Der Einfluß von Vorsätzen auf die kognitive Flexibilität von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

dc.contributor.authorSchneikert, Miriamdeu
dc.date.accessioned2011-03-25T09:25:49Zdeu
dc.date.available2011-03-25T09:25:49Zdeu
dc.date.issued2005deu
dc.description.abstractVorsätze ( wenn-dann Pläne) sind ein wirksames Instrument zur Handlungskontrolle und Selbstregulation und sie erleichtern die Zielerreichung (Gollwitzer, 1993; 1999). Dies wurde an gesunden (z.B. Studenten) und klinischen Stichproben (z.B. Frontalhirnpatienten) mehrfach in verschiedenen Bereichen des Zielstrebens nachgewiesen.
Kinder mit einer ADHS zeigen Schwierigkeiten bei der Handlungskontrolle und Defizite im Bereich der exekutiven Funktionen. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, zu überprüfen, ob Vorsätze Kindern mit ADHS helfen können, ihre Leistung in einer Aufgabe zur kognitiven Flexibilität zu verbessern. Die kognitive Flexibilität stellt einen wichtigen Teilbereich der exekutiven Funktionen dar und wird häufig mit dem Wisconsin Card Sorting Test (Berg, 1948; Heaton et al., 1993) gemessen.
Ingesamt nahmen 43 Kinder mit ADHS im Alter von 6 bis 11 Jahren an der Studie teil. Die Kinder wurden randomisiert einer von drei verschiedenen Untersuchungs-bedingungen zugeordnet: Kontrollbedingung, Zielbedingung und Vorsatzbedingung. Alle Kinder bearbeiteten eine Kartensortieraufgabe, die am Wisconsin Card Sorting Test (Berg, 1948; Heaton et al., 1993) orientiert war. Zur Erfassung der kognitiven Flexibilität wurde die Anzahl der Perseverationsfehler und der Prozentsatz der Perseverationsfehler an der Gesamtzahl der Fehler erhoben. Als Maße für die allgemeine Leistung bei der Kartensortieraufgabe wurde die Gesamtzahl der Fehler und die Anzahl der vollendeten Kategorien, sowie die Anzahl der nichtperseverativen Fehler erhoben.
Es zeigte sich ein signifikanter Unterschied zwischen den Untersuchungsbedingungen für den Prozentsatz der Perseverationsfehler an der Gesamtzahl der Fehler. Der Prozentsatz der Perseverationsfehler war in der Vorsatzbedingung geringer, als in der Kontrollbedingung. Dies deutet darauf hin, dass der Vorsatz die Perseverationstendenz reduzieren konnte. Die Ergebnisse sind jedoch nicht eindeutig, da die Anzahl der Perseverationsfehler durch den Vorsatz nicht reduziert wurde und die Anzahl nichtperseverativer Fehler in der Vorsatzbedingung marginal signifikant höher war als in der Kontrollbedingung.
Eine mögliche Erklärung für dieses Ergebnismuster könnte sein, dass nur ein Teil der Kinder neuropsychologische Beeinträchtigungen zeigte und diese Teilgruppe nicht gleichmäßig auf die Untersuchungsbedingungen verteilt war. Insgesamt kann jedoch davon ausgegangen werden, dass Vorsätze ein nützliches Instrument zur Handlungskontrolle bei Kindern mit ADHS sind. Es werden Implikationen für Forschung und Praxis gegeben.
deu
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dc.identifier.urihttp://kops.uni-konstanz.de/handle/123456789/11137
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