Vertrauen in der Wissenschaft : Zur kommunikativen Konstruktion von Vertrauen in wissenschaftlichen Publikationen

dc.contributor.authorKrämer, Hannesdeu
dc.date.accessioned2011-03-23T09:26:52Zdeu
dc.date.available2011-03-23T09:26:52Zdeu
dc.date.issued2009deu
dc.description.abstractGerade in der Wissensgesellschaft kommt der Scientific Community bei der Begründung, Deutung und Formierung von Wissensbeständen eine zentrale Stellung zu. Um so erstaunlicher ist es, dass viele wissenschaftliche Forschungsergebnisse überhaupt nicht oder nur zu Teilen überprüft werden. Mehr noch, oft ist es gar nicht möglich (aus zeitlichen, ökonomischen, technischen u.a. Gründen) die Studien zu rekonstruieren oder zu reproduzieren. Hier kommt das Vertrauen ins Spiel. In der Rezeption stützten sich wissenschaftliche Daten auf ein "Systemvertrauen" Luhmann), welches die präsentierten Ergebnisse als grundsätzlich vertrauenswürdig annehmen lässt. Aber wie geschieht dies konkret? Wie wird aus Daten ein wissenschaftlicher Text und daran anschließend: Wodurch wird eine Präsentation wissenschaftlicher Daten als vertrauenswürdig qualifiziert? Das ist die zentrale Frage der Arbeit. Aus kommunikationssoziologischer Perspektive wird rekonstruiert, wie Vertrauen in wissenschaftlichen Publikationen prozessiert wird. Vertrauenswürdigkeit wird damit zu etwas, was einerseits angezeigt und anderseits zugeschrieben werden muss. Das heißt, dass kommunikativ so gehandelt werden muss, dass dem hinreichende Hinweise gegeben werden, die erkennbar sind und aufgrund derer vertraut werden kann.
Den Startpunkt der Arbeit bildet die Auseinandersetzung mit den Vertrauenstheorien von unter anderem Georg Simmel, Alfred Schütz, Harold Garfinkel und Niklas Luhmann. Die daraus abgeleitete Arbeitsdefinition versteht Vertrauen als unhinterfragte, selbstverständliche Erwartung, dass die Mithandelnden an dem gleichen, in der konkreten Interaktion hervorgebrachten, Deutungshorizont festhalten und sich auf diesen in der Interaktion beziehen. Es geht also in erster Linie nicht um ein abstraktes Vertrauen in die Wissenschaft, sondern um Vertrauen in der Wissenschaft. Anschließend wird mit Kierkegaards, später von Schütz übernommenem, Begriff der "mittelbaren Mitteilung", der Schütz schen Symboltheorie und den Studien zur Kommunikationssemantik Gerold Ungeheuers das Verständnis wissenschaftlicher Kommunikation präzisiert, um dieses mit den Eigenheiten des wissenschaftlichen Feldes zusammenzubringen. Das letzte Drittel der Arbeit widmet sich der Analyse der kommunikativen Praktiken, welche der Inszenierung wissenschaftlicher Vertrauenswürdigkeit dienen. Dabei werden mehrere Jahrgänge dreier soziologischer Fachzeitschriften auf ihre typischen rhetorischen und kommunikativen Strategien hin analysiert, um so Aufschluss über die kommunikative Konstruktion von Vertrauen in wissenschaftlichen Publikationen zu erlangen und damit der Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit von Wissenschaft nachzugehen.
deu
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dc.identifier.isbn978-3-8322-7847-2deu
dc.identifier.urihttp://kops.uni-konstanz.de/handle/123456789/1431
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dc.publisherAachen : Shakerdeu
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