Publikation:

"Der Ferne Osten" : Begriffs- und ideengeschichtliche Annäherungen an eine eurozentrische Raumkonstruktion

Lade...
Vorschaubild

Dateien

Zu diesem Dokument gibt es keine Dateien.

Datum

2025

Herausgeber:innen

Kontakt

ISSN der Zeitschrift

Electronic ISSN

ISBN

Bibliografische Daten

Verlag

Schriftenreihe

Auflagebezeichnung

URI (zitierfähiger Link)
ArXiv-ID

Internationale Patentnummer

Angaben zur Forschungsförderung

Projekt

Open Access-Veröffentlichung
Core Facility der Universität Konstanz

Gesperrt bis

Titel in einer weiteren Sprache

Publikationstyp
Zeitschriftenartikel
Publikationsstatus
Published

Erschienen in

INDES: Zeitschrift für Politik und Gesellschaft. Vandenhoeck & Ruprecht. 2025, 13(2-3), S. 9-19. ISSN 2191-995X. Verfügbar unter: doi: 10.13109/inde.2025.13.2-3.9

Zusammenfassung

Wer heute vom „Fernen Osten“ spricht, beschwört unweigerlich ein Kaleidoskop von Bildern herauf: prachtvolle Pagoden, filigrane Kalligrafie und konfuzianische Ethik oder auch pulsierende Großstädte. Solche Vorstellungen wurzeln tief in der europäischen Imagination, ihre Ursprünge reichen von den Reiseberichten Marco Polos über Voltaires Chinabegeisterung im Essai sur les mœurs et l'esprit des nations (1756) bis hin zu Pearl S. Bucks Schilderungen des bäuerlichen Alltags in China in ihrem Roman The Good Earth (1931). Schon auf den ersten Blick offenbart sich hier eine bemerkenswerte Ambivalenz: Die Rede vom „Fernen Osten“ wirkt gleichermaßen vertraut wie antiquiert, wie ein nostalgisches Echo einer vergangenen Epoche.

Doch was genau steckt eigentlich hinter dieser Bezeichnung? Welche impliziten Vorstellungen und Wertungen werden durch die vermeintlich neutrale Kategorie „Fernost“ immer wieder reproduziert? Der vorliegende Beitrag nimmt den Begriff kritisch in den Blick und fragt nach den historischen Wurzeln und kulturellen Dynamiken, die ihn einst hervorbrachten und bis heute prägen. In diesem Zusammenhang werden auch übergeordnete Problemstellungen adressiert: Was bedeutet es eigentlich, eine Region als „fern“ zu kategorisieren, und welche diskursiven Machtverhältnisse treten durch solche Distanzzuschreibungen zutage? Wie konstruiert Sprache geopolitische Realitäten, und wie wirken dabei Hierarchien fort?

Antworten eröffnen sich dort, wo die Begriffsgeschichte des „Fernen Ostens“ ihren Anfang nimmt. Diese begriffs‑ und ideengeschichtliche Spurensuche folgt dem Terminus von seinen frühen europäischen Ursprüngen über seine Etablierung als kolonial geprägte Sammelbezeichnung des 19. Jahrhunderts bis zu seiner Exotisierung in popkulturellen Klischees der Gegenwart. Dabei zeigt sich, dass „Ferner Osten“ nie eine neutrale geografische Realität bezeichnete, sondern stets als machtvolles kulturelles und politisches Konstrukt westlicher Gesellschaften fungierte – ein Produkt kolonialer Denkmuster, politischer Interessen und geopolitischer Raumkonstruktion. So wird „Fernost“ als eurozentrische Projektionsfläche sichtbar, die im 19. Und 20. Jahrhundert enorme Wirkmacht entfaltete und bis heute nachhallt.

Zusammenfassung in einer weiteren Sprache

Fachgebiet (DDC)
900 Geschichte

Schlagwörter

Ferner Osten, Begriffsgeschichte, Ideengeschichte, Eurozenrismus, Exotismus, Europa

Konferenz

Rezension
undefined / . - undefined, undefined

Forschungsvorhaben

Organisationseinheiten

Zeitschriftenheft

Zugehörige Datensätze in KOPS

Zitieren

ISO 690MESSINGSCHLAGER, Stefan, 2025. "Der Ferne Osten" : Begriffs- und ideengeschichtliche Annäherungen an eine eurozentrische Raumkonstruktion. In: INDES: Zeitschrift für Politik und Gesellschaft. Vandenhoeck & Ruprecht. 2025, 13(2-3), S. 9-19. ISSN 2191-995X. Verfügbar unter: doi: 10.13109/inde.2025.13.2-3.9
BibTex
@article{Messingschlager2025-12Ferne-75542,
  title={"Der Ferne Osten" : Begriffs- und ideengeschichtliche Annäherungen an eine eurozentrische Raumkonstruktion},
  year={2025},
  doi={10.13109/inde.2025.13.2-3.9},
  number={2-3},
  volume={13},
  issn={2191-995X},
  journal={INDES: Zeitschrift für Politik und Gesellschaft},
  pages={9--19},
  author={Messingschlager, Stefan}
}
RDF
<rdf:RDF
    xmlns:dcterms="http://purl.org/dc/terms/"
    xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
    xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#"
    xmlns:bibo="http://purl.org/ontology/bibo/"
    xmlns:dspace="http://digital-repositories.org/ontologies/dspace/0.1.0#"
    xmlns:foaf="http://xmlns.com/foaf/0.1/"
    xmlns:void="http://rdfs.org/ns/void#"
    xmlns:xsd="http://www.w3.org/2001/XMLSchema#" > 
  <rdf:Description rdf:about="https://kops.uni-konstanz.de/server/rdf/resource/123456789/75542">
    <void:sparqlEndpoint rdf:resource="http://localhost/fuseki/dspace/sparql"/>
    <dc:language>deu</dc:language>
    <bibo:uri rdf:resource="https://kops.uni-konstanz.de/handle/123456789/75542"/>
    <foaf:homepage rdf:resource="http://localhost:8080/"/>
    <dc:date rdf:datatype="http://www.w3.org/2001/XMLSchema#dateTime">2025-12-17T08:32:43Z</dc:date>
    <dc:creator>Messingschlager, Stefan</dc:creator>
    <dcterms:isPartOf rdf:resource="https://kops.uni-konstanz.de/server/rdf/resource/123456789/32"/>
    <dcterms:abstract>Wer heute vom „Fernen Osten“ spricht, beschwört unweigerlich ein Kaleidoskop von Bildern herauf: prachtvolle Pagoden, filigrane Kalligrafie und konfuzianische Ethik oder auch pulsierende Großstädte. Solche Vorstellungen wurzeln tief in der europäischen Imagination, ihre Ursprünge reichen von den Reiseberichten Marco Polos über Voltaires Chinabegeisterung im Essai sur les mœurs et l'esprit des nations (1756) bis hin zu Pearl S. Bucks Schilderungen des bäuerlichen Alltags in China in ihrem Roman The Good Earth (1931). Schon auf den ersten Blick offenbart sich hier eine bemerkenswerte Ambivalenz: Die Rede vom „Fernen Osten“ wirkt gleichermaßen vertraut wie antiquiert, wie ein nostalgisches Echo einer vergangenen Epoche.

Doch was genau steckt eigentlich hinter dieser Bezeichnung? Welche impliziten Vorstellungen und Wertungen werden durch die vermeintlich neutrale Kategorie „Fernost“ immer wieder reproduziert? Der vorliegende Beitrag nimmt den Begriff kritisch in den Blick und fragt nach den historischen Wurzeln und kulturellen Dynamiken, die ihn einst hervorbrachten und bis heute prägen. In diesem Zusammenhang werden auch übergeordnete Problemstellungen adressiert: Was bedeutet es eigentlich, eine Region als „fern“ zu kategorisieren, und welche diskursiven Machtverhältnisse treten durch solche Distanzzuschreibungen zutage? Wie konstruiert Sprache geopolitische Realitäten, und wie wirken dabei Hierarchien fort?

Antworten eröffnen sich dort, wo die Begriffsgeschichte des „Fernen Ostens“ ihren Anfang nimmt. Diese begriffs‑ und ideengeschichtliche Spurensuche folgt dem Terminus von seinen frühen europäischen Ursprüngen über seine Etablierung als kolonial geprägte Sammelbezeichnung des 19. Jahrhunderts bis zu seiner Exotisierung in popkulturellen Klischees der Gegenwart. Dabei zeigt sich, dass „Ferner Osten“ nie eine neutrale geografische Realität bezeichnete, sondern stets als machtvolles kulturelles und politisches Konstrukt westlicher Gesellschaften fungierte – ein Produkt kolonialer Denkmuster, politischer Interessen und geopolitischer Raumkonstruktion. So wird „Fernost“ als eurozentrische Projektionsfläche sichtbar, die im 19. Und 20. Jahrhundert enorme Wirkmacht entfaltete und bis heute nachhallt.</dcterms:abstract>
    <dcterms:available rdf:datatype="http://www.w3.org/2001/XMLSchema#dateTime">2025-12-17T08:32:43Z</dcterms:available>
    <dcterms:issued>2025-12</dcterms:issued>
    <dcterms:title>"Der Ferne Osten" : Begriffs- und ideengeschichtliche Annäherungen an eine eurozentrische Raumkonstruktion</dcterms:title>
    <dc:contributor>Messingschlager, Stefan</dc:contributor>
    <dspace:isPartOfCollection rdf:resource="https://kops.uni-konstanz.de/server/rdf/resource/123456789/32"/>
  </rdf:Description>
</rdf:RDF>

Interner Vermerk

xmlui.Submission.submit.DescribeStep.inputForms.label.kops_note_fromSubmitter

Kontakt
URL der Originalveröffentl.

Prüfdatum der URL

Prüfungsdatum der Dissertation

Finanzierungsart

Kommentar zur Publikation

Allianzlizenz
Corresponding Authors der Uni Konstanz vorhanden
Internationale Co-Autor:innen
Universitätsbibliographie
Nein
Begutachtet
Unbekannt
Diese Publikation teilen