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Trabantenfiguren – Ewige Mitläufer? : Die Confidente OEnone in Jean Racines Phèdre im Spannungsfeld von Funktion und Emanzipation

Trabantenfiguren – Ewige Mitläufer? : Die Confidente OEnone in Jean Racines Phèdre im Spannungsfeld von Funktion und Emanzipation

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BÜHRICHEN, Lena, 2019. Trabantenfiguren – Ewige Mitläufer? : Die Confidente OEnone in Jean Racines Phèdre im Spannungsfeld von Funktion und Emanzipation [Bachelor thesis]. Konstanz: Universität Konstanz

@mastersthesis{Buhrichen2019Traba-53638, title={Trabantenfiguren – Ewige Mitläufer? : Die Confidente OEnone in Jean Racines Phèdre im Spannungsfeld von Funktion und Emanzipation}, year={2019}, address={Konstanz}, school={Universität Konstanz}, author={Bührichen, Lena} }

deu terms-of-use Trabantenfiguren – Ewige Mitläufer? : Die Confidente OEnone in Jean Racines Phèdre im Spannungsfeld von Funktion und Emanzipation 2021-05-11T08:18:12Z Die literaturwissenschaftliche Arbeit untersucht mit Blick auf die Rolle und die Funktion des Figurentypus der Confidente sowie die ihr zugeordnete Hauptfigur in Racine’s Phädra-Tragödie von 1677 eine der zentralen Figurenrelationen der klassizistischen Tragödie.<br />Die immer schon an das Zentrum der Hauptfigur gekoppelten, jedoch stets im peripheren Randbereich angesiedelten Confidentes als Vertraute, umkreisen ihre Hauptfiguren trabantenartig und erfüllen wesentliche dramaturgische Funktionen, vor denen sich die Hauptfigur perspektivisch vertiefen und profilieren kann. In Racines Tragödie zeigt sich in dieser grundsätzlich funktional fest umrissenen figürlichen Symbiose ein Beunruhigungspotenzial in der Beziehung zwischen der Hauptfigur Phädra zu ihrer Vertrauten, der Amme Oenone.<br />Die Arbeit folgt vor dieser figürlichen Fokussierung der These, dass die Amme weit über die Grenzen einer herkömmlichen Confidente hinaus Aufgaben übernimmt, die ihre passiven rollenspezifischen Handlungsbefugnisse übersteigen und die sie zu einer eminent handlungstreibenden Figur machen. In der im höfischen Absolutismus entstandenen Tragödie nähert sich die Peripherie so dem tragischen Zentrum an.<br />Das Zentrum der souveränen Hauptfigur, das versucht die Arbeit zu zeigen, scheitert an den eigenen Idealen und der eigenen Idealisierung und bewegt sich so am Rande der eigenen Ansprüche und der normativen Vorgaben des zeitgenössischen klassischen Theaters nach gesellschaftlicher Schicklichkeit (bienséance) und Wahrscheinlichkeit (vraisemblance).<br />Auf der anderen Seite eignet sich Oenone, die als Vertreterin einer politischen Arkanlogik fassbar gemacht wird, durch Intrigenhandlungen selbstständig Handlungsmacht an und erschließt sich eine politisch bedeutsame Handlungsdomäne, die die Hauptfigur des Souveräns nicht mehr ausfüllen kann.<br />Die Confidente gleicht damit ein entstehendes Defizit der Hauptfigur aus, dass in der Arbeit mit den Thesen Auerbachs und Matzats im Kontext der Rolle der Affekte des höfischen Publikums, la cour et la ville, im 17. Jahrhundert betrachtet wird. Vor dem Hintergrund eines zerfallenden kohärenten Figurenselbst des Souveräns konstituiert sich die Nebenfigur so als prothetische Ergänzung zur Hauptfigur. 2019 2021-05-11T08:18:12Z Bührichen, Lena Bührichen, Lena

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