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Neurobiologischer Determinismus : Fragwürdige Schlussfolgerungen über menschliche Entscheidungsmöglichkeiten und forensische Schuldfähigkeit

Neurobiologischer Determinismus : Fragwürdige Schlussfolgerungen über menschliche Entscheidungsmöglichkeiten und forensische Schuldfähigkeit

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URBANIOK, Frank, Judith HARDEGGER, Astrid ROSSEGGER, Jérôme ENDRASS, 2006. Neurobiologischer Determinismus : Fragwürdige Schlussfolgerungen über menschliche Entscheidungsmöglichkeiten und forensische Schuldfähigkeit. In: Fortschritte der Neurologie, Psychiatrie. 74(8), pp. 431-441. ISSN 0015-8194. eISSN 1439-3522

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<rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:bibo="http://purl.org/ontology/bibo/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:dcterms="http://purl.org/dc/terms/" xmlns:xsd="http://www.w3.org/2001/XMLSchema#" > <rdf:Description rdf:about="https://kops.uni-konstanz.de/rdf/resource/123456789/37909"> <dcterms:abstract xml:lang="deu">Verschiedene Autoren vertreten aktuell die These, dass strafbares Verhalten generell durch neurobiologische Defizite verursacht sei. Ausgehend von dieser Kausalitätsvermutung und von einer neurobiologischen Kritik am Konzept des freien Willens, wird die These der neurobiologischen Determinierung allen menschlichen Verhaltens gefolgert. Menschen seien daher nicht für ihre Handlungen verantwortlich und darum müsse auch das Schuldprinzip im Strafrecht aufgegeben werden. Vor diesem Hintergrund ist die seit Jahrhunderten geführte Determinismus-Indeterminismus-Kontroverse insbesondere in der Strafrechtswissenschaft neu entbrannt. Bei kritischer Prüfung des aktuellen Forschungsstands wird deutlich, dass die derzeitige Befundlage nicht geeignet ist, irgendwelche allgemeingültigen neurobiologischen Kausalitäten strafbaren Verhaltens oder die These eines absoluten neurobiologischen Determinismus abzuleiten. Auch der Rückgriff auf das Konstrukt allumfassender Determination aller Phänomene im Universum ist weder - wie behauptet - die logische Folge des Kausalprinzips noch empirisch begründet. Methodisch analysiert entzieht es sich der Falsifizierbarkeit und ist darum als nicht empirisch überprüfbare These ein Glaubenssatz, gegen den es zudem plausible Einwände gibt. Damit ist auch die Kritik am freien Willen und noch viel mehr an der menschlichen Verantwortungs- und Schuldfähigkeit in der zum Teil vorgebrachten Weise haltlos. Für die Schuldfähigkeitsbeurteilung bleibt daher das Prinzip relativer Determinierung, also die Bestimmung des Determinierungsgrades potenziell schuldvermindernder persönlichkeitsbezogener Faktoren und damit die konkrete Verhaltensbeobachtung und Verhaltensanalyse ein zentraler und folgerichtiger Ansatzpunkt. Zusammenfassend sind die von einigen Autoren vorgetragenen Thesen der vollständigen neurobiologischen Determination menschlichen Verhaltens und der darauf gründenden Unmöglichkeit individueller Verantwortung und individueller Schuld durch mangelnde empirische Grundlagen einerseits und durch methodische Missverständnisse andererseits gekennzeichnet.</dcterms:abstract> <dc:date rdf:datatype="http://www.w3.org/2001/XMLSchema#dateTime">2017-03-08T10:39:40Z</dc:date> <dc:creator>Endrass, Jérôme</dc:creator> <dc:contributor>Hardegger, Judith</dc:contributor> <dc:language>deu</dc:language> <dcterms:alternative>Neurobiological Determinism : Questionable Inferences on Human Freedom of Choice and Forensic Criminal Responsibility</dcterms:alternative> <dc:creator>Rossegger, Astrid</dc:creator> <dc:creator>Hardegger, Judith</dc:creator> <dcterms:available rdf:datatype="http://www.w3.org/2001/XMLSchema#dateTime">2017-03-08T10:39:40Z</dcterms:available> <dc:contributor>Rossegger, Astrid</dc:contributor> <bibo:uri rdf:resource="https://kops.uni-konstanz.de/handle/123456789/37909"/> <dcterms:issued>2006-10</dcterms:issued> <dc:contributor>Endrass, Jérôme</dc:contributor> <dcterms:title>Neurobiologischer Determinismus : Fragwürdige Schlussfolgerungen über menschliche Entscheidungsmöglichkeiten und forensische Schuldfähigkeit</dcterms:title> <dc:creator>Urbaniok, Frank</dc:creator> <dc:contributor>Urbaniok, Frank</dc:contributor> </rdf:Description> </rdf:RDF>

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