Evaluation der Videotherapie bei Patienten mit Schlaganfall

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Prüfsumme: MD5:928467c0e6b63b3bf9d2556de4f9f0d3

NEDELKO, Violetta, 2012. Evaluation der Videotherapie bei Patienten mit Schlaganfall

@phdthesis{Nedelko2012Evalu-21185, title={Evaluation der Videotherapie bei Patienten mit Schlaganfall}, year={2012}, author={Nedelko, Violetta}, address={Konstanz}, school={Universität Konstanz} }

Evaluation der Videotherapie bei Patienten mit Schlaganfall 2013-01-16T11:55:10Z deu Nedelko, Violetta Nedelko, Violetta deposit-license 2013-01-16T11:55:10Z 2012 Spätestens seit der Entdeckung der Spiegelneurone wird Bewegungsbeobachtung als Neuromodulator in der neurologischen Rehabilitation propagiert (Binkofski et al., 2004; Buccino et al., 2006; Pomeroy et al., 2005). Erste Ansätze zur Nutzung des Spiegelneuronensystems (SNS) für zusätzliche therapeutische Effekte z. B. bei Schlaganfallpatienten erfolgten u. a. im Rahmen der Videotherapie. Dabei handelt es sich um ein Therapieverfahren, bei dem die konzentrierte Beobachtung von alltagsrelevanten Bewegungen mit deren aktivem Üben abgewechselt wird (Ertelt et al., 2007). Das Ziel dieser Studie war es, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über Nutzen und Wirkungsweise eines sechswöchigen heimbasierten Videotrainings auf motorische Fertigkeiten anhand verschiedener multidimensionaler Variablen zu gewinnen.<br /><br />Ferner sollten die zugrundeliegenden zentralen Reorganisationsprozesse mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) untersucht werden.<br />An der vorliegenden zweifach kontrollierten klinischen Längsschnitt-Studie nahmen insgesamt 56 Schlaganfallpatienten mit einer behandlungsbedürftigen Handparese teil. Davon floßen 39 Datensätze in die fMRT-Auswertung ein. Die Patienten wurden randomisiert einer der drei Gruppen zugewiesen.<br /><br />Die Teilnehmer der Video-Gruppe übten sechs Wochen lang täglich ca. eine Stunde anhand von Videos. In der Text-Gruppe erfolgte die Instruktion der Übungen schriftlich anhand einer Stichwortliste. Eine Kontrollgruppe von Patienten, die sogenannte "usual care"-Gruppe, führte kein spezifisches Training durch. Vor und nach dem Training wurden die Patienten untersucht sowie ein fMRT durchgeführt.<br /><br />Es wurden standardisierte motorische Tests und Skalen zur Selbst- und Fremdbeurteilung der Qualität und Quantität der Beeinträchtigungen durch den Schlaganfall, der Motorik und der Bewegungsvorstellung verwendet. Bei der fMRT-Untersuchung bekamen die Probanden Hand-Objekt-Interaktionen dargeboten. Diese schauten sie entweder in Form von statischen Bildern an, oder sie beobachteten Bewegungsvideos (obs), und sollten sich diese gleichzeitig vorstellen (ima).<br /><br /><br />Beide übende Verfahren (Video- und Text-Gruppe) haben sich als wirksamer gegenüber der Kontrollgruppe ohne besondere Intervention erwiesen. Dies zeigen sowohl die subjektiven Angaben der Patienten in den beiden Fragebögen (Motor Activity Log, MAL und Stroke Impact Scale, SIS), als auch der objektive motorische Test, der Nine Hole Peg Test (NHPT). Die SIS spricht sogar für die bessere Wirksamkeit des Videotrainigs im Vergleich zur Text-Gruppe.<br /><br /><br />Im fMRT zeigten die drei Gruppen ein relativ ähnliches Aktivierungsmuster bei der PRE- und POST-Messung während der Bewegungsbeobachtung und der Bewegungsvorstellung. Die Berechnung der Aktivierungsunterschiede zwischen den beiden Messzeitpunkten ergab in der "usual care"-Gruppe keinerlei Veränderungen. In der Text-Gruppe nahm die Aktivität im kontraläsionalen präfrontalen Kortex (PFC) ab. In der Video-Gruppe hingegen waren zahlreiche Aktivitätszunahmen und -abnahmen zu beobachten. Diese spiegelten sich auch in der direkten Kontrastierung der Video-Gruppe mit der "usual care"-, bzw. mit der Text-Gruppe wieder.<br /><br /><br />Die Evaluation der Videotherapie auf Verhaltensebene belegt deren Wirksamkeit. Des Weiteren deutet sie auf eine bessere Wirksamkeit und Nachhaltigkeit des Videotrainings im Gegensatz zu den beiden anderen untersuchten Therapieverfahren. Im fMRT zeigten sich in der Video-Gruppe trainingsinduzierte (vor versus nach dem Training) Veränderungen in einem Netzwerk aus visuellen, somatosensiblen und motorischen Arealen und Kontrollstrukturen. Diese waren in der Text-Gruppe deutlich weniger ausgeprägt und in der "usual care"-Gruppe nicht zu beobachten.

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