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Die Effekte von Leistungszielen auf Schüleremotionen : Eine Experience-Sampling-Studie

Die Effekte von Leistungszielen auf Schüleremotionen : Eine Experience-Sampling-Studie

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GÖTZ, Thomas, Fabio STICCA, Kou MURAYAMA, Andrew J. ELLIOT, 2015. Die Effekte von Leistungszielen auf Schüleremotionen : Eine Experience-Sampling-Studie. 3. Tagung der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF) 2015. Bochum, 11. Mrz 2015 - 13. Mrz 2015. In: Vortrag auf der 3. Tagung der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF) 2015, Bochum. 3. Tagung der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF) 2015. Bochum, 11. Mrz 2015 - 13. Mrz 2015

@inproceedings{Gotz2015Effek-34748, title={Die Effekte von Leistungszielen auf Schüleremotionen : Eine Experience-Sampling-Studie}, year={2015}, booktitle={Vortrag auf der 3. Tagung der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF) 2015, Bochum}, author={Götz, Thomas and Sticca, Fabio and Murayama, Kou and Elliot, Andrew J.} }

Götz, Thomas 2016-07-09T12:54:17Z Sticca, Fabio Murayama, Kou Götz, Thomas deu Elliot, Andrew J. 2016-07-09T12:54:17Z 2015 Sticca, Fabio Murayama, Kou Die Effekte von Leistungszielen auf Schüleremotionen : Eine Experience-Sampling-Studie Im Rahmen der vorliegenden Studie wurde die Wirkung von Leistungszielen auf Lern- und Leistungsemotionen von Schülerinnen und Schülern untersucht. Die theoretischen Modelle zu diesen Wirkungen beziehen sich ausschließlich auf intraindividuelle Mechanismen, d.h. auf Mechanismen innerhalb von Personen – unter Bezugnahme auf intraindividuelle Heterogenität (z.B. Linnenbrink & Pintrich, 2002; Pekrun, Elliot & Maier, 2009). Fast alle empirischen Studien zu diesem Thema haben jedoch interindividuelle Beziehungen, d.h. Beziehungen zwischen Personen untersucht – unter Bezugnahme auf interindividuelle Heterogenität. Da inter- und intraindividuelle Zusammenhänge jedoch statistisch völlig unabhängig voneinander sind (basierend auf intra- vs. interindividuellen Verteilungen; Molenaar, 2004) müssen Analysen auf interindividueller Ebene mit dem Ziel einer Testung von Hypothesen, die sich auf intraindividuelle Mechanismen beziehen, als höchst problematisch bezeichnet werden.<br /><br />Die vorliegende Studie greift diese Unverbundenheit von Theorien und empirischer Forschung auf. Hierzu wurden sowohl inter- als auch intraindividuelle Zusammenhänge zwischen den im trichotomen Modell der Zielorientierung formulierten Konstrukten (Mastery Goals, Performance-Approach Goals, Performance-Avoidance Goals; Quelle: Achievement Goals Questionnaire (AGQ); Elliot & McGregor, 2001) und sechs Lern- und Leistungsemotionen (Freude, Stolz, Angst, Scham, Ärger, Langeweile; Quelle: Achievement Emotions Questionaire (AEQ), Pekrun, Goetz, Frenzel, Barchfeld & Perry, 2011) untersucht. Die Annahmen zu den Zusammenhängen basierten auf einem von Pekrun, Elliot und Maier (2006, 2009) entwickelten theoretischen Modell, in welchem Lern- und Leistungsemotionen im Hinblick auf ihre Valenz (positiv vs. negativ), als auch im Hinblick auf ihren Fokus (Handlung vs. Ergebnis) unterschieden werden. Die Stichprobe bestand aus N = 120 Schweizer Schülerinnen und Schülern der 10. Jahrgangsstufe (37% weiblich). Um interindividuelle Mechanismen zu untersuchen (Trait-Ansatz), wurden Ziele und Emotionen anhand von Selbstbericht-Fragebögen erfasst. Für die Analyse intraindividueller Beziehungen (State-Ansatz) wurden Ziele und Emotionen anhand der Experience-Sampling-Methode (Hektner, Schmidt & Csikszentmihalyi, 2007) für einen Zeitraum von 10 Schultagen im regulären Schulunterricht erfasst (insgesamt 1409 Real-Time-Erhebungen; Hardware: iPod Touch 4G; Experience-Sampling-Software: iDialog Pad; Kubiak & Krog, 2012). Sowohl beim State- als auch beim Trait-Ansatz wurden die Daten in vier unterschiedlichen Schulfächern erhoben, nämlich in Mathematik, Deutsch, Englisch und Französisch.<br /><br />Vorausgehende Analysen zeigten einige bemerkenswerte Befunde. Das Muster an Korrelationen zwischen den untersuchten Variablen unterschied sich zum Teil gravierend bei den inter- versus intraindividuellen Analysen. So konnten beispielsweise Performance-Approach Goals und Performance-Avoidance Goals auf intraindividueller Ebene deutlich besser voneinander getrennt werden (r = .48), als auf interindividueller Ebene (r = .86). Mehrebenenanalysen zur Heterogenität der Daten auf intraindividueller Ebene zeigten für den State-Ansatz (Erhebungen innerhalb von Personen), dass die Intraklassenkorrelationen (ICCs) für Leistungsziele und Lernund Leistungsemotionen sehr ähnlich und relativ schwach waren ([.257; .332] für Ziele; ([.204; .325] für Emotionen). D.h., der größte Anteil der Varianz resultierte für beide Konstrukte aus situationsbedingten Fluktuationen innerhalb von Personen. Bezüglich der zentralen Hypothesen waren die Ergebnisse der State-Analysen (intraindividuelle Mechanismen) im Einklang mit den theoretischen Annahmen: Mastery-Goals zeigten positive Effekte auf Freude und negative Effekte auf Langeweile und Ärger; Performance-Approach Goals waren positive Prädiktoren von Stolz; und Performance-Avoidance Goals zeigten positive Effekte auf Angst und Scham. Ein zentrales Ergebnis der Studie war auch, dass die Ergebnisse der Trait-Analysen (interindividuelle Beziehungen) mit denen der State-Analysen völlig übereinstimmten, d.h. ebenfalls die Hypothesen bestätigten. Die Ergebnisse beider Ansätze waren auch bei statistischer Kontrolle von Geschlecht, Alter, Noten und untersuchtem Unterrichtsfach stabil.<br /><br />Möglichkeiten einer Integration inter- und intraindividueller Forschungsparadigmen zu Leistungszielen und Emotionen sowie Implikationen für die unterrichtliche Praxis werden diskutiert. Das Wissen zu intraindividuellen Mechanismen ist eine Voraussetzung für die Entwicklung von Interventionsprogrammen (Goetz et al., 2013; Voelkle, Brose, Schmiedek und Lindenberger, 2014). Somit kann die vorliegende Studie einen Beitrag zur Entwicklung von Lernumgebungen leisten, welche einerseits Emotionen begünstigen, die Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern zielgerichtet fördern und andererseits Emotionen reduzieren, die solchen Prozessen hinderlich sind. Elliot, Andrew J.

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