Effects of Anticipatory Anxiety on Emotion Processing

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BUBLATZKY, Florian, 2009. Effects of Anticipatory Anxiety on Emotion Processing [Dissertation]. Konstanz: University of Konstanz

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application/pdf Bublatzky, Florian Effekte von Erwartungsangst auf die Verarbeitung visueller Umweltreize 2011-03-25T09:16:20Z Bublatzky, Florian Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Erwartungsangst auf emotionale Verarbeitungs- und Reaktionsprozesse. Zu diesem Zweck wurden zwei etablierte Forschungslinien integriert: Das "Bildbetrachtungs- und das "verbal instruierte Bedrohungsparadigma" (Threat-of-shock). Die Darbietung von Bildern unterschiedlicher Valenz und Erregung geht mit Veränderungen der Wahrnehmung sowie spezifischen physiologischen und Verhaltensprozessen einher. Von einer evolutionären Perspektive ausgehend wird angenommen, dass entwicklungsgeschichtlich alte motivationale Annäherungs- und Vermeidungssysteme selektiv die Verarbeitung bedeutsamer Umweltinformationen fördern und entsprechende physiologische Systeme zur Ausübung situationsadäquater Reaktionen vorbereiten. Um eine dynamische Anpassungen an phylogenetisch und ontogenetisch grundlegende Ziele zu ermöglichen, können Zusammenhänge zwischen Hinweisreizen und potentieller Gefahr leicht erlernt werden. In diesem Kontext konnte mit Hilfe des instruierten Bedrohungsparadigmas gezeigt werden, dass motivationale Systeme durch verbale Instruktionen über aversive Umweltzusammenhänge moduliert werden. In anderen Worten, die rein verbale Ankündigung drohender Gefahr ist ausreichend um Erwartungsangst auszulösen.<br />Bezüglich des Einflusses von Erwartungsangst auf emotionale Wahrnehmungs- und Reaktionsprozesse ist wenig bekannt. Um dieser Fragestellung nachgehen zu können, wurden zwei wesentliche Aspekte variiert: (1) Der Vorhersagewert der Bildmaterialien bezüglich der Bedrohung (Bilder waren entweder irrelevant oder prädiktiv für Schockgefahr) und (2) die fokussierte Verarbeitungsebene (Messung perzeptuell-evaluativer und physiologisch-motorischen Verarbeitungsprozesse).<br />Studie I untersuchte den Einfluss von kontextuellen Bedrohungssignalen auf physiologische Reaktionen (Schreckreflex, Hautleitfähigkeit) beim Betrachten bedrohungsirrelevanter Bildern. Zu diesem Zweck wurden angenehme, neutrale und unangenehme Bilder während lang anhaltender Bedrohungs- und Sicherheitsbedingungen dargeboten. Frühere Befunde zur Modulation des Schreckreflexes durch den emotionalen Bildgehalt und der instruierten Bedrohung wurden repliziert. Von besonderem Interesse ist, dass trotz einer generellen Potenzierung defensiver Schutzreflexe unter Bedrohungsbedingungen der Schreckreflex sensitiv für die hedonische Valenz der Bildinhalte war. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass motivationale Systeme durch die Betrachtung von Bildern und anhaltenden aversiven Erwartungsprozessen unabhängig moduliert werden können.<br />In einem ähnlichen Experimentaldesign untersuchte Studie II den gemeinsamen Einfluss von Erwartungsangst und emotionaler Bildverarbeitung auf perzeptuelle und Aufmerksamkeitsprozesse mit Hilfe von ereigniskorrelierten Hirnpotentialen (EKP). Die Resultate zeigten speziell für angenehme Bilder eine lang anhaltende Negativierung über visuellen Verarbeitungsarealen unter Schockgefahr im Vergleich zur Sicherheitsbedingung. Dieser valenzspezifische Befund wird als verstärkte Aufmerksamkeitslenkung und Verarbeitung von situations-inkongruenten Reizen interpretiert. Darüber hinaus wurden emotionsspezifische EKP Komponenten ( early posterior negativity, EPN und late positive potential, LPP ) unter beiden Bedingungen repliziert.<br />Aufbauend auf diesen Befunden, wurde in Studie III die perzeptuelle Verarbeitung von Bildmaterialien untersucht, die explizit als Prädiktor für elektrische Schocks instruiert wurden. Zu diesem Zweck wurde in verschiedenen Durchgängen der implizit emotionale Bedeutungsgehalt der Bildkategorien jeweils als Schockhinweis-, Sicherheits- und Kontrollreize verbal moduliert. Das Betrachten von Bildern unter möglicher Schockgefahr war mit frühen Effekten einer erhöhten P1-Komponente assoziiert, die als unspezifisch erhöhte Vigilanz in Gefahrensituationen interpretiert wurde. Darauffolgende Verarbeitungsstufen (P2- und LPP Komponente) differenzierten zunehmend akkurat zwischen Schock- und Sicherheitssignalen sowie Bildverarbeitung unter Kontrollbedingungen. In Abhängigkeit des prädiktiven Gehaltes und der abgelaufenen Verarbeitungszeit, erlangen Prozesse der sensorischen Aufnahme und Reizevaluation zunehmend genauere Informationen über Umweltbedingungen.<br />Zusammenfassend zeigt die vorliegende Arbeit den wechselseitigen Einfluss von Erwartungsangst und emotionalen Verarbeitungsprozessen. Hauptbefunde des Bildbetrachtungs- und instruierten Bedrohungsparadimas wurden repliziert. Bezüglich der Interaktion von emotionalen und aversiven Erwartungsprozessen, zeigten sich valenz-spezifische und valenz-unabhängige Ergebnismuster in Abhängigkeit der Vorhersagekraft (distinkter Schockhinweisreiz vs. kontextuelle Bedrohungssignale) und der Messebene (perzeptuell-evaluativ vs. motorisch-behavioral). Insgesamt werden Prozesse der Informationsverarbeitung und physiologischer Reaktionsvorbereitung dynamisch an wechselnde Umweltbegebenheiten angepasst und durch aversive Erwartungsprozesse moduliert. 2011-03-25T09:16:20Z eng 2009 deposit-license Effects of Anticipatory Anxiety on Emotion Processing

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Bublatzky2009_Diss.pdf 791

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