Transmission of Values Within Families in Romania

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FRIEDLMEIER, Mihaela, 2006. Transmission of Values Within Families in Romania [Dissertation]. Konstanz: University of Konstanz

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Transmission of Values Within Families in Romania Friedlmeier, Mihaela eng 2011-03-25T09:24:12Z 2006 deposit-license application/pdf 2011-03-25T09:24:12Z Kulturelle Kontinuität ist eine Frage der Transmission, der Weitergabe von Werten und Wissen von Generation zu Generation, von Individuum zu Individuum (z. B. Cavalli-Sforza & Feldman, 1981). In der Sozialisationsforschung wird anerkannt, dass intergenerationale Transmission ein komplexer Prozess ist, der nicht nur unmittelbar erfolgt, sondern bestimmten Randbedingungen unterliegt, die förderlich oder hinderlich sind (z. B. Grusec & Goodnow, 1994). Es gibt bislang nur wenige Studien, die solche Bedingungen untersuchen. Ein wichtiges Ziel dieser Studie war es, einige solche Randbedingungen für Wertetransmission von Eltern auf ihre Kinder empirisch zu testen. Effekte der Erziehungs- und Beziehungsmerkmale der Eltern und Jugendlichen auf die Transmission von Werten und Selbstauffassungen wurden untersucht. Es wurde auch geprüft, ob das Ausmaß, in dem die Eltern in ihren Werthaltungen und Selbstauffassungen übereinstimmen, einen Einfluss auf die Transmission nimmt. Da diese Studie in Rumänien durchgeführt wurde, ein Land, das durch einen starken sozialen Wandel gekennzeichnet ist, wurde hier der gesellschaftlich-historische Kontext berücksichtigt. Dieser Kontext macht eine Erweiterung der Fragestellung der Transmission von Werten auf die Frage nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Generationen notwendig. Aus psychologischer Sicht wird der gesellschaftlich-historische Kontext in Form der Wahrnehmung des sozialen Wandels auf Seiten der Individuen und der möglichen Auswirkungen dieser Wahrnehmung auf die Wertetransmission analysiert.<br />100 rumänische Familien nahmen an der Studie teil. Standardisierte Interviews wurden getrennt mit Vater und Mutter durchgeführt, während die Jugendlichen einen Fragebogen in Gruppensitzungen an den jeweiligen Schulen ausfüllten. Die Kinder (48 Jungen und 52 Mäd¬chen) waren zwischen 14 und 17 Jahre alt. Das Interview setzte sich aus verschiedenen Instru¬menten zusammen, die zum großen Teil aus dem Value of Children Projekt (Trommsdorff & Nauck, 2001) entnommen wurden. Die individualistischen und kollektivistischen Werte wurden anhand des COLINDEX (Chan, 1994) erfasst. Eine Kurzversion der Selbstauffassungsskalen von Singelis (1994) wurde zur Erfassung der Independenz und Interdependenz eingesetzt. Die Bezie¬hungsqualität zwischen Eltern und Jugendlichen wurde anhand des Network of Relationships Inventory (NRI) (Furman and Buhrmester, 1985), der Erziehungsstil mit dem Parental Accep¬tance-Rejection Questionnaire (PARQ) sowie dem Control-Supplement (Rohner et al., 1980) erfasst. Schlieβlich wurde die Wahrnehumng sozialer Veränderungen anhand des Fragebogens von Noack, Hofer, Kracke, Wild und Boehnke (1997) erhoben.<br />Die Ergebnisse zeigen, dass der soziale Wandel die Eltern- und die Kindgeneration in unterschiedlicher Weise betrifft und dass psychologische Merkmale wichtige Ressourcen sind, die zu weniger negativen Wahrnehmungen des sozialen Wandels beitragen. Sowohl für die Werte, aber vor allem für Selbstauffassung traten Generationseffekte auf. Die Unterschiede zeigten sich auch innerhalb der Familie. Dies macht auch deutlich, dass sich im postkommunistischen Rumänien ein sozialer Wandel vollzieht.<br />Die Ergebnisse zur Transmission von Werten und Selbstauffassung zeigen, dass die direkte Transmission zwischen Eltern und Kindern eher gering war und sich ausschlieβlich auf kollekti¬vistische Werte bezog. Angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen ist dieses Ergebnis nicht überraschend. Allerdings konnte auch nachgewiesen werden, dass elterliches Erziehungsverhal¬ten und die Beziehungsqualität zwischen Eltern und Kind einen starken Effekt auf die Werthal¬tungen und Selbstauffassungen der Jugendlichen ausüben. Eltern, die unterstützend sind und eine positive Beziehung zu ihren Kindern haben, fordern die Haltung der Kinder, der Familie Vorrang gegenüber eigenen Bedürfnissen zu geben (kollektivistische Werthaltungen) und die Kinder füh¬len sich stark mit der Familie verbunden (Interdependenz). Auch wenn Effekte für beide Geschlechter auftraten, so waren die Effekte für Töchter insgesamt weitaus stärker. Moderierende Funktion der Erziehungs- und Beziehungsvariablen auf den Transmissionsprozess zeigte sich vor allem für individualistische Werte und Independenz, und dies vor allem in Vater-Tochter-Dya¬den.<br />Die Ergebnisse bestätigen insgesamt den komplexen Charakter des Transmissionsprozesses und die Notwendigkeit, einen breiteren Bereich von Aspekten zu berücksichtigen, die diese Transmission fördern oder hemmen kann. Diese Arbeit macht auch deutlich, dass Vater und Mutter in Abhängigkeit von Sohn oder Tochter einen differentiellen Beitrag zur Transmission leisten. So ist es wichtig, in zukünftigen Studien diese geschlechtsspezifischen Dyaden ebenfalls einzubeziehen. Wertetransmission innerhalb der Familie in Rumänien Friedlmeier, Mihaela

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