Affective Stimulus Processing following Traumatic Brain Injury

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Prüfsumme: MD5:b357703c9116edf3ea723a25efd80ed8

CATANI, Claudia, 2003. Affective Stimulus Processing following Traumatic Brain Injury

@phdthesis{Catani2003Affec-10707, title={Affective Stimulus Processing following Traumatic Brain Injury}, year={2003}, author={Catani, Claudia}, address={Konstanz}, school={Universität Konstanz} }

Affective Stimulus Processing following Traumatic Brain Injury 2003 Verarbeitung affektiver Reize nach Schädel-Hirn-Trauma deposit-license eng Catani, Claudia 2011-03-25T09:21:16Z Die physischen und speziell die oft langfristigen kognitiven Defizite bei Patienten mit traumatischen Hirnschädigungen wurden in der Vergangenheit vielfach untersucht und gelten zum heutigen Zeitpunkt als hinreichend erklärt. Im Gegensatz dazu besteht hinsichtlich der emotionalen Defizite, die bei Schädel-Hirn-Trauma (SHT) Patienten immer wieder vermutet wurden, ein beträchtlicher Mangel an experimenteller Forschung. Die vorliegende Studie greift daher auf die Untersuchung der Verarbeitung affektiver Reize zurück, um abnorme emotionale Reaktionen bei Patienten mit traumatischen Hirnläsionen beurteilen zu können. In einer Gruppe von SHT-Patienten und bei gesunden Kontrollprobanden wurden ereigniskorrelierte EEG-Potentiale sowie die Hautleitreaktion während der Betrachtung einer Serie standardisierter visueller Stimuli unterschiedlicher Relevanz und Valenz abgeleitet. Mit der klinischen Gruppe wurde zusätzlich ein umfassendes neuropsychologisches Screening durchgeführt, um die kognitiven Fähigkeiten der Patienten beurteilen zu können. Eine detaillierte Untersuchung der neuroradiologischen Befunde ermöglichte zudem Aussagen über die genaue Lokalisation der Hirnläsion bei jedem Patienten. Insgesamt demonstrierten die neuroanatomischen Analysen, dass die Gruppe der SHT-Patienten überwiegend Schädigungen in orbitofrontalen kortikalen Bereichen aufwies.<br />In einem ersten Teil der Arbeit wurden die psychophysiologischen und subjektiven Reaktionen der Patienten auf emotionale Bilder mit denen der gesunden Versuchspersonen verglichen. Insbesondere die abgeleiteten ereigniskorrelierten Potentiale (EKPs) dokumentierten signifikante Differenzen zwischen den Untersuchungsgruppen: Die generell reduzierte P3-Komponente bei den Patienten lässt auf eine weniger effiziente Verarbeitung der emotionalen Bilder schließen, welche zudem in einer deutlich schwächeren selbst wahrgenommenen Erregung (arousal) sowie einer defizitären Gedächtnisleistung für das dargebotene Bildmaterial zum Ausdruck kommt.<br />Die langsamen EEG-Potentiale belegen, dass die Patienten im Vergleich zu den gesunden Teilnehmern weniger erfolgreich zwischen emotional bedeutsamen Bildern und neutralen Inhalten differenzieren. Als besonders beeinträchtigt bei Patienten mit frontalen Hirnschädigungen erwies sich die Verarbeitung unangenehmer Bilder, welche mit Bezug auf die langsamen positiven Potentiale über frontalen Hirnregionen keine signifikanten Unterschiede zu den Reaktionen auf neutrale Reize offen legte. Widergespiegelt wurde dieses Ergebnis durch die reduzierte selbst wahrgenommene Erregung als Reaktion auf negative emotionale Reize. Dieser empirische Befund spricht für die Annahme präfrontaler Strukturen als eine wichtigen Bestandteil des kortiko-subkortikalen Netzwerks, welches seinerseits für die Steuerung und Modulierung affektiver Reaktionen verantwortlich ist.<br />Der zweite Teil der Dissertation befasste sich mit dem Vergleich verschiedener Patienten-Subgruppen, welche - das spezifische Ausmaß und die Lokalisation ihrer Läsionen berücksichtigend vorab gebildet worden waren. Dies führte zu einer Gegenüberstellung von Patienten mit ausgedehnten und solchen mit kleinen frontalen Läsionen, Patienten mit ventromedialen präfrontalen (VMPF) Läsionen und solchen ohne Schädigungen in diesem Hirnareal, und schließlich Patienten mit temporalen Läsionen und solchen ohne Schädigungen des temporalen Kortex. Der Vergleich dieser Subgruppen veranschaulicht, dass besonders umfangreiche frontale Läsionen insbesondere eine eher unspezifische Beeinträchtigung neuropsychologischer und psychophysiologischer Parameter verantworten.<br />Bei Patienten mit VMPFC-Läsionen fiel eine deviante frühe affektive (160-220ms) auf, da hier die emotional erregenden Stimuli nicht zu der typischen okzipitalen Negativierung führten. Temporal geschädigte Patienten, hingegen, zeigten hinsichtlich der P3-Komponente sowie der nachfolgenden langsamen Potentiale keine Modulierung durch die Relevanz der affektiven Stimuli.<br />In ihrer Bandbreite lassen diese Befunde auf ein Netzwerk neuroanatomischer Substrate schließen, welche der emotionalen Verarbeitung unterliegen und insbesondere verschiedene präfrontale, aber auch temporale kortikale Areale beinhalten. Während die durch emotionale Bilder evozierten EEG-Potentiale in der vorliegenden Studie einen hilfreichen Parameter für abnorme emotionale Reaktionen darstellten, erwies sich die Hautleitreaktion als weitaus weniger geeignet, um Unterschiede in der Verarbeitung affektiver Reize zwischen SHT-Patienten und gesunden Kontrollen, aber auch zwischen den verschiedenen klinischen Subgruppen aufzuzeigen. So erfolgte abschließend der Versuch, einerseits mögliche Ursachen für diese diskrepanten Befunde zu nennen, um andererseits die Resultate in ihrer Bedeutung für aktuelle Theorien menschlicher Emotionen zu diskutieren. 2011-03-25T09:21:16Z application/pdf Catani, Claudia

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