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ALLEIN AUF DER FLUCHT : TRAUMA UND FOLGEN BEI UNBEGLEITETEN MINDERJÄHRIGEN FLÜCHTLINGEN UND EVALUATION EINER KURZZEITINTERVENTION

ALLEIN AUF DER FLUCHT : TRAUMA UND FOLGEN BEI UNBEGLEITETEN MINDERJÄHRIGEN FLÜCHTLINGEN UND EVALUATION EINER KURZZEITINTERVENTION

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MÜLLER, Veronika, 2016. ALLEIN AUF DER FLUCHT : TRAUMA UND FOLGEN BEI UNBEGLEITETEN MINDERJÄHRIGEN FLÜCHTLINGEN UND EVALUATION EINER KURZZEITINTERVENTION [Dissertation]. Konstanz: University of Konstanz

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Die Entwicklungsprozesse in frühen Jahren prägen unsere Persönlichkeit, unser Stressempfinden und unser Verhaltensrepertoire mit dem wir durchs Leben gehen. Flüchtlingskinder und -jugendliche sind in dieser Lebensphase multiplen Belastungen ausgesetzt: von Kriegs- und anderen organisierten Gewalterfahrungen in den Herkunftsländern, über die Strapazen der Flucht bis hin zu Stressoren im Aufnahmeland. Zudem spielen innerfamiliäre Gewalterfahrungen bei Flüchtlingen wie auch bei Familien in Krisenregionen häufig eine große Rolle, was aufgrund der hohen Belastung durch schwierige Lebensumstände nicht verwunderlich ist. Doch was bedeutet es für das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen, sich ohne den Schutz der Eltern auf die Flucht zu begeben und alleine in ein neues Leben aufzubrechen? Die vorliegende Arbeit beleuchtet in einer Quer- und Längsschnittstudie die psychische Gesundheit junger Flüchtlinge in Deutschland im Zusammenhang mit traumatischen und belastenden Erlebnissen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF), wobei im Rahmen der Querschnittsstudie eine Vergleichsgruppe begleiteter minderjähriger Flüchtlinge untersucht wurde. Das zweite in dieser Dissertation vorgestellte Projekt, beinhaltet die Evaluation einer traumakokussierten Kurzzeitintervention. Ebenso wie in anderen europäischen Staaten demonstrierten auch die Ergebnisse dieser Studie besonders bei den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen eine hohe Vulnerabilität im Hinblick auf eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und Depression. Weder für die Ausprägung der posttraumatischen Stresssymptome noch für das psychische Allgemeinbefinden war es jedoch relevant, ob die Jugendlichen von ihren Eltern begleitet waren oder nicht; vielmehr war die Anzahl der belastenden Erfahrungen bedeutsam und UMF hatten mehr traumatische Ereignisse erlebt als begleitete Jugendliche. Während für die psychische Gesamtbelastung vor allem die Anzahl familiärer Gewalterlebnisse bedeutsam war, hing die Schwere der PTBS-Symptomatik insbesondere von organisierten Gewalterfahrungen, doch auch von familiären Belastungen und der Fluchtdauer ab. Es zeigte sich jedoch, dass unterstützende freundschaftliche Beziehungen und der verfügbare private Wohnraum in einem positiven Zusammenhang mit dem psychischen Wohlbefinden standen. Die große Bedeutsamkeit innerfamiliärer Gewalterfahrungen für internalisierende und externalisierende Auffälligkeiten zeigte sich zudem in einem positiven Zusammenhang mit aggressivem Verhalten, welches darüberhinaus insbesondere mit der Ausprägung der appetitiven Aggression assoziiert war. Während Gewalt als Problemlösestrategie und eine fehlende Internalisierung von Normen und Regeln aufgrund von familiären Gewalterfahrungen diesen Zusammenhang begründen könnten, verstärken positive Emotionen wie Macht, Kontrolle und Genuss die Ausübung von Gewalt, wodurch ein Teufelskreis entsteht. Jugendliche, die sowohl innerfamiliäre Belastungen wie auch eine stark ausgeprägte appetitive Aggression berichteten, zeigten die höchste Anzahl aggressiver Verhaltensweisen. Insgesamt blieb die Ausprägung der PTBS, Depressivität, Aggression und psychosomatischer Probleme bei UMF über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren im Mittel konstant, wobei auch der Erhalt eines sicheren Aufenthaltstitels mit keiner Veränderung assoziiert war. Nur jene, die in der Zwischenzeit professionelle Hilfe in Anspruch nahmen, zeigten eine Verbesserung der Symptomlast. Dies unterstreicht die Wichtigkeit niederschwelliger Behandlungsangebote für Flüchtlinge, um Leid zu reduzieren und eine Integration zu ermöglichen. Angebote einer traumafokussierten Behandlung psychisch belasteter Flüchtlinge sind beschränkt, doch der Bedarf ist hoch. Um die prekäre Versorgungssituation zu verbessern, werden kurze, leicht zu erlernende Interventionsmodule benötigt. Daher wurde in einem weiteren Teil der Arbeit eine verkürzte, effizienter gestaltete Modifikation der Narrativen Expositionstherapie NET evaluiert. Dabei stellte sich heraus, dass die sogenannte Lifeline-NET (LL-NET) eine gut durchführbare, effektive Methode zur Reduktion posttraumatischer Stresssymptome sowie zur Verbesserung des Funktionsniveaus ist. Ein ausgeprägtes Schamerleben scheint allerdings ein limitierender Faktor zu sein, da Klienten mit niedrigeren Schamwerten besser von der Therapie profitieren konnten. Um eine Anwendungs-Empfehlung für die LL-NET untermauern zu können, sollten weitere Studien folgen, wobei auch die Rolle von Scham in größeren Stichproben untersucht werden sollte. Dennoch könnte diese kurze, gut strukturierte, leicht anwendbare und effektive Variante der NET hilfreich sein, eine flächendeckende Versorgung aufzubauen und mehr niedergelassene Psychotherapeuten sowie speziell trainierte Berater mit einzubeziehen.</dcterms:abstract> <bibo:uri rdf:resource="https://kops.uni-konstanz.de/handle/123456789/36517"/> <dspace:isPartOfCollection rdf:resource="https://kops.uni-konstanz.de/rdf/resource/123456789/43"/> <dcterms:hasPart rdf:resource="https://kops.uni-konstanz.de/bitstream/123456789/36517/5/Mueller_0-384193.pdf"/> <dc:date rdf:datatype="http://www.w3.org/2001/XMLSchema#dateTime">2017-01-05T11:26:07Z</dc:date> <dc:creator>Müller, Veronika</dc:creator> <dspace:hasBitstream rdf:resource="https://kops.uni-konstanz.de/bitstream/123456789/36517/5/Mueller_0-384193.pdf"/> <dcterms:rights rdf:resource="http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:352-20150914100631302-4485392-8"/> </rdf:Description> </rdf:RDF>

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