The Nature of Qualia : A Neurophilosophical Analysis

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SOUSA, Carlos E. B. de, 2009. The Nature of Qualia : A Neurophilosophical Analysis

@phdthesis{Sousa2009Natur-3426, title={The Nature of Qualia : A Neurophilosophical Analysis}, year={2009}, author={Sousa, Carlos E. B. de}, address={Konstanz}, school={Universität Konstanz} }

Das Problem des Bewusstseins ist traditionell eine philosophische Fragestellung, die sich darauf bezieht, wie das Gehirn qualitative Zustände hervorbringen kann, die singulär, privat und subjektiv sind. Solche qualitativen Zust¨ande werden als "Qualia" bezeichnet. Sie werden gemeinhin als ein Problem für neurowissenschaftliche Theorien des Bewusstseins angesehen. Dualistische Philosophen behaupten, Qualia seien nicht auf Gehirnzustände reduzierbar, weil Qualia nichtphysikalische Eigenschaften seien, die im Rahmen bewusster Erfahrungen zustande kämen. Funktionalistische und physikalistische Theorien hingegen halten Bewusstsein für eine Leistung des Gehirns. Dualisten kritisieren Funktionalismus und Physikalismus, indem sie darauf hinweisen, dass in deren Erklärungen die Qualia nicht vorkommen. Egal wie vollständig eine physikalistische und funktionalistische Erklärung ist - da sie in der Dritte-Person-Perspektive verfasst ist, werde sie niemals qualitative Zustände erfassen können. Bis vor Kurzem wurde die Bewusstseinsdebatte durch diesen Kritikpunkt blockiert. Neue Erkenntnisse aus den kognitiven Neurowissenschaften<br />deuten jedoch darauf hin, dass Bewusstsein ein Resultat mehrerer miteinander verschränkter Gehirnmechanismen ist. Genauer gesagt werden bewusste Ereignisse von Verbänden neuronaler Netzwerke hervorgebracht, die sich hauptsächlich in der Gehirnrinde befinden. Entgegen dualistischen wie physikalistischen/funktionalistischen Theorien argumentiert dieser Text für die neurophilosophische Hypothese, dass Qualia auf der Neurobiologie sensorischer Systeme basieren. Bewusstsein ist vor allem ein neurobiologisches Phänomen, ein Produkt evolutionärer Prozesse. Daher muss die Erforschung von Bewusstsein und Qualia diesen biologischen Status berücksichtigen. Die zentrale Hypothese dieser Dissertation fußt auf mechanistischen neurobiologischen Erklärungen. Weder der Dualismus noch das physikalistische/funktionalistische Programm nehmen den neurobiologischen Bedingtheit des Bewusstseins zur Kenntnis. Die (hier vertretene) Diagnose ist, dass die traditionellen philosophischen Werkzeuge sich mit dem Lösen erkenntnistheoretischer Probleme erschöpfen. Deswegen nehme ich eine neue Perspektive ein, nämlich die der Neurophilosophie, d.h. der Verschmelzung von Neurowissenschaften und Philosophie. Die sich aus dieser neuen Perspektive ergebende Schlussfolgerung ist, dass Qualia sensorische Qualitäten sind, die jedes bewusste Ereignis begleiten. Qualia sind neurobiologische Phänomene, die phänomenologisch auf der Ebene des Bewusstseins erfahren werden. Drei zentrale Makromechanismen sind verantwortlich und notwendig für die Entstehung von Qualia: (1) sensorische Modalitäten, die zwischen Organismen und ihrer Umwelt vermitteln; (2) der "globale neuronale Arbeitsbereich" (Global Neuronal Workspace) zusammen mit Aufmerksamkeitsprozessen (ein Bewusstseinsraum im Gehirn, der von mehreren miteinander verschränkten neuronalen Netzwerken erzeugt wird); und (3) Erinnerungen auswertende Prozesse (Gedächtnis- und Wertungsprozesse), die den Sinnesinformationen spezifische und singuläre Qualitäten aufprägen. Die Emergenz von Qualia auf der Basis dieser drei Makromechanismen nenne ich "dreifache Modulation". Die Instanziierung von Qualia verdankt sich der Verbindung und Integration dieser neurobiologischen Mechanismen. Ohne sie wäre es unmöglich, Qualia zu erleben. Die Hypothese der Dreifacher Modulation wird von verschiedenen neurowissenschaftlichen Befunden gestützt und kann empirisch überprüft werden. Eine Schlussbemerkung besagt, dass die Mechanismen, die an der Erzeugung von Qualia beteiligt sind, das Produkt evolutionärer Prozesse sind und Organismen dazu befähigen, relevante Informationen aus ihrer unmittelbaren Umgebung aufzunehmen. Bewusstsein ist mit Qualia verbunden, weil bei jeder bewussten Erfahrung spezifische Qualitäten präsent sind. Qualia sind keine besonderen Eigenschaften oder nichtphysikalischen Aspekte des Gehirns, sondern eine evolutionäre Reaktion auf Umweltzwänge, d.h. neurobiologische Mechanismen zum Erkennen von Veränderungen in der inneren und der äußeren Umwelt. 2011-03-23T13:46:17Z deposit-license Sousa, Carlos E. B. de Sousa, Carlos E. B. de 2011-03-23T13:46:17Z deu application/pdf 2009 The Nature of Qualia : A Neurophilosophical Analysis

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