestellten Dritten, den Peers, bewusst oder unbewusst bereitgestellt. Die Dissertation untersucht dieses Verhalten und identifiziert Möglichkeiten eines geeigneten Umgangs.
Anhand des Konzepts eines Informationsethischen Diskurses werden die beteiligten Akteure identifiziert und deren unterschiedliche Ziele sowie das zugrundeliegende normative Verhalten offengelegt. Es werden Interessenskonflikte herausgearbeitet und das Verhalten in Bezug auf ethische Werte eingeordnet. Zuletzt erfolgen Vorschläge für einen Ausgleich. Als methodischer Rahmen dient die heuristische Sozialforschung. Diese beschreibt eine iterative Reihung von Untersuchungen, die den Gegenstand aus möglichst breiter Perspektive beleuchten sollen.
Es wird eine Reihe von empirischen Studien durchgeführt. Zunächst werden die technischen Voraussetzungen analysiert. Dabei stellt sich heraus, dass Betroffene weit weniger Kontrolle haben als Bereitsteller. Danach werden die durch Peers geteilten Beiträge nach Art und Inhalt untersucht, mit dem Ergebnis, dass Verletzungen der Privatsphäre durch Peers ein Alltagsphänomen sind und die geteilten Inhalte eine erhebliche Bandbreite an sensiblen Informationen enthalten. In einer Reihe von Interviews mit Peers werden Einschätzungen und Handlungsoptionen in den fraglichen Situationen abgefragt, mit dem Ergebnis, dass Verletzungen der Privatsphäre toleriert werden, wenn sie der Reputation der Betroffenen dienen. Die genannten Handlungsoptionen involvieren oder betreffen direkt Peers. Durch eine Untersuchung bereits existierender Plattform-Policys und institutionell herausgegebener Handlungsempfehlungen wird aufgezeigt, dass der Umgang von Peers mit Privatsphäre nicht ausreichend abgedeckt ist. Zuletzt werden aus den Ergebnissen konkrete technische, soziale und institutionelle Konfliktlösungsmöglichkeiten abgeleitet. Die Dissertation arbeitet heraus, dass die Reputationspflege für Peers bei der Beurteilung von Beiträgen im Social Web Vorrang gegenüber dem Schutz der eigenen Privatsphäre hat. Nach einer Bewertung der Handlungsoptionen anhand ethischer Werte stellt sich heraus, dass individuelle gegenüber sozialen und gesellschaftlichen Werten in den Hintergrund treten. Privatsphärenschutz muss demnach als überindividuelle, soziale Aufgabe wahrgenommen werden.
deu
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dc.identifier.urihttps://kops.uni-konstanz.de/handle/123456789/49563
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dc.rightsAttribution-ShareAlike 4.0 Internationalen
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dc.subjectInformationswissenschaft, Informationsethik, Privatsphäre, Peers, Informationsethischer Diskurs, Reputationdeu
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