Das Potenzial offener Listen für die Wahl von Frauen zum Bundestag : Ergebnisse eines Survey-Experiments

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Erschienen in
Politische Vierteljahresschrift. Springer. 2022, 63(3), pp. 441-468. ISSN 0032-3470. eISSN 1862-2860. Available under: doi: 10.1007/s11615-022-00412-8
Zusammenfassung

Frauen sind im Bundestag unterrepräsentiert, insbesondere unter Parteien in und rechts der Mitte. Quotenregeln als vieldiskutierte Lösung greifen jedoch stark in die Freiheiten von Parteien, Kandidatinnen und Wählerinnen ein. Die Option offener Wahllisten hingegen findet wenig Aufmerksamkeit, obwohl sie verfassungsrechtliche Grundsatzprobleme vermeiden würde. Wir untersuchen daher, wie viele Wählerinnen und wie viele Wähler – insgesamt und nach Partei – in Deutschland auf offenen Listen für Kandidatinnen stimmen würden. Theoretisch erwarten wir, dass insbesondere Wählerinnen, Wählerinnen linker Parteien und Wählerinnen mit hoher Themensalienz bezüglich Geschlechtergerechtigkeit Präferenzen für Kandidatinnen ausdrücken. Zudem erwarten wir, dass Wählerinnen ungleich besetzte Listen tendenziell in Richtung Parität ausgleichen. Unser Forschungsdesign basiert auf einem Online-Umfrageexperiment (N=2640) mit einer quotenrepräsentativen Stichprobe der deutschen Wahlbevölkerung. Befragte wählten zwischen Listen der im Bundestag vertretenen Parteien, mit je vier fiktiven Kandidatinnen. Der Frauenanteil auf jeder Liste variierte zufällig zwischen 25 und 75 %, ebenso ob Listen geschlossen oder offen präsentiert wurden. Wir zeigen, dass Wähler wie Wählerinnen das Kandidatinnengeschlecht gemäß oben genannter theoretischer Erwartungen in ihre Wahlentscheidung einfließen lassen. Unsere Ergebnisse lassen damit vermuten, dass Kandidatinnen aufgrund ihres Geschlechts wohl insgesamt kaum benachteiligt würden, es aber Subgruppen in der Bevölkerung gibt, die sich bewusst für männliche Politiker entscheiden (Wähler der FDP, Wählerinnen der AfD). Insgesamt zeigt unser Beitrag, dass offene Listenwahlsysteme es Wählerinnen nicht nur ermöglichen, ihre Präferenzstimme im Sinne von Geschlechterrepräsentation einzusetzen, sondern dass Wählerinnen diese Möglichkeit auch nutzen. Hervorzuheben ist dabei auch die Tendenz, dass Wählerinnen über Parteielektorate hinweg ungleiche Listenvorschläge der Selektorate ausbalancieren. Die Debatte zur Reform des Wahlrechts sollte einer Einführung offener Listen deshalb mehr Beachtung schenken.

Zusammenfassung in einer weiteren Sprache
Fachgebiet (DDC)
320 Politik
Schlagwörter
Wahlsystem, Offene Listen, Deskriptive Repräsentation, Repräsentation von Frauen, Bundestag, Umfrageexperiment
Konferenz
Rezension
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Zitieren
ISO 690RUDOLPH, Lukas, Thomas DÄUBLER, Jan MENZNER, 2022. Das Potenzial offener Listen für die Wahl von Frauen zum Bundestag : Ergebnisse eines Survey-Experiments. In: Politische Vierteljahresschrift. Springer. 2022, 63(3), pp. 441-468. ISSN 0032-3470. eISSN 1862-2860. Available under: doi: 10.1007/s11615-022-00412-8
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