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Repräsentationen des kulturell "Fremden" zwischen Schrift und Film : Ethnographie, Visualität und die frühen Filme Trinh T. Minh-has als ästhetische Verfremdung des Wissenschaftsdiskurses

Repräsentationen des kulturell "Fremden" zwischen Schrift und Film : Ethnographie, Visualität und die frühen Filme Trinh T. Minh-has als ästhetische Verfremdung des Wissenschaftsdiskurses

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KLÖPPING, Susanne, 2004. Repräsentationen des kulturell "Fremden" zwischen Schrift und Film : Ethnographie, Visualität und die frühen Filme Trinh T. Minh-has als ästhetische Verfremdung des Wissenschaftsdiskurses [Dissertation]. Konstanz: University of Konstanz

@phdthesis{Klopping2004Repra-3607, title={Repräsentationen des kulturell "Fremden" zwischen Schrift und Film : Ethnographie, Visualität und die frühen Filme Trinh T. Minh-has als ästhetische Verfremdung des Wissenschaftsdiskurses}, year={2004}, author={Klöpping, Susanne}, address={Konstanz}, school={Universität Konstanz} }

application/pdf Klöpping, Susanne deu 2004 Repräsentationen des kulturell "Fremden" zwischen Schrift und Film : Ethnographie, Visualität und die frühen Filme Trinh T. Minh-has als ästhetische Verfremdung des Wissenschaftsdiskurses 2011-03-23T13:48:14Z 2011-03-23T13:48:14Z deposit-license Klöpping, Susanne In der vorliegenden Arbeit wird die Rolle der Medien Schrift und Film für die Repräsentation des 'Fremden' im ethnographischen Diskurs untersucht.<br />Anhand der Lektüren von 'klassischen' ethnographischen Texten (Bronislaw Malinowski, Claude Lévi-Strauss, Clifford Geertz) und der Argumentationslinien der jüngeren Writing Culture-Debatte wird verdeutlicht, inwiefern die Formen von Rationalität, die den Diskurs der Ethnographie fundieren, mit dem Medium Schrift und der abendländischen Schriftkultur verbunden sind. Auf diese Weise wird deutlich, dass in der klassischen Ethnographie, die vor allem schriftlose Gesellschaften untersucht, zwei verschiedene Kulturen auch in ihren unterschiedlichen medialen Organisationen und mit den damit verbundenen Denkkonzepten und Formen von Rationalität und Selbstrepräsentation aufeinandertreffen. Ebenso zeigt sich eine zunehmende Problematisierung des Mediums Schrift und seiner Effekte für die ethnographische Repräsentation.<br />Vor diesem medientheoretischen Hintergrund werden die wichtigsten Entwicklungen des ethnographischen Films nachgezeichnet. Denn der Film steht in dieser Hinsicht in einem kulturellen und selbst medialen Kontext: Das Medium kann nicht abgelöst von dem kulturgeschichtlichen Zusammenhang mit der westlich-abendländischen Schriftkultur betrachtet werden, aus der es hervorgegangen ist.<br />Der Film kann auf der einen Seite als "heißes" Medium, als das ihn der Medientheoretiker Marshall McLuhan bestimmt, als eine Fortführung der Schrift betrachtet werden, das bestimmte Effekte der Literalität übernimmt und entsprechend die Repräsentation des 'Fremden' nach literalen Parametern organisiert.<br />Gleichzeitig wird der Film aber gerade im Zusammenhang seines Gebrauchs in der Ethnographie sozusagen 'entmedialisiert', insofern er mit einer bedeutungstransparenten Speicherung vorfilmischer Realität und einem 'unmittelbaren' Zugang zum 'Forschungsobjekt' verbunden wird.<br />Daran anschließend werden die beiden ersten Filme der amerikanisch-vietnamesischen Filmemacherin und Theoretikerin Trinh T. Minh-ha, REASSEMBLAGE (Senegal 1982) und NAKED SPACES - LIVING ROUND (West-Afrika 1985) untersucht. Indem beide Filme nicht-westliche Gesellschaften darstellen und von einer Beobachterin von 'außen', aus einem anderen Kulturkreis, gedreht sind, nehmen sie eine klassische Anordnung des ethnographischen Films auf.<br />Anhand der Analyse einzelner Sequenzen wird verdeutlicht, wie speziell diese beiden Filme Trinhs, im Zusammenhang des ethnographischen Diskurses gesehen, den Gebrauch des Mediums Film für die Repräsentationen 'fremder' Kulturen durch ihren eigenen Einsatz filmischer Verfahrensweisen in den Blick rücken und auf Blickstrukturen, Visualität und die visuellen, oder besser: visualistischen, Grundlagen der modernen Ethnographie reflektieren.<br />Durch die anschließende Herstellung einer Verbindung von Trinhs filmischen Verfahrensweisen mit Dziga Vertovs Dokumentarfilmkonzept wird deutlich, dass sich ein Verfahren der Verfremdung in Trinhs Filmen ausmachen lässt, das nicht allein auf die Repräsentationsweisen des ethnographischen Films angewendet wird, sondern auch auf die Verwendung des Mediums Film selbst als 'heißes', schriftgebundenes und visuelles Medium. Dies geschieht sowohl bei Trinh als auch bei Vertov über ihren spezifischen Einsatz von Ton und Akustik in ihren Filmen, darüber hinaus aber auch, indem Strukturen der Oralität in die Filme aufgenommen werden.<br />In Bezug auf Trinhs Filme bedeutet dies, dass ihre verfremdenden Verfahrensweisen auf der einen Seite die visualistisch geprägten Grundlagen der wissenschaftlichen Repräsentation des Anderen subvertieren, dass sie auf der anderen Seite versuchen, Strukturmerkmale des 'Gegenstandes' in die Struktur der Filme aufzunehmen und damit eine eigene Form der Repräsentation zu entwickeln, die im übrigen vollständig an das Medium Film mit allen seinen kulturellen Implikationen gebunden ist. Representations Of The 'Other' Between Writing And Film: Ethnography, Visuality And The Early Films Of Trinh T. Minh-ha As Aesthetical Alienation Of Scientific Discourse

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