Publikation: Untersuchungen zur Verbreitung und Ökologie der Seebinse Schoenoplectus lacustris (L.) PALLA am Bodensee/Untersee
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Zusammenfassung
Die internationalen Forschungen im Bereich Seeufervegetation konzentrierten sich bisher vor allem auf das Schilfsterben und Schilfrenaturierung. Dies gab den Anlass, in Zusammenarbeit des Limnologischen Institutes mit dem Institut für Seenforschung (Langenargen) und dem Amt für Bodenschutz und Wasserwirtschaft Konstanz die vorliegende Diplomarbeit über eine andere interessante Litoralpflanze zu initiieren. Ziel der Untersuchungen war es, die Bestandsentwicklungen der Seebinse Schoenoplectus lacustris (L.) PALLA im Landkreis Konstanz während der letzten Jahrzehnte zu dokumentieren, die ökologischen Ansprüche durch Untersuchungen zu beschreiben und diese ggf. in einen kausalen Zusammenhang zu setzen. Dabei stand die Abhängigkeit des Pflanzenwachstums von abtiotischen (Substrat, Wasserstand, Lufttemperatur, Niederschläge, Wind, Wellengang) und biotischen Umweltfaktoren (Konkurrenz-pflanzen, Wasservögel) im Vordergrund. Die Überprüfung der Pflanzenentwicklung erfolgte durch Messung von Halmhöhen und täglichem Wachstum, Halmdurchmessern, Halm- und Blütendichten, Halmlebensdauer, Halmvitalität, Biomassezunahme und Wurzeltiefe. Die natürlichen Bestände im Landkreis Konstanz wurden kartiert und die Entwicklung im Jahresverlauf beobachtet. Im Hinblick auf Renaturierungsmaßnahmen wurden ebenfalls Anpflanzungsexperimente mit jungen, vorgezogenen Binsenpflanzen an ausgewählten Standorten im Untersee und, unabhängig von Freilandeinflüssen, in einem Fischbecken des Limnologischen Institutes durchgeführt. In den Versuchen zeigte sich deutlich, dass die Seebinse bevorzugt auf Böden mit kleinen Korngrößen und hohen Nährstoffgehalten wächst und bis in größerer Wassertiefe (bis zu 1,75 m) vorkommt, jedoch im Freiland durch starke Windereignisse, hohen Wellengang, Algenüberwucherung, Abfraß durch Wasservögel und, an den landwärtigen Stellen, durch Verdrängung durch andere Sumpfpflanzen beeinträchtigt wird. Es war deutlich zu erkennen, dass vor allem das zeitliche Zusammenwirken dieser Faktoren seit der Jahrhundertwende mit den starken anthropogenen Einflüssen (Senken der Wasserstandsschwankungen, Einbürgerung von Höckerschwänen, Siedlungsdruck, Boots- und Schiffsverkehr, Eutrophierung) zu Schädigungen und Zerstörungen von Seebinsenbeständen führte. Durch die anhaltenden, meist irreversiblen Umwelteinflüsse und die bereits instabilen Vorkommen hat die Seebinse am Bodensee/Untersee heute bereits eine kritische Bestandsgröße erreicht und ist als schutzbedürftig einzustufen. Maßnahmen zur Pflege und Wiederansiedlung sind deshalb zu begrüßen, da sie einen Betrag zur Erhaltung dieser Art und somit auch der naturnahen Ufervegetation leisten.
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ISO 690
RODAT, Claudia, 1994. Untersuchungen zur Verbreitung und Ökologie der Seebinse Schoenoplectus lacustris (L.) PALLA am Bodensee/Untersee [Masterarbeit/Diplomarbeit]. Konstanz: Universität KonstanzBibTex
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Dabei stand die Abhängigkeit des Pflanzenwachstums von abtiotischen (Substrat, Wasserstand, Lufttemperatur, Niederschläge, Wind, Wellengang) und biotischen Umweltfaktoren (Konkurrenz-pflanzen, Wasservögel) im Vordergrund. Die Überprüfung der Pflanzenentwicklung erfolgte durch Messung von Halmhöhen und täglichem Wachstum, Halmdurchmessern, Halm- und Blütendichten, Halmlebensdauer, Halmvitalität, Biomassezunahme und Wurzeltiefe.
Die natürlichen Bestände im Landkreis Konstanz wurden kartiert und die Entwicklung im Jahresverlauf beobachtet. Im Hinblick auf Renaturierungsmaßnahmen wurden ebenfalls Anpflanzungsexperimente mit jungen, vorgezogenen Binsenpflanzen an ausgewählten Standorten im Untersee und, unabhängig von Freilandeinflüssen, in einem Fischbecken des Limnologischen Institutes durchgeführt.
In den Versuchen zeigte sich deutlich, dass die Seebinse bevorzugt auf Böden mit kleinen Korngrößen und hohen Nährstoffgehalten wächst und bis in größerer Wassertiefe (bis zu 1,75 m) vorkommt, jedoch im Freiland durch starke Windereignisse, hohen Wellengang, Algenüberwucherung, Abfraß durch Wasservögel und, an den landwärtigen Stellen, durch Verdrängung durch andere Sumpfpflanzen beeinträchtigt wird.
Es war deutlich zu erkennen, dass vor allem das zeitliche Zusammenwirken dieser Faktoren seit der Jahrhundertwende mit den starken anthropogenen Einflüssen (Senken der Wasserstandsschwankungen, Einbürgerung von Höckerschwänen, Siedlungsdruck, Boots- und Schiffsverkehr, Eutrophierung) zu Schädigungen und Zerstörungen von Seebinsenbeständen führte.
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