Generationenambivalenzen in Familienmit einem psychisch kranken erwachsenen Kind

Zitieren

Dateien zu dieser Ressource

Prüfsumme: MD5:d535db626d1886b9c2a62ba16848bc16

BURKHARDT, Amelie, 2005. Generationenambivalenzen in Familienmit einem psychisch kranken erwachsenen Kind

@phdthesis{Burkhardt2005Gener-10388, title={Generationenambivalenzen in Familienmit einem psychisch kranken erwachsenen Kind}, year={2005}, author={Burkhardt, Amelie}, address={Konstanz}, school={Universität Konstanz} }

Burkhardt, Amelie Intergenerational ambivalences in families with an adult child suffering from mental illness Hintergrund. Im Zentrum dieser Arbeit stehen die Generationenbeziehungen schizo-phreniekranker und substanzabhängiger Patienten. Dabei wurde das aus der soziologischen Familienforschung stammende Konzept der Generationenambivalenz auf die Eltern-Kind-Beziehungen psychiatrieerfahrener Familien angewendet. Das Konzept bietet den Vorteil, die Beziehungen zwischen psychisch Kranken und ihren Eltern unvoreingenommen und unab-hängig von einseitigen Risiko- oder Ressourcenvorstellungen zu untersuchen. Den Hintergrund bildet dabei die heuristische Hypothese, dass Generationenbeziehungen mit Ambivalenzen einhergehen sowie den Umgang mit Ambivalenzen erfordern (Lüscher, 2002, 2004).<br />Ziel. Ziel dieser Forschungsarbeit war, das Erleben und die Gestaltung der Generationenbeziehungen unter den spezifischen Rahmenbedingungen von psychischer Krankheit und familialen Rollen sowie der Krankheitsschwere und der Wohnsituation darzustellen. Als Aspekte der generationalen Beziehungsqualität wurden Ambivalenzerleben, Umgang mit Ambivalenz und Beziehungseinschätzung untersucht.<br />Methoden. In der vorliegenden quantitativen und qualitativen Querschnittsuntersuchung wurden Daten über Generationenbeziehungen in Familien psychisch Kranker sowie die Generationenbeziehungen in Familien psychisch Gesunder verwendet. Aus Familien psychisch Kranker wurden 26 erwachsene Patienten in stationärer psychiatrischer Behand-lung, sowie deren Mütter und Väter befragt. 14 dieser Patienten litten an einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis, 12 Patienten hatten eine Diagnose in Verbindung mit der Abhängigkeit oder dem Missbrauch von psychotropen Substanzen. Weiter lagen Daten von 25 psychisch gesunden Erwachsenen und ihren Müttern und Vätern vor. Die erwachsenen Kinder gaben Auskunft über die Beziehung zu ihrer Mutter und die Beziehung zu ihrem Vater. Väter und Mütter gaben Auskunft über die Beziehung (a) zu ihrem psychisch erkrankten Kind bzw. zu ihrem gesunden Kind und (b) im Falle der Familien psychisch Kranker über die Beziehung zu den gesunden Geschwistern psychisch Kranker.<br />Zur Überprüfung der Frage, ob sich das Ambivalenzerleben, der Umgang mit Ambiva-lenz und die Beziehungseinschätzung zwischen den Gruppen unterscheiden, wurden folgende Vergleiche durchgeführt: (a) intrafamiliale Vergleiche zwischen Elternaussagen über die psychisch erkrankten Kinder und Elternaussagen über deren gesunde Geschwister (Geschwister-vergleich); (b) interfamiliale Vergleiche zwischen den Dyaden aus psychiatrieerfahrenen Familien und den Dyaden aus gewöhnlichen Familien (Vergleich mit gewöhnlichen Familien); (c) Vergleiche zwischen Dyaden aus Familien Schizophreniekranker und Dyaden aus Familien Abhängigkeitserkrankter (Diagnosegruppenvergleich); (d) Vergleiche zwischen Mutter-Kind- und Vater-Kind-Dyaden sowie (Geschlechtervergleich) (e) Vergleiche zwischen den Aussagen der Eltern und den Aussagen der Kinder (Generationenvergleich). Außerdem wurde der Zusammenhang von Krankheitsschwere und Wohnsituation mit der Beziehungsqualität untersucht.<br />Resultate. Das Vorhandensein einer psychischen Erkrankung bei einem Kind ging sowohl im Geschwistervergleich als auch im Vergleich mit gewöhnlichen Generationenbeziehungen mit verstärktem Ambivalenzerleben und verringerter Beziehungszufriedenheit bei gleicher Verbundenheit einher. Intrafamilale Unterschiede waren dabei deutlicher als interfamiliale Unterschiede. Die im Vergleich mit gewöhnlichen Familien verstärkte Manifestation von Ambivalenz war dyaden- und nicht familienspezifisch. d.h. beschränkte sich auf die Dyade zwischen dem psychisch Erkrankten und seinen Eltern und generalisierte nicht auf die gesamte Familie.<br />Insbesondere das Vorhandensein einer Substanzabhängigkeit bei einem Kind hing mit verstärktem Ambivalenzerleben in der Generationenbeziehung zusammen.<br />Die Schwere der schizophrenen Störung korrelierte nicht mit dem Ambivalenzerleben. Mit erhöhter Schwere der schizophrenen Erkrankung des Kindes ging jedoch eine geringere Beziehungszufriedenheit von Eltern wie Kindern und auch eine geringere Verbundenheit der Eltern mit dem Kind einher. Psychisch Erkrankte, die mit ihren Eltern zusammenleben, sind zwar gegenüber Vater und Mutter deutlicher zwischen Autonomie und Abhängigkeit hin- und hergerissen, schwanken aber weniger zwischen Nähe und Distanz. Eltern und psychisch erkrankte Kinder, die zusammenleben, berichten von einer besseren Beziehungsqualität als Eltern und Kinder, die nicht zusammenleben.<br />Generationenambivalenzen scheinen in Zusammenhang mit spezifischen Aufgaben der generationalen Beziehungsgestaltung psychisch Kranker zu stehen. Sie stellen damit ein wichtiges und realitätsnahes Thema sowohl für die Angehörigenarbeit als auch für die therapeutische Arbeit mit Patienten dar. deu Generationenambivalenzen in Familienmit einem psychisch kranken erwachsenen Kind deposit-license 2011-03-25T09:16:33Z Burkhardt, Amelie 2011-03-25T09:16:33Z application/pdf 2005

Dateiabrufe seit 01.10.2014 (Informationen über die Zugriffsstatistik)

diss_amelie_burkhardt.pdf 146

Das Dokument erscheint in:

deposit-license Solange nicht anders angezeigt, wird die Lizenz wie folgt beschrieben: deposit-license

KOPS Suche


Stöbern

Mein Benutzerkonto