Psychosoziale und situative Bedingungen des Raubmords : empirischer Vergleich zwischen Raubmördern, Räubern und strafrechtlich unauffälligen Personen

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Datum
2003
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Post, Volker
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Psychosocial and Situational Factors of Murder during Robbery
Publikationstyp
Masterarbeit/Diplomarbeit
Publikationsstatus
Published
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Zusammenfassung

Das Ziel der vorliegenden Untersuchung bestand darin, über prüfstatistische Gruppenvergleiche psychosoziale und situative Bedingungen des Raubmords herauszuarbeiten.
Grundlage dieser Arbeit ist eine tatorientierte Perspektive kriminellen Verhaltens; dabei wird die Tat nicht vornehmlich aus Persönlichkeitseigenschaften, sondern aus der Tatsituation und den Interaktionen der beteiligen Personen abgeleitet.

Es wurde eine Gruppe von 67 Probanden, die wegen einer Tötung bzw. wegen eines Tötungsversuchs in Zusammenhang mit einem Raub oder einer räuberischen Erpressung verurteilt worden waren, mit einer Gruppe von 58 Raubstraftätern verglichen, die keinen Tötungsversuch unternommen hatten. Als Kontrollbedingung für die Tatanlaufzeit wurde zusätzlich der Vergleich mit einer Gruppe von 34 strafrechtlich unauffälligen Personen, die sich in einer ökonomischen Krise befanden, hinzugezogen. Um die lebensgeschichtliche Einbettung der Tat zu berücksichtigen, wurden die drei Gruppen bezüglich der Häufigkeiten biographischer Merkmale verglichen.

Die Datenerhebung erfolgte mittels halbstandardisierter Interviews und wurde durch die Einsicht in die Strafakten ergänzt. Die Variablen der Untersuchung wurden dichotom kodiert und theoriegeleitet in 14 Merkmalsgruppen zusammengefaßt. Mittels Itemanalysen wurden anschließend Skalen gebildet und statistische Gruppenvergleiche durchgeführt.

Die Ergebnisse deuten an, daß Raubmörder und Räuber der gleichen Grundgesamtheit entstammen, die sich von der der strafrechtlich unauffälligen Personen durch höhere Belastungen in der Herkunftsfamilie, mehr psychosoziale Auffälligkeiten und besonders durch stärkere Defizite im Leistungsbereich sowie der ausgeprägten Gewaltbereitschaft und kriminellen Karriere abhebt.

Deutlich wurden große Unterschiede zwischen Raubmord und Raub ohne Tötungsversuch in der unmittelbaren Tatsituation. Dieses Ergebnis unterstreicht die Bedeutung der situativen Bedingungen sowie der Interaktionen der an der Tat beteiligten Personen für das Tötungsrisiko. Den äußeren Merkmalen der Tat entsprach die emotionale und kognitive Belastung des Täters. Es wurde angenommen, daß die tödliche Handlung zu einem großen Teil auf eine Verunsicherung des Täters zurückzuführen ist.
Eine höhere Belastung der Raubmörder in der Tatanlaufzeit, die das Tötungsrisiko im Vergleich zu den Räubern erhöht, konnte nicht festgestellt werden. Die Annahme, der Raubmord zeichne sich durch eine spezifische Tatanlaufphase aus, konnte nicht aufrecht erhalten werden.

Allerdings wurden interessante Besonderheiten in der Tatanlaufphase sichtbar: Die Räuber zeigten vergleichsweise höhere Belastungen als die Raubmörder.
Er wurde vermutet, daß die gefundenen Unterschiede auf eine Subgruppe innerhalb der Raubmörder zurückzuführen sein könnte, bei denen der Raub zunächst gar nicht geplant war, sondern z.B. erst nach einem bis zu einer Tötungshandlung eskalierten Streit erfolgte.

Zusammenfassung in einer weiteren Sprache

67 cases of robbery with murder were compared with 58 cases of robbery without murder. These two groups of perpetrators were compared for characteristics during different stages of the crime, and their emotional state during planning and preparing for the crime. The life histories of the perpetrators were analysed for indicators consistent of the concept of career criminal. Their histories were then compared with the life histories of 34 noncriminals, who were in financial duress. The data were collected using semi-standard interviews. There were no significant differences for life history among the perpetrators. However, significant differences were found when compared to noncriminals. Significant differences among perpetrators were found for details in the process of the crime. Robbers without murder reported greater emotional disturbance during a four week period preceding the crime. They also reported greater economic need, and greater accuracy in anticipating complications while preparing for the crime. Robbers with murder reported less emotional disturbance preceding the crime, less economic need, and less accuracy in anticipating complications during their preparation for the crime.

Fachgebiet (DDC)
300 Sozialwissenschaften, Soziologie
Schlagwörter
Phasenmodell, Tötungshandlung, murder, robbery
Konferenz
Rezension
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Forschungsvorhaben
Organisationseinheiten
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Zitieren
ISO 690POST, Volker, 2003. Psychosoziale und situative Bedingungen des Raubmords : empirischer Vergleich zwischen Raubmördern, Räubern und strafrechtlich unauffälligen Personen [Master thesis]
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