Die Differenzierung von Netzwerk, Interaktion und Gesellschaft

dc.contributor.authorHolzer, Boris
dc.date.accessioned2016-06-13T13:57:52Z
dc.date.available2016-06-13T13:57:52Z
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dc.description.abstractVon einem sozialen Netzwerk spricht man, wenn Personen selektiv miteinander in Beziehung stehen. Da nur in sehr kleinen Gruppen jeder mit jedem verknüpft sein kann, sind Netzwerke schon ab einer niedrigen Schwelle sozialer Komplexität ein Grundtatbestand des Sozialen. Doch welchePersonen wievernetzt werden, welche Beziehungen also möglich und reproduzierbar sind, wird bestimmt von gesellschaftlichen Bedingungen der Teilnahme an Kommunikation, zum Beispiel davon, wie Personen in die Gesellschaft und ihre Teilsysteme inkludiert werden. Natürlich spielen auch die Kommunikationstechnologien eine wichtige Rolle: Die Schrift und vor allem die moderne Telekommunikation ermöglichen soziale Beziehungen mehr oder weniger unabhängig von räumlicher Nähe und körperlicher Anwesenheit – und erweitern damit die Reichweite und die Zahl möglicher Kontakte. Das bedeutet, dass soziale Beziehungen nicht mehr von Anwesenheit und Interaktion abhängen, sondern zum Beispiel auch in der Kommunikation unter Abwesenden reproduziert oder sogar hergestellt werden können. Je mehr Kommunikationspartner faktisch erreichbar sind, desto größer ist die Zahl möglicher Beziehungen. Damit steigt auch die Selektivitätder Netzwerke. Je mehr Personen (und andere soziale Einheiten) für Kommunikation in Frage kommen, also als soziale „Adressen“ fungieren können, desto deutlicher tritt der Sachverhalt hervor, dass immer nur ein Bruchteil von ihnen tatsächlichmiteinander in Kontakt tritt oder gar dauerhafte soziale Beziehungen unterhält. Die Gesellschaft als Ganzes kann dann nicht mehr die Form einesNetzwerks annehmen. Vielmehr ist jede Netzwerkbildung selektiv und umfasst allenfalls einen Teil der denkbaren Kontakte.deu
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dc.identifier.doi10.1007/978-3-531-92597-4_3deu
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