Selektive Aufmerksamkeit und Inhibition unter einer Entwicklungsperspektive : Studien bei Kindern und Jugendlichen mit und ohne ADHS

dc.contributor.authorWirth, Nadinedeu
dc.date.accessioned2012-09-13T07:25:56Zdeu
dc.date.available2012-09-13T07:25:56Zdeu
dc.date.issued2010deu
dc.description.abstractIn unserem Alltag sind wir fast ununterbrochen einer großen Menge von Reizen und Informationen ausgesetzt, von denen in der jeweiligen Situation nur ein kleiner Teil für uns von Bedeutung ist. Die Aufgabe unseres Sinnessystems ist es, diesen relevanten und bedeutsamen Teil herauszufiltern und zu verarbeiten, während die unbedeutenden Teile nicht beachtet und ignoriert werden. Gelingt dieser Selektionsprozess nicht oder nur fehlerhaft, spricht man von Interferenz. Um Interferenzprozesse in Laborsituationen zu untersuchen, wurden verschiedene interferenzauslösende Aufgabenparadigmen entwickelt. Charakteristisch für diese Aufgaben ist die gleichzeitige Präsentation von Reizen, von denen nur einige für die Bearbeitung der Aufgabe relevant sind, während die übrigen ignoriert werden müssen. Die Untersuchung selektiver Aufmerksamkeit beschäftigt sich mit Prozessen der Auswahl und Verarbeitung relevanter Informationen auf deren Grundlage eine Reaktion angebahnt und ausgeführt wird, ebenso wie mit den Interferenzprozessen, die ausgelöst werden, wenn aufgabenirrelevante Reize diesen Ablauf stören.
Gegenstand der vorliegenden Dissertation war die Untersuchung selektiver Aufmerksamkeit und Inhibition unter einer Entwicklungsperspektive. Kinder unterschiedlichen Alters, mit und ohne Störung der Aufmerksamkeit, wurden unter dem Aspekt der Allokation von Ressourcen auf relevante Reize sowie hinsichtlich ihrer Anfälligkeit gegenüber Störreizen untersucht. Verläufe der Inhibition und Aufmerksamkeit wurden in unterschiedlichen Aufgabenkontexten operationalisiert: dem Attentional-Blink-Paradigma und dem Eriksen-Flanker-Design.

In der Zusammenschau bilden die Studien aus Experiment I den Entwicklungsverlauf von Erkennungsprofil und –rate bei der Bearbeitung verbaler und non-verbaler Attentional-Blink-Aufgaben bei Kindern der ersten bis zur zehnten Schulklasse ab. Es zeigt sich ein relativ stabiles Bearbeitungsprofil bei mit zunehmendem Alter steigenden Erkennungsraten. In der Bearbeitung der verbalen AB-Aufgabe zeigte sich der große Einfluss, den die Lesefähigkeit auf die Erkennungsrate verbaler Reize hat. Bei Symbol-Reizen werden die altersbedingten Unterschiede geringer.

Die Untersuchung einer Gruppe von ADHS-Kindern zeigt einen Leistungsstand, der dem etwa drei Jahre jüngerer Kontrollkinder entspricht. Vor dem Hintergrund von Befunden verlangsamter Hirnreifung bei ADHS-Kindern (Shaw, et al., 2007) zeigen die hier erhobenen Daten, dass die Verarbeitung von Interferenzprozessen bei ADHS-Kindern unreifer, aber nicht grundlegend unterschiedlich abläuft.

In Experiment II wird der Unterschied in der Bewältigung von Interferenz in einer Flanker-Aufgabe zwischen ADHS- und Kontrollgruppe erst auf elektrophysiologischer Ebene sichtbar, während sich auf der Verhaltensebene keine Unterschiede zeigen. Dieses Ergebnis hat weitreichende Implikationen für die Entwicklung und Anwendung diagnostischer Testverfahren bei ADHS, die Unterschiede bisher weitestgehend auf Grundlage der Verhaltensdaten betrachtet haben.
deu
dc.description.versionpublished
dc.identifier.ppn370937775deu
dc.identifier.urihttp://kops.uni-konstanz.de/handle/123456789/20459
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dc.legacy.dateIssued2012-09-13deu
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dc.subjectselektive Aufmerksamkeitdeu
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