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Evaluation in öffentlichen Dienstleistungsorganisationen : eine empirische Untersuchung zur Entstehung des Publikumsurteils im Musiktheater

Evaluation in öffentlichen Dienstleistungsorganisationen : eine empirische Untersuchung zur Entstehung des Publikumsurteils im Musiktheater

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Prüfsumme: MD5:4d6120ae54ec6fbdf66f6ec93650992a

JOBST, Johanna, 2007. Evaluation in öffentlichen Dienstleistungsorganisationen : eine empirische Untersuchung zur Entstehung des Publikumsurteils im Musiktheater [Master thesis]

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2011-03-24T10:09:53Z deu application/pdf Jobst, Johanna Seit den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wandelten sich das Verständnis und die Organisation öffentlicher Leistungen nach einer verstärkten Debatte über Qualität und Qualitätssicherung im öffentlichen Sektor. In Deutschland führte dies zu Reformen, die unter dem Begriff Neues Steuerungsmodell bekannt wurden und die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung zum Ziel hatten. Als ein Teil davon ist auch die deutsche Theaterlandschaft betroffen und die Notwendigkeit einer Evaluation ist unumstritten. Sie wird jedoch von zwei Seiten her erheblich erschwert: So sind weder Qualitätskonzepte für den For-Profit-Bereich noch solche für Non-Profit-Organisationen für eine Übertragung auf öffentliche Theater geeignet. Dazu kommt, dass weder die Substanz künstlerischer Qualität im Theater als eindeutig definierbar gilt noch Einigkeit über die Kriterien einer Bewertung herrscht. Immerhin existieren Kriterien für die Beschreibung und Bewertung künstlerischer Qualität sowie Operationalisierungsvorschläge, die die künstlerische Qualität jedoch zumeist nicht direkt, sondern über Umwege messen. Doch dies wird sowohl von den Theatern selbst als auch in der Theorie als problematisch angesehen, so dass ein valides und reliables Instrument zur Erfassung künstlerischer Qualität im Theater nach wie vor fehlt. Die vorliegende Arbeit bezieht sich auf Qualität im Musiktheater. Da es wegen seiner Kombination von musikalischen und szenischen bzw. darstellerischen Aspekten als die komplexeste Form darstellender Kunst gilt, erscheint diese Beschränkung auf eine Sparte nicht als inhaltliche Verkürzung.<br />Das erste Konzept zur künstlerischen Qualität im Musiktheater entwirft Boerner (2002), die zwischen Profilqualität und Interpretationsqualität differenziert. Erste empirische Untersuchungen zur Interpretationsqualität im Musiktheater kommen von Moser (2005), Renz (2006) und Boerner et al. (in Druck). Der erste Teil der vorliegenden Arbeit dient der Validierung des dabei entwickelten Fragebogens zur Erfassung des Rezipientenurteils über die künstlerische Qualität im Musiktheater. Dazu wird der Fragebogen anhand der bisherigen Ergebnisse modifiziert und in einer weiteren Erhebung eingesetzt. Es soll untersucht werden, welche Aspekte einer Aufführung vom Publikum bei der Bewertung unterschieden werden und mit welcher Gewichtung sie in das Gesamturteil über die künstlerische Qualität eingehen. Darüber hinaus stehen Unterschiede zwischen Laien und Experten im Fokus. In einem zweiten Schritt wird die Entstehung des Gesamturteils des Publikums über einen Abend in der Oper untersucht. Es wird vermutet, dass neben der künstlerischen Qualität zusätzliche Faktoren wie bspw. die Erfahrung eines Zuschauers, seine Emotionen während der Aufführung sowie situative Rahmenbedingungen die Rezeption einer Musiktheateraufführung beeinflussen. Dazu werden nach theoretischen Überlegungen zusätzliche Konstrukte in den Fragebogen aufgenommen. Auch interessieren Unterschiede zwischen Laien und Experten hinsichtlich des Gesamturteils, ihnen gilt ein weiterer Teil dieser Arbeit.<br />Mit der vorliegenden Arbeit soll ein Beitrag zur Entwicklung eines Instrumentes geleistet werden, welches sowohl Inhalt, Struktur und Konsistenz von Urteilen über die künstlerische Qualität einer Opernaufführung zu erfassen in der Lage ist als auch die Entstehung von Gesamturteilen des Publikums über einen Abend in der Oper erklären kann. Zur Anwendung gekommen könnte ein solches Instrument zu einer nachvollziehbaren Vergabe öffentlicher Mittel an die Theater beitragen, die sich aufgrund der zunehmenden Knappheit öffentlicher Mittel, eines stetig wachsenden Subventionsbedarfs der Theater und eines gesetzlich nur vage definierten öffentlichen Auftrags schwierig gestaltet. Auch zur betriebswirtschaftlichen Diskussion innerhalb der Theater könnte das neu entwickelte Instrument beitragen. So könnten sich diese verstärkt an den Bedürfnissen des Publikums ausrichten, um Subventionskürzungen aufzufangen und sinkenden Besucherzahlen entgegenzuwirken. Selbst ohne im ständigen Zielkonflikt zwischen dem künstlerischen Anspruch, ökonomischen Notwendigkeiten und Wünschen des Publikums letztere zu sehr in den Mittelpunkt zu stellen, kann das zu entwickelnde Instrument verwendet werden. Da nämlich erstmalig auch Aspekte des Publikumsurteils erfasst werden, die über die künstlerische Qualität einer Opernaufführung hinausgehen, könnten durch deren optimale Gestaltung die Besucherzahlen gesteigert werden, ohne den künstlerischen Anspruch zu gefährden. In der Folge könnte die Akzeptanz der Subventionen in der Öffentlichkeit gesteigert werden, wenn nämlich die Theater glaubhaft versichern könnten, sich intensiv für eine Steigerung ihrer Eigeneinnahmen einzusetzen. In der Summe würden diese Maßnahmen die Erfüllung der gesellschaftlichen Funktionen öffentlicher Theater verbessern und längerfristig sicherstellen helfen. Evaluation in öffentlichen Dienstleistungsorganisationen : eine empirische Untersuchung zur Entstehung des Publikumsurteils im Musiktheater 2007 Evaluation in Public Sector Service Organisations. An Empirical Studie of the Development of the Audience's Judgement in the Opera 2011-03-24T10:09:53Z deposit-license Jobst, Johanna

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