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Text- Dessous : Der Skandalautor Leopold von Sacher-Masoch und die Kategorie der Perversion in "Die Liebe Des Plato"

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GRÖNER, Carina Ulrika, 2014. Text- Dessous : Der Skandalautor Leopold von Sacher-Masoch und die Kategorie der Perversion in "Die Liebe Des Plato". In: ANDREA BARTL ..., , ed.. Skandalautoren : zu repräsentativen Mustern literarischer Provokation und Aufsehen erregender Autorinszenierung ; Band 1. Würzburg:Königshausen & Neumann, pp. 283-300. ISBN 978-3-8260-5530-0

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Gröner, Carina Ulrika deu Text- Dessous : Der Skandalautor Leopold von Sacher-Masoch und die Kategorie der Perversion in "Die Liebe Des Plato" 2015-03-20T07:30:06Z 2015-03-20T07:30:06Z 2014 Gröner, Carina Ulrika Der österreichische Autor Leopold von Sacher- Masoch ist heutzutage weitgehend unbekannt. Mitte des 19. Jahrhunderts aber war er ein viel gelesener Autor, dessen Novelle Venus im Pelz ihn schliesslich zu einem Skandalautoren machte, nicht zuletzt wegen eines öffentlich ausgefochtenen . Das war nicht dem Text selbst, sondern einem Mechanismus zu verdanken, der Lediglich ein Teil seines Namens ist in dem Wort "Masochismus" als Bezeichnung für eine sexuelle Perversion im kulturellen Gedächtnis erhalten geblieben. Auch Homosexualität wurde um 1900 als Perversion kategorisiert und oft als physische Krankheit zum Beispiel mit heiss- kalten Wechselbädern behandelt.<br />In seiner Novelle Die Liebe des Plato (1869) thematisiert Leopold von Sacher- Masoch die gleichgeschlechtliche Liebe und schreibt dabei seinem Text zwei Bedeutungseben ein, die eng mit dem im Titel repräsentierten Paratext, dem Symposion von Platon verbunden sind: Einerseits eine äussere Ebene, welche die Platonische Liebe als rein asexuelle, geistige Liebe definiert, andererseits eine nur in homosexuellen Kreisen bekannte versteckte Ebene, die Platon als Referenztext für homosexuelle Liebe liest.<br />Im Verlauf der Novelle dekonstruiert der Text jedoch beide Bedeutungsebenen der Platonischen Liebe und stellt damit gleichzeitig die moralische Kategorisierung der gleichgeschlechtlichen Liebe als "Perversion" selbst in Frage. Der Text entlarvt damit die moralische Kategorie der Perversion als kulturelles Konstrukt und stellt ihre Gültigkeit in Frage. Als Abschluss löst die Novelle die Kategorisierung der gleichgeschlechtlichen Liebe als Perversion durch eine modernen Sichtweise in Form einer rhetorischen Umwertung an. Homosexualität wird somit nicht mehr als "Perversion", als Krankheit des Körpers begreifbar, sondern als "Naturgewalt", als eine natürlich vorkommende sexuelle Orientierung des Menschen, die nicht mehr zwangsläufig der moralischen Kategorisierung unterliegt.

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