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Selbstbestimmung und forensische Suchtbehandlung : Reflexionen zum Spannungsfeld zwischen Patientenautonomie und dem Präventionsauftrag des § 64 StGB aus psychiatrischer, ethischer und normativer Sicht

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QUERENGÄSSER, Jan, David JANELE, Christian SCHLÖGL, Adelheid BEZZEL, 2022. Selbstbestimmung und forensische Suchtbehandlung : Reflexionen zum Spannungsfeld zwischen Patientenautonomie und dem Präventionsauftrag des § 64 StGB aus psychiatrischer, ethischer und normativer Sicht. In: Der Nervenarzt. Springer. 93(11). ISSN 0028-2804. eISSN 1433-0407. Available under: doi: 10.1007/s00115-021-01254-2

@article{Querengasser2022-11Selbs-56350, title={Selbstbestimmung und forensische Suchtbehandlung : Reflexionen zum Spannungsfeld zwischen Patientenautonomie und dem Präventionsauftrag des § 64 StGB aus psychiatrischer, ethischer und normativer Sicht}, year={2022}, doi={10.1007/s00115-021-01254-2}, number={11}, volume={93}, issn={0028-2804}, journal={Der Nervenarzt}, author={Querengässer, Jan and Janele, David and Schlögl, Christian and Bezzel, Adelheid} }

Janele, David Querengässer, Jan Self-determination and forensic addiction treatment : Reflections on the tension between patient autonomy and the preventive function of Sect. 64 of the German Criminal Code (StGB) from a psychiatric, ethical and normative perspective Hintergrund<br />Unter den aktuellen Vorschlägen für die anstehende Reform forensischer Suchtbehandlung gemäß § 64 Strafgesetzbuch (StGB) sticht jener der DGPPN als der weitreichendste hervor. Darin wird u. a. gefordert, die Anordnung der Maßregel von der Zustimmung des Angeklagten und der regelmäßigen und freiwilligen Demonstration seiner Behandlungsbereitschaft abhängig zu machen. Vor der Behandlung in einer „forensischen Klinik für Abhängigkeitserkrankungen“ solle der Betreffende verlässlich an suchtspezifischen Behandlungsangeboten im Haftsetting teilnehmen.<br /><br />Ziel der Arbeit<br />Eine kritische Reflexion der zentralen Annahmen und Implikationen dieses Reformvorschlages hinsichtlich Therapiemotivation und Selbstbestimmungsrecht sowie -fähigkeit.<br /><br />Material und Methoden<br />Aus psychiatrischer, medizinethischer und juristisch-normativer Perspektive werden diese analysiert und diskutiert.<br /><br />Ergebnisse und Diskussion<br />Eine Haftanstalt erscheint weder hinsichtlich Setting noch Ressourcen als geeigneter Ort für die motivational kritischen Phasen einer (probatorischen) Suchtbehandlung. Der Ansatz, es solle nur derjenige in den „Vorteil“ einer forensischen Entwöhnungstherapie kommen, der seine Motivation zuvor in Wort und Tat demonstriert hat, würde der Komplexität der Substanzgebrauchsstörung nicht gerecht und zu einer Überbewertung des ohnehin schwer zu fassenden Begriffs der Therapiemotivation im Kontext dieser Störung führen. Auch aus ethischer Sicht erscheint Selbstbestimmungsfähigkeit bei forensischen Suchtpatienten konzeptuell wie empirisch zu wenig untersucht, um einen solch weitreichenden Ansatz zu rechtfertigen. Auf normativer Ebene würde durch die Neuregelung ein wirksames spezialpräventives Instrument aus der Hand gegeben und ein Ungleichgewicht im Sanktionengefüge geschaffen. Querengässer, Jan Selbstbestimmung und forensische Suchtbehandlung : Reflexionen zum Spannungsfeld zwischen Patientenautonomie und dem Präventionsauftrag des § 64 StGB aus psychiatrischer, ethischer und normativer Sicht deu Bezzel, Adelheid Schlögl, Christian Bezzel, Adelheid 2022-01-26T07:41:20Z Schlögl, Christian 2022-11 Janele, David 2022-01-26T07:41:20Z

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