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Berufstätige Mütter in Indien zwischen Tradition und Moderne : die Rolle von Familie, Wertewandel und Religiosität

Berufstätige Mütter in Indien zwischen Tradition und Moderne : die Rolle von Familie, Wertewandel und Religiosität

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MERKEL, Franziska, 2012. Berufstätige Mütter in Indien zwischen Tradition und Moderne : die Rolle von Familie, Wertewandel und Religiosität [Dissertation]. Konstanz: University of Konstanz. München : Dr. Hut. ISBN 978-3-8439-0544-2

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deu Merkel, Franziska In der vorliegenden Arbeit wird die Situation berufstätiger Mütter in Indien vor dem Hintergrund sozialer und kultureller Wandlungsprozesse untersucht. Dabei stehen im Wesentlichen zwei theoretische Grundthesen im Vordergrund. Zum einen wird angenommen, dass mit Modernisierungsprozessen verbundener soziokultureller Wandel nicht linear in Richtung eines westlichen Modells verläuft, wie dies von Vertretern der klassischen Modernisierungstheorie postuliert wird, sondern kontext- und bereichsspezifisch unterschiedlich gestaltet sein kann. Zudem steht in der vorliegenden Arbeit die Untersuchung des Rollenkonflikts berufstätiger Frauen zwischen Arbeit und Familie im Vordergrund, welche in der vorliegenden Arbeit aus einer kulturvergleichenden Perspektive erfolgt. Im Zuge dessen wird zum anderen angenommen, dass auch die psychologischen Prozesse in der Situation, Familie und Beruf zu vereinbaren, zwischen verschiedenen kulturellen Kontexten variieren können.<br /><br />In einer Verbindung dieser beiden Grundannahmen wird ein intrakultureller Vergleich zwischen Bangalore in Südindien und Varanasi im Norden Indiens angestellt, zweier Kontexte, die sich in unterschiedlichen Stadien sozioökonomischer Entwicklung befinden. In beiden Kontexten wurden insgesamt 259 berufstätige Mütter untersucht, die sowohl im Bildungssektor (z.B. Lehrerinnen) als auch im Informationssektor (z.B. Softwareentwicklung, Personalwesen) größtenteils in Vollzeit beschäftigt waren. Sie wurden zu verschiedenen Faktoren befragt, von denen einerseits angenommen werden kann, dass diese bei der Vereinbarung von Beruf und Familie bedeutsam sind – namentlich traditionelle Werte, Religiosität sowie der Familienverband (familiäre Unterstützung und emotionale Nähe zur Familie) – andererseits aber auch, dass sie innerhalb sozialer Wandlungsprozesse Veränderungen unterliegen können. Innerhalb eines kulturvergleichenden Modells zu Work-Family Konflikt wird somit geprüft, inwiefern traditionelle Werte, Religiosität und familienbezogene Faktoren zwischen den gewählten Kontexten variieren, welche Rolle diese Faktoren für berufstätige Mütter bei der Bewältigung des Konflikts zwischen Arbeit und Familie („Work-Family Konflikt“) spielen, und wie sich diese Prozesse wiederum auf die Lebenszufriedenheit der Mütter auswirken. Zudem wird auch eine Mediatorfunktion des Work-Family Konflikts zwischen seinen Vorläufern und der Lebenszufriedenheit geprüft. Damit leistet die vorliegende Arbeit einen empirischen Beitrag sowohl zur noch sehr jungen kulturvergleichenden Forschung im Bereich Arbeit und Familie, als auch zur Erforschung des sozialen Wandels in Indien, welcher besonders in intrakulturellen Studien bisher noch unzureichend geprüft wurde.<br /><br />Bei der Analyse der Daten wurden nach den Gruppenmittelwertsvergleichen zur simultanen Testung der postulierten Zusammenhänge im Modell außer hierarchischen Regressionen auch Multigruppenanalysen im Strukturgleichungsmodell herangezogen. Die im Modell angenommenen Zusammenhänge konnten zum Teil bestätigt werden, teilweise fanden sich außerdem kontextspezifische Effekte für die Gruppen. Während die befragten Mütter in Bangalore zwar weniger traditionell eingestellt waren als die Mütter in Varanasi, waren erstere wider Erwarten religiöser. Zudem zeigte sich, dass sowohl Traditionalität als auch Religiosität für die Mütter in Varanasi mit einem erhöhten Work-Family Konflikt einhergingen, während beides bei den Müttern in Bangalore zu einer signifikant höheren Lebenszufriedenheit beitrug. Der Bereich Familie schien in beiden Kontexten gleichsam bedeutend zu sein – es zeigten sich keine Unterschiede in der erhaltenen Unterstützung seitens der Familie und in der emotionalen Nähe zur Familie. Beide Faktoren hingen kontextunabhängig mit einer höheren Lebenszufriedenheit zusammen, nicht allerdings wie angenommen mit einem geringeren Work-Family Konflikt. Die Mütter beider Gruppen unterschieden sich nicht im Ausmaß des erlebten Work-Family Konflikts und letzterer hatte kontextübergreifend einen negativen Effekt auf die Lebenszufriedenheit der Mütter. Im Mittel waren jedoch die Mütter in Bangalore zufriedener als die Mütter in Varanasi. Der Work-Family Konflikt stellte sich in der vorliegenden Arbeit nicht als Mediator der Zusammenhänge zwischen den angenommenen Prädiktoren und der Lebenszufriedenheit heraus.<br /><br />Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit bestärken insgesamt die beiden vorab aufgestellten Grundannahmen und deuten sowohl auf einen bereichsspezifisch unterschiedlichen soziokulturellen Wandel in Indien hin, als auch darauf, dass sich die psychologischen Prozesse im Rahmen von Work-Family Konflikt, seinen Ursachen und Auswirkungen zwischen verschiedenen Kontexten innerhalb Indiens unterscheiden können. Inwieweit sich diese Variationen ausschließlich auf die unterschiedlich weit fortgeschrittene sozioökonomische Entwicklung der Kontexte zurückführen lassen und welchen Einfluss die Wandlungsprozesse im Zuge der fortschreitenden Modernisierung Indiens auch längerfristig auf die Situation berufstätiger Frauen sowie auf andere Lebensbereiche haben, muss zukünftige Forschung zeigen. 2012 Berufstätige Mütter in Indien zwischen Tradition und Moderne : die Rolle von Familie, Wertewandel und Religiosität Working mothers in India between tradition and modernity : the role of family, value change and religiosity Merkel, Franziska 2012-07-25T08:57:07Z deposit-license 2012-07-25T08:57:07Z München : Dr. Hut 978-3-8439-0544-2

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