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Ungläubige im Kirchenrecht : die kanonistische Behandlung der Nichtchristen als symbolische Manifestation politischen Machtwillens

Ungläubige im Kirchenrecht : die kanonistische Behandlung der Nichtchristen als symbolische Manifestation politischen Machtwillens

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BRAND-PIERACH, Sandra, 2004. Ungläubige im Kirchenrecht : die kanonistische Behandlung der Nichtchristen als symbolische Manifestation politischen Machtwillens

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Brand-Pierach, Sandra deposit-license deu 2004 Ungläubige im Kirchenrecht : die kanonistische Behandlung der Nichtchristen als symbolische Manifestation politischen Machtwillens 2011-03-25T09:34:14Z Infidels in Canon Law. The Canonistic Treatment of Non-Christians as Symbolic Manifestation of Political Power 2011-03-25T09:34:14Z application/pdf Brand-Pierach, Sandra Die kanonistische Diskussion um die Rechte der Nichtchristen, insbesondere die Frage nach ihren Besitz- und Herrschaftsrechten sowie nach etwaigen christlichen Weltherrschaftsansprüchen, hatte im Mittelalter vor allem eine Stellvertreterfunktion: Sie bot Gelegenheit zu Aussagen über aktuelle Prob-lemfelder innerchristlicher Politik. Die vorliegende Studie verdeutlicht dies im Wesentlichen an zwei berühmten Texten: den Kommentaren Innocenz IV. (1243-1254) und seines Schülers Henricus von Segusio ( 1271), Kardinal von Ostia, daher Hostiensis genannt, zu Quod super his (X 3.34.8; Fried-berg 2, 593f), einer Dekretale Innocenz III. (1198-1216).<br />Innocenz IV. kommentiert Quod super his in der Weise, dass er sich erstmals grundsätzlich zur möglichen Rechtmäßigkeit nichtchristlicher Herrschaft äußert. Diese Frage bietet ihm jedoch letzlich nur eine willkommene Gelegenheit, in deutlichem Bezug zu dem damals akuten Konflikt mit dem Stauferkaiser Friedrich II. (1212-1250) sein Selbstverständnis als Papst darzulegen, dem als vicarius Christi in allen weltlichen und geistlichen Belangen der erste Rang zustehe. So entwirft Innocenz IV. letztlich ein Bild der gesamten Menschheit einschließlich der Nichtchristen in ihrem Verhältnis zum Papst.<br />Der Hostiensis setzt beide von Innocenz IV. begonnenen Traditionslinien fort: In innerchristlicher Hinsicht fokussiert er den Kommentar ebenfalls auf ein aktuelles Problem seiner Zeit: das Verhältnis zwischen Papst und Kardinalkollegium. Im Außenverhältnis, das heißt im Hinblick auf die Besitz- und Herrschaftsrechte der Nichtchristen, legt er seine eigene Position dar, die rechtmäßige Herrschaft mit christlicher Herrschaft gleichsetzt.<br />Das Weiterleben beider Lehrmeinungen wird exemplarisch anhand von drei Beispielen aufgezeigt: den Konsilien 72 und 264 des Oldradus da Ponte ( 1335) sowie den Kommentaren zu Quod super his von Johannes Andreae ( 1348) und Nicolaus de Tudeschis ( 1445), genannt Panormitanus. Insbesondere der Kommentar des Panormitanus zeigt die weitere Instrumentalisierung der Frage nach den Herrschaftsrechten der Nichtchristen, da hierin Hinweise auf die Position des Panormitanus im Konziliarismusstreit eingeflossen sind.

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