Gute Betreuung, faire Bewertungen und angemessene Arbeitsbedingungen ermöglichen exzellente Promotionen in der Psychologie Kommentar der Jungmitgliedervertretung der DGPs zum Positionspapier Matthias F. J. Sperl1,2,3,4, Christiane Attig5,6, Luisa Baumgärtner7,8, Charlotte Behlau9,10, Barbara Bergmann11,12, Martha Bienefeld7,13, Anna M. Biller14,15, Naemi D. Brandt16,17, Janina Larissa Bühler16,18, Luna T. Frauhammer19,20, Susanne Frick21,22, Maria-Therese Friehs23,24, Ulrike Frischen25,26, Lisa Handke27,28, Helena Hartmann2,29, Steffen Hösterey5,30, Fabian Hutmacher31,32, Judith A. Iffland11,33, Julien P. Irmer21,34, Astrid Kause35,36, Marcel Kern27,37, Julia E. Koller14,38, Dorothee Mischkowski23,39,40, Lisa Musculus9,41, Nicolas E. Neef35,42, Claudia Neuendorf43,44, Anna K. Nishen43,45, Daniel Possler19,46, Robert Ritter7,47, Michaela Rohr48,49, Vanessa Schmidt50,51, Brian Schwartz52,53, Özlem Sensoy25,54, Katharina Szota52,55, Anne Voormann48,56 und Alexander Nicolai Wendt31,57,58 1Jungmitgliedervertretung im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs), Berlin, Deutschland 2Jungmitgliedervertretung in der DGPs-Fachgruppe Biologische Psychologie und Neuropsychologie, Berlin, Deutschland 3Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Universität Siegen, Deutschland 4Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Justus-Liebig-Universität Gießen, Deutschland 5Jungmitgliedervertretung in der DGPs-Fachgruppe Ingenieurpsychologie, Berlin, Deutschland 6Honda Research Institute Europe GmbH, Offenbach am Main, Deutschland 7Studierendenvertretung im Konferenz-Rat der Psychologie-Fachschaften-Konferenz (PsyFaKo), Deutschland 8Wilhelm-Wundt-Institut für Psychologie, Universität Leipzig, Deutschland 9Jungmitgliedervertretung in der DGPs-Fachgruppe Sportpsychologie, Berlin, Deutschland 10Abteilung für Sportpsychologie, Technische Universität Dortmund, Deutschland 11Jungmitgliedervertretung in der DGPs-Fachgruppe Rechtspsychologie, Berlin, Deutschland 12Abteilung für Sozial- und Rechtspsychologie, Universität Bonn, Deutschland 13Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft, Universität Münster, Deutschland 14Jungmitgliedervertretung in der DGPs-Fachgruppe Gesundheitspsychologie, Berlin, Deutschland 15Chronobiology & Health, Department Health and Sport Sciences, TUM School of Medicine and Health, Technische Universität München, Deutschland 16Jungmitgliedervertretung in der DGPs-Fachgruppe Differentielle Psychologie, Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik, Berlin, Deutschland 17Abteilung für Entwicklungspsychologie, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Deutschland 18Abteilung für Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Deutschland 19Jungmitgliedervertretung in der DGPs-Fachgruppe Medienpsychologie, Berlin, Deutschland 20Abteilung für Informatik und Angewandte Kognitionswissenschaft, Universität Duisburg-Essen, Deutschland 21Jungmitgliedervertretung in der DGPs-Fachgruppe Methoden und Evaluation, Berlin, Deutschland 22Lehrstuhl für Statistische Methoden in den Sozialwissenschaften, Technische Universität Dortmund, Deutschland 23Jungmitgliedervertretung in der DGPs-Fachgruppe Sozialpsychologie, Berlin, Deutschland 24Lehrgebiet Psychologische Methodenlehre und Evaluation, FernUniversität in Hagen, Deutschland 25Jungmitgliedervertretung in der DGPs-Fachgruppe Entwicklungspsychologie, Berlin, Deutschland 26Bremer Initiative zur Stärkung frühkindlicher Entwicklung, Universität Bremen, Deutschland 27Jungmitgliedervertretung in der DGPs-Fachgruppe Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie, Berlin, Deutschland 28Juniorprofessur für Wirtschaftspsychologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Deutschland 29Klinik für Neurologie und Zentrum für Translationale Neuro- und Verhaltenswissenschaften (C-TNBS), Universitätsklinikum Essen, Deutschland 30Abteilung für Handlungs- und Automationspsychologie, Technische Universität Berlin, Deutschland 196 Diskussionsforum Psychologische Rundschau (2025), 76(3), 196–199 © 2025 The Author(s). Distributed as a Hogrefe OpenMind article under the license CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0) D iskussionsforum Konstanzer Online-Publikations-System (KOPS) URL: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:352-2-xlvojb06xruc5 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 31Jungmitgliedervertretung in der DGPs-Fachgruppe Geschichte der Psychologie, Berlin, Deutschland 32Lehrstuhl für Kommunikationspsychologie und Neue Medien, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Deutschland 33Institute for Forensic Psychology and Forensic Medicine, Medical School Hamburg, Deutschland 34Abteilung für Psychologische Methodenlehre, Institut für Psychologie, Lebenswissenschaftliche Fakultät, Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland 35Jungmitgliedervertretung in der DGPs-Fachgruppe Umweltpsychologie, Berlin, Deutschland 36Institut für Nachhaltigkeitspsychologie, School of Sustainability, Leuphana Universität Lüneburg, Deutschland 37Arbeitseinheit für Angewandte Psychologie in Arbeit und Gesundheit, Fakultät für Psychologie, Ruhr-Universität Bochum, Deutschland 38Arbeitsgruppe Psychologische Diagnostik und Gesundheitspsychologie, Universität Konstanz, Deutschland 39Department of Social, Economic and Organisational Psychology, Leiden University, The Netherlands 40Arbeitsgruppe Verhaltensökonomie und Recht, Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern, Bonn, Deutschland 41Abteilung Leistungspsychologie, Psychologisches Institut, Deutsche Sporthochschule Köln, Deutschland 42Institut für Bildung, Arbeit und Gesellschaft, Universität Hohenheim, Deutschland 43Jungmitgliedervertretung in der DGPs-Fachgruppe Pädagogische Psychologie, Berlin, Deutschland 44Arbeitsbereich für Schulentwicklung, Universität Potsdam, Deutschland 45Landesinstitut Brandenburg für Schule und Lehrkräftebildung, Ludwigsfelde, Deutschland 46Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung, Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, Deutschland 47Fakultät Psychologie, Technische Universität Dresden, Deutschland 48Jungmitgliedervertretung in der DGPs-Fachgruppe Allgemeine Psychologie, Berlin, Deutschland 49Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Universität des Saarlandes, Saarbrücken, Deutschland 50Jungmitgliedervertretung in der DGPs-Fachgruppe Verkehrspsychologie, Berlin, Deutschland 51Abteilung für Ingenieur- und Verkehrspsychologie, Technische Universität Braunschweig, Deutschland 52Jungmitgliedervertretung in der DGPs-Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie, Berlin, Deutschland 53Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Universität Trier, Deutschland 54Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie-Ambulanz Marburg, Philipps-Universität Marburg, Deutschland 55Abteilung für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie, Philipps-Universität Marburg, Deutschland 56Abteilung für Allgemeine Psychologie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Deutschland 57Fakultät für Psychologie, Sigmund Freud PrivatUniversität Wien, Österreich 58Abteilung für Allgemeine Psychologie und Kognitive Selbstregulation, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Deutschland Die Kommission „Anreizsystem, Machtmissbrauch und Wissenschaftliches Fehlverhalten“ (AMWF) der Deut- schen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) hat kürzlich einen Bericht präsentiert, welcher insgesamt zwölf Pro- blembereiche identifiziert, die zu unethischem Verhal- ten in der Wissenschaft führen (Boessel et al., 2023). Darauf aufbauend schlägt die DGPs-Kommission „Studi- um und Lehre“ die Prinzipien Verlässlichkeit, Verantwor- tung und Vertrauen als Grundpfeiler für eine professio- nelle Promotionskultur in der Psychologie vor (Gollwit- zer et al., 2025). Die Jungmitglieder in der DGPs begrü- ßen diese Initiative ausdrücklich und betonen den Hand- lungsbedarf, um die Betreuung von Promovierenden zu verbessern. Wir kommentieren die Handlungsempfeh- lungen der Kommission „Studium und Lehre“ aus Sicht der Promovierenden, Post-Docs und Studierenden aller Fachgruppen. Die Studierenden von heute sind die Pro- movierenden von morgen, als studentische Hilfskräfte wirken sie zudem oft maßgeblich bei der Durchführung von Forschungsprojekten mit. Das vorliegende Positions- papier entstand daher in enger Zusammenarbeit mit Vertreter_innen der Psychologie-Fachschaften-Konferenz (PsyFaKo). Gute Betreuung als Grundlage für gute Wissenschaft Die Schaffung einer guten Promotionsbetreuung ist zen- tral für die Sicherstellung exzellenter wissenschaftlicher Leistungen (Herfet et al., 2023). Die drei von der Kom- mission „Studium und Lehre“ vorgeschlagenen Grund- pfeiler stellen eine gute Grundlage dar, wie „gut“ in die- sem Fall zu definieren ist: Eine durch Verlässlichkeit, Ver- antwortung und Vertrauen geprägte Promotionskultur, die z.B. auch nicht-signifikante empirische Ergebnisse hono- riert, beugt maßgeblich fragwürdigen Forschungsprakti- ken vor. Neben den drei zuvor genannten Prinzipien möchten wir daher auch die Transparenz betonen: Leit- linien offener und nachvollziehbarer Wissenschaft (z.B. Open Science, Präregistrierungen) sollten praktiziert und bereits im Studium vermittelt werden (Brachem et al., 2022). Wir empfehlen zudem Qualifizierungsangebote für Betreuende in den Bereichen Personalführung, Konflikt- management und guter wissenschaftlicher Praxis. Wir stimmen Boessel et al. (2023) zu, dass eine zu hohe Anzahl von Promovierenden pro Betreuer_in einen Ri- Diskussionsforum 197 © 2025 The Author(s). Distributed as a Hogrefe OpenMind article Psychologische Rundschau (2025), 76(3), 196–199 under the license CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0) D is ku ss io ns fo ru m https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 sikofaktor für Machtmissbrauch und schlechte wissen- schaftliche Praxis darstellt. Aus unserer Sicht muss bei der Diskussion um eine mögliche „Obergrenze“ beachtet werden, dass (neben den Professor_innen) oft auch Post- Docs mit in die Betreuung einbezogen werden. Die durch sie bereitgestellte Expertise in Bezug auf Theorien, Me- thoden und organisatorische Abläufe ist ein wesentliches Fundament für eine gute Promotionsbetreuung. Neben Professuren sind daher auch unbefristete Mittelbaustel- len notwendig (Rentzsch et al., 2017), um erfahrene Post- Docs im deutschen Wissenschaftssystem zu halten und langfristig in die Promotionsausbildung einzubinden. Wie von der Kommission „Studium und Lehre“ vorge- schlagen, können spezifische Betreuungsvereinbarungen eine vertrauensvolle und wechselseitig anerkannte Basis für den Promotionsprozess schaffen. Hierbei sollte festge- halten werden, von welcher Person (Professor_innen, aber auch Post-Docs) welche Betreuungsaufgaben in welchem zeitlichen Umfang übernommen werden. Ebenfalls doku- mentiert werden sollte, dass am Promotionsvorhaben be- teiligte Personen angemessen durch entsprechende (Co‐) Autor_innenschaften honoriert werden. Wenn neben den Promovierenden auch Studierende (z.B. im Rahmen von Abschlussarbeiten) in die Projekte eingebunden werden und maßgebliche inhaltliche oder methodische Beiträge geben, sollte auch den beteiligten Studierenden die Mög- lichkeit zur (Co‐)Autor_innenschaft gegeben werden (Frank et al., 2024; Reiter et al., 2024). Auf diese Weise kön- nen gleichzeitig forschungsinteressierte Studierende für Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis sensibilisiert (Lonsdorf et al., 2022) und als potentiell zukünftige Pro- movierende für das Arbeitsumfeld Wissenschaft begeis- tert werden. Thesis Advisory Boards stellen eine wichtige Ergänzung zu Betreuungsvereinbarungen dar, indem sie weitere Ansprechpersonen involvieren, die unabhängig von der eigentlichen Betreuung des Promotionsprojekts zur Verfügung stehen. Wir regen zusätzlich an, Promovie- rende stärker in Mentoringprogramme und weitere Ver- netzungsmöglichkeiten (z.B. Lab Visits, Summer Schools) einzubinden, z.B. über ein in der Betreuungsvereinba- rung festgehaltenes finanzielles Budget. Vernetzung beugt Machtmissbrauch vor und fördert die Karrieremöglich- keiten der Promovierenden durch eine bessere Integrati- on in die (inter‐)nationale Forschungsgemeinschaft. Faire Promotionsbewertungen als Garant für Chancengerechtigkeit Die in den jeweiligen Promotionsordnungen festgeleg- ten Mindestanforderungen an Promotionen unterschei- den sich zum Teil drastisch, sowohl zwischen Fakultäten als auch zwischen Universitäten. Bei kumulativen Pro- motionen gibt es etwa starke Unterschiede in der Anzahl der geforderten Publikationen und dahingehend, ob die Publikationen bei wissenschaftlichen Zeitschriften bereits akzeptiert oder lediglich eingereicht sein müssen. Man- che Promotionsordnungen machen Anforderungen an die Zeitschriften, in denen die Artikel publiziert werden (z.B. hinsichtlich Impact Factor). Diese Umstände führen dazu, dass auch Promotionsnoten oft nur bedingt vergleichbar sind, worauf die Kommission „Studium und Lehre“ zu Recht hinweist. Aus unserer Sicht besteht unmittelbarer Handlungsbedarf zur Vereinheitlichung von Promotions- anforderungen und -bewertungen, da nur so Chancenge- rechtigkeit und ein überregionaler Vergleich von Promo- tionsleistungen sichergestellt werden können (z.B. bei der Bewerbung um Post-Doc-Stellen und Professuren sowie bei Drittmittelanträgen). Eine Möglichkeit zur Harmoni- sierung von Promotionsanforderungen wäre die Etablie- rung eines DGPs-Qualitätssiegels für Promotionsordnun- gen, wie sie etwa bereits für Bachelor- und Master-Stu- diengänge existieren (Abele-Brehm et al., 2014; Bühner, 2023). Kritisch sehen wir es, wenn die Promotionsdauer mit in die Bewertung einbezogen wird. Ein solches Vorgehen birgt das Risiko, Personen mit Kindern, anderen fami- liären Verpflichtungen oder längeren Krankheitsphasen strukturell zu benachteiligen. Die Promotionsdauer hängt zudem stark von der Forschungskomplexität, dem In- novationsgrad und dem Umfang der Lehr- und Verwal- tungsaufgaben ab. Angemessene Arbeitsbedingungen als Basis für exzellente Forschung Arbeitsverträge für Promovierende haben typischerweise eine Laufzeit von drei Jahren, obwohl Promotionen in der Psychologie in den meisten Fällen länger dauern (Jaksztat et al., 2012; DFG, 2021). Ein Großteil der Promovieren- den ist offiziell auf Teilzeitstellen, meist 50% bis 75% der regulären Arbeitszeit, angestellt, leistet aber faktisch weit mehr als eine Vollzeitstelle. Oft fallen neben dem Pro- motionsprojekt umfangreiche Lehr-, Gremien- und Ver- waltungstätigkeiten an (Rentzsch et al., 2017). Gute Ar- beitsbedingungen bilden jedoch das Fundament für her- ausragende wissenschaftliche Leistungen (Rahal et al., 2023). Wir fordern daher, dass Förder- und Forschungs- einrichtungen sowohl die Vertragslaufzeiten als auch die Stellenanteile an die tatsächlichen Anforderungen einer Promotion anpassen und entsprechend erhöhen. Eine Be- 198 Diskussionsforum Psychologische Rundschau (2025), 76(3), 196–199 © 2025 The Author(s). Distributed as a Hogrefe OpenMind article under the license CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0) D iskussionsforum https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 sonderheit in der Psychologie ist, dass sich viele Pro- movierende parallel zur Promotion auch psychothera- peutisch weiterqualifizieren, und diese Doppelqualifika- tion ist gleichzeitig auch Voraussetzung für viele wissen- schaftliche Stellen im Bereich der Klinischen Psycholo- gie (Gollwitzer et al., 2017). Wir erwarten daher, dass Promovierende, die zusätzlich zur Promotion auch eine psychotherapeutische Aus- bzw. Weiterbildung anstreben, von ihren Betreuenden bestmöglich unterstützt werden – unabhängig vom Fachgebiet ihrer Promotion. Gesetzli- che Befristungsregelungen im WissZeitVG und ÄArbVtrG müssen an den erhöhten zeitlichen Aufwand einer gleich- zeitigen wissenschaftlichen und klinischen Qualifizierung angepasst werden. Fazit Verlässlichkeit, Verantwortung und Vertrauen bilden das Fundament für gute Arbeitsbedingungen und exzellente wissenschaftliche Leistungen in der Promotionsphase. Die Jungmitglieder aus den unterschiedlichen Fachgrup- pen der DGPs haben in den letzten Jahren z.B. Betreu- er_innenpreise etabliert, um gute Betreuung wertzuschät- zen und positive Rollenmodelle sichtbar zu machen. Wir begrüßen ausdrücklich die Initiative der Kommission „Studium und Lehre“ und sind gerne bereit, den Dialog aus der Perspektive der Jungmitglieder fortzusetzen, um die Promotionskultur in der Psychologie weiter voran- zubringen und zu verbessern. Exzellente Promovierende können auch in Zukunft nur dann für die Wissenschaft gewonnen werden, wenn Promotionen unter guten Rah- menbedingungen entstehen. Literatur Abele-Brehm, A., Bühner, M., Deutsch, R., Erdfelder, E., Fydrich, T., Gollwitzer, M. et al. (2014). Bericht der Kommission „Studium und Lehre“ der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Psy- chologische Rundschau, 65, 230–235. https://doi.org/10.1026/ 0033-3042/a000226 Boessel, N., Kluge, A., Leising, D., Mischkowski, D., Phan, L. V., Schmitt, M. & Stahl, J. (2023). Anreizsystem, Machtmissbrauch und wissenschaftliches Fehlverhalten. Eine Analyse zum funk- tionalen Zusammenhang zwischen strukturellen Bedingungen und unethischem Verhalten in der Wissenschaft. Verfügbar un- ter: https://www.dgps.de/fileadmin/user_upload/PDF/Berich te/Bericht_AMWF20230626.pdf Brachem, J., Frank, M., Kvetnaya, T., Schramm, L. F. F. & Volz, L. (2022). Replikationskrise, p-hacking und Open Science: Eine Umfrage zu fragwürdigen Forschungspraktiken in studentischen Projekten und Impulse für die Lehre. Psychologische Rundschau, 73, 1–17. https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000562 Bühner, M. (2023). Zur Lage der Psychologie. Psychologische Rundschau, 74, 1–20. https://doi.org/10.1026/0033-3042/a00 0616 Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG (2021). Sprint oder Ma- rathon? Die Dauer von Promotionen in DFG-geförderten Ver- bünden. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.5520751 Frank, M., Katzinger, E. & Bössel, N. (2024). Credit where…but where is credit due? An exploration of students’ contributions to psychological research and its recognition through co- authorship practices in Germany. Retrieved from https://doi. org/10.31234/osf.io/x9wfs Gollwitzer, M., Antoni, C. H., Bölte, J., Hellmann, D., Horz, H., Spi- nath, B. & Schröder, A. (2017). Unsicherheiten im Wissen- schaftssystem: Kommentar des DGPs-Vorstands zum Beitrag von Rentzsch, Harzer und Wolter (2017). Psychologische Rund- schau, 68, 263–292. https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000 378 Gollwitzer, M., Bühner, M., Antoni, C. H., Bermeitinger, C., Gärtner, A., König, C. & Spinath, B. (2025). Verlässlichkeit, Verantwor- tung, Vertrauen – Grundpfeiler einer professionellen Promo- tionskultur in der Psychologie. Positionspapier der Kommission „Studium und Lehre“ der DGPs [Diskussionsforum]. Psycho- logische Rundschau, 76, 184–189. https://doi.org/10.1026/ 0033-3042/a000723 Herfet, M., Elisath, S. & Müller, J. (2023). Promotion unter der Lu- pe: Betreuungsverhältnisse zwischen Tradition und Innovation. Ze-phir: Informationen für den sportwissenschaftlichen Nach- wuchs, 30(2). https://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/ Kommissionen/Nachwuchs/Ze-Phir_2023-2_web.pdf Jaksztat, S., Preßler, N. & Briedis, K. (2012). Promotionen im Fo- kus – Promotions- und Arbeitsbedingungen Promovierender im Vergleich. Forum Hochschule, Nr. 15/2012. Verfügbar unter: https://www.dzhw.eu/pdf/pub_fh/fh-201215.pdf Lonsdorf, T., Hartwigsen, G., Kübler, A., Merz, C. J., Schmidt, B., Sperl, M. F. J. & Feld, G. B. (2022). Mehr als nur fragwürdig: Reproduzierbarkeit und Open Science in der Lehre aus Sicht der Biologischen Psychologie und Neuropsychologie. Psycho- logische Rundschau, 73, 30–33. https://doi.org/10.1026/0033- 3042/a000569 Rahal, R. M., Fiedler, S., Adetula, A., Berntsson, R. P., Dirnagl, U., Feld, G. B. et al. (2023). Quality research needs good working conditions. Nature Human Behaviour, 7, 164–167. https://doi. org/10.1038/s41562-022-01508-2 Reiter J., Frank, M. & Katzinger, E. (2024). Ergebnisbericht Um- frage (Ko‐)Autor*innenschaft. OSF Home, Online. https://doi. org/10.17605/OSF.IO/CDFWH Rentzsch, K., Harzer, C. & Wolter, I. (2017). Stellungnahme zur Lage des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Psycholo- gie. Psychologische Rundschau, 68, 251–263. https://doi.org/ 10.1026/0033-3042/a000377 Onlineveröffentlichung: 10.07.2025 Dr. Matthias F. J. Sperl Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie Universität Siegen Obergraben 23 57072 Siegen Deutschland matthias.sperl@uni-siegen.de https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000729 Diskussionsforum 199 © 2025 The Author(s). Distributed as a Hogrefe OpenMind article Psychologische Rundschau (2025), 76(3), 196–199 under the license CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0) D is ku ss io ns fo ru m https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000226 https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000226 https://www.dgps.de/fileadmin/user_upload/PDF/Berichte/Bericht_AMWF20230626.pdf https://www.dgps.de/fileadmin/user_upload/PDF/Berichte/Bericht_AMWF20230626.pdf https://www.dgps.de/fileadmin/user_upload/PDF/Berichte/Bericht_AMWF20230626.pdf https://www.dgps.de/fileadmin/user_upload/PDF/Berichte/Bericht_AMWF20230626.pdf https://www.dgps.de/fileadmin/user_upload/PDF/Berichte/Bericht_AMWF20230626.pdf https://www.dgps.de/fileadmin/user_upload/PDF/Berichte/Bericht_AMWF20230626.pdf https://www.dgps.de/fileadmin/user_upload/PDF/Berichte/Bericht_AMWF20230626.pdf https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000562 https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000616 https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000616 https://doi.org/10.5281/zenodo.5520751 https://doi.org/10.5281/zenodo.5520751 https://doi.org/10.5281/zenodo.5520751 https://doi.org/10.31234/osf.io/x9wfs https://doi.org/10.31234/osf.io/x9wfs https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000378 https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000378 https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000723 https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000723 https://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/Kommissionen/Nachwuchs/Ze-Phir_2023-2_web.pdf https://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/Kommissionen/Nachwuchs/Ze-Phir_2023-2_web.pdf https://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/Kommissionen/Nachwuchs/Ze-Phir_2023-2_web.pdf https://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/Kommissionen/Nachwuchs/Ze-Phir_2023-2_web.pdf https://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/Kommissionen/Nachwuchs/Ze-Phir_2023-2_web.pdf https://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/Kommissionen/Nachwuchs/Ze-Phir_2023-2_web.pdf https://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/Kommissionen/Nachwuchs/Ze-Phir_2023-2_web.pdf https://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/Kommissionen/Nachwuchs/Ze-Phir_2023-2_web.pdf https://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/Kommissionen/Nachwuchs/Ze-Phir_2023-2_web.pdf https://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/Kommissionen/Nachwuchs/Ze-Phir_2023-2_web.pdf https://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/Kommissionen/Nachwuchs/Ze-Phir_2023-2_web.pdf https://www.dzhw.eu/pdf/pub_fh/fh-201215.pdf https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000569 https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000569 https://doi.org/10.1038/s41562-022-01508-2 https://doi.org/10.1038/s41562-022-01508-2 https://doi.org/10.17605/OSF.IO/CDFWH https://doi.org/10.17605/OSF.IO/CDFWH https://doi.org/10.17605/OSF.IO/CDFWH https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000377 https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000377 mailto:matthias.sperl@uni-siegen.de mailto:matthias.sperl@uni-siegen.de mailto:matthias.sperl@uni-siegen.de mailto:matthias.sperl@uni-siegen.de https://doi.org/10.1026/0033-3042/a000729 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0