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Characteristics of abnormal visual processing and recognition memory of affective pictures in PTSD

Characteristics of abnormal visual processing and recognition memory of affective pictures in PTSD

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BORGELT, Jens, 2006. Characteristics of abnormal visual processing and recognition memory of affective pictures in PTSD [Dissertation]. Konstanz: University of Konstanz

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2006 2011-03-25T09:15:02Z Borgelt, Jens Borgelt, Jens Die vorliegende Arbeit zielte darauf ab, drei charakteristische Merkmale abnormer emotionaler Verarbeitung bei PTSD-Patienten zu untersuchen. Ein Wieder-erkennungsparadigma wurde verwendet, bei dem emotionale und neutrale Bilder aus dem International Affective Picture System (IAPS) wiederholt gezeigt wurden. Die untersuchten PTSD-Patienten waren Opfer organisierter Gewalt und Folter. Als gesunde Kontrollgruppen dienten zum einen eine Gruppe deutscher Probanden, zum anderen eine Gruppe kurdischer Personen. Zusätzlich wurde eine klinische Kontrollgruppe schizophrener Patienten untersucht. Die Stimuli wurden in zufälliger Reihenfolge dargeboten. Die Präsentationsdauer pro Bild betrug 1200ms mit einem Interstimulusintervall von 600ms. Die erste Bildwiederholung erfolgte nach 11 Sekunden, die zweite Wiederholung nach etwa 28 Minuten. Die Teilnehmer der Studie sollten so viele Bilder wie möglich im Gedächtnis behalten. Die funktionale Gehirnaktivität wurde mittels eines 148-Kanal Ganzkopfmagnetometers gemessen. Bei der Analyse der Daten wurden Minimum-Norm Verfahren zur Quelllokalisation verwendet. Im Anschluss an die MEG-Messung erfolgte ein Wiedererkennungstest, der die Wiedererkennungsleistung der Probanden untersuchte.<br />Es wurden Hinweise für ein frühes, vorbewusstes, hypersensitives Alarmsystem bei PTSD-Patienten gefunden, was durch die bedrohlichen Bildreize aktiviert wurde. Bei der ersten Darbietung negativer, im Vergleich zu positiven und neutralen Bildern, zeigten PTSD-Patienten eine signifikant höhere Quellstärke in orbitofrontalen Regionen im Zeitintervall von 90-120ms nach Stimulusbeginn. Diese Aktivierung korrelierte mit dem Schweregrad der Erregungssymptome.<br />Weiterhin wurden Hinweise für einen abnormen Gedächtnisfilter in Form einer fehlenden Unterdrückung von neuronaler Aktivität bei der Wiederholung von Bildreizen gefunden. Gesunde Probanden zeigten die erwartete Abnahme der Quellstärke über die drei Wiederholungen der negativen Bilder hinweg, während PTSD-Patienten durch eine leichte Zunahme der Quellstärke im inferioren Frontalkortex und im anterioren Temporalkortex im Zeitintervall zwischen 230-380ms gekennzeichnet waren. Ferner wurden Korrelationen mit der PTSD Gesamtsymptomschwere gefunden. Möglicherweise kommt der gefundene Effekt dadurch zustande, dass der Kortex bei der ersten Darbietung der negativen Bilder gehemmt wurde, bzw. dass die kortikale Verarbeitung mit einer primär subkortikalen Verarbeitung interferiert hat.<br />Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass PTSD-Patienten in einem Zeitbereich zwischen 380 und 600ms nach Stimulusbeginn eine selektive Antwortverstärkung im Temporalkortex auf die negativen Bilder hin aufweisen. Diesem Effekt liegt eine sich ausbreitende Aktivierung in einem hypersensitiven Furchtnetzwerk zugrunde. Aufgrund des assoziativen Charakters dieses Netzwerkes wird die Hypothese aufgestellt, dass neue aversive Reize problemlos mit dem Netzwerk verknüpft werden, was sich in einem selektiven Wiedererkennungsvorteil für diese Bilder widerspiegeln sollte. Diese Hypothese wurde durch die Ergebnisse aus dem Wiedererkennungstest gestützt. Alle vier Gruppen zeigten dieselbe gute Leistung bei der Wiedererkennung aversiver Bilder. Bei der Wiedererkennung positiver und neutraler Reize zeigten die PTSD-Patienten deutliche Beeinträchtigungen. Dieser Befund steht in Einklang mit nicht-Trauma bezogenen Gedächtnisdefiziten.<br />Die physiologischen Grundlagen des hypersensitiven Alarmsystems werden diskutiert. Es werden mögliche pharmakologische Interventionen, die zu einer Verminderung der neuronalen Erregung und damit eventuell zu einer Prävention und Therapie der PTSD beitragen können, erörtert. Weiterhin werden die fehlende neuronale Inhibition bei Reizwiederholung und die selektive Aktivierung des assoziativen Furchtnetzwerkes im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Störung diskutiert. Die fehlende neuronale Inhibition steht möglicherweise mit der häufig bei PTSD-Patienten beobachteten Aufmerksamkeitsverzerrung zugunsten bedrohlicher Reize in Zusammenhang. Implikationen für die Therapie werden erörtert. Schließlich wird diskutiert, inwiefern das ausgeprägte Furchtnetzwerk für die Erklärung der Wiedererlebenssymptome von PTSD-Patienten herangezogen werden kann. Der postulierte Zusammenhang wird durch die Korrelation zwischen der Schwere der Wiedererlebenssymptome und dem Anstieg der Quellstärke in temporalen Hirnarealen gestützt. eng application/pdf deposit-license Characteristics of abnormal visual processing and recognition memory of affective pictures in PTSD 2011-03-25T09:15:02Z Visuelle Verarbeitung und Wiedererkennung affektiver Bildreize bei der Posttraumatischen Belastungsstörung

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