Die Entwicklung von Selbstregulation im Übergang vom Kindergarten in die Schule : Die Rolle von mütterlicher Erziehung und kindlichem Temperament

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Datum
2008
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Suchodoletz, Antje von
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The development of self-regulation and the transition from kindergarten to school: The role of maternal parenting and child temperament
Forschungsvorhaben
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Zeitschriftenheft
Publikationstyp
Dissertation
Publikationsstatus
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Zusammenfassung

Der Eintritt in die Schule stellt für Kinder und ihre Familien eine ganz besondere Herausforderung dar. Gute Schulleistungen und angemessenes Verhalten im Unterricht sind wichtige Indikatoren für das Gelingen der Adaptation an die Schulsituation. Als wesentliche Voraussetzungen für schulische Lernerfolge gelten ausreichende intellektuelle Fähigkeiten. Bislang unklar ist die Bedeutung nicht-kognitiver Fähigkeiten für die Schulanpassung und den Schulerfolg. In diesem Zusammenhang wird die Bedeutung der Bereitschaft und Fähigkeit zur Selbstregulation am intensivsten diskutiert.
Ziel der Studie war es, die Rolle der Selbstregulation im Vorschulalter für die erfolgreiche Adaptation an die Schule unter Berücksichtigung der kognitiven Fähigkeiten zu untersuchen. Einbezogen wurden Betrachtungen zu Entwicklungsbedingungen von Selbstregulation im Vorschulalter. Ferner wurden mögliche Wechselwirkungen zwischen der Selbstregulation, den kognitiven Fähigkeiten sowie dem Verhalten im Unterricht und den Schulleistungen am Ende der ersten Klasse analysiert.
Im Rahmen der Studie wurden 28 fünf- bis sechsjährige Kinder im Quer- und Längsschnitt betrachtet. Verschiedene Beobachtungsverfahren, Fragebögen und standardisierte Testverfahren wurden eingesetzt zur Erfassung der Selbstregulation, des Temperaments, der nonverbalen Intelligenz, der sprachlichen Fähigkeiten, der Aufmerksamkeitsleistung, der Schulleistungen und des Verhaltens des Kindes im Unterricht sowie der mütterlichen Wärme und des Bindungserlebens der Mutter. Während der ersten Untersuchungsphase im Vorschulalter wurden Daten von Kindern und deren Müttern erhoben und während der Folgeuntersuchung ein Jahr später zusätzlich Informationen von den Lehrern und Lehrerinnen berücksichtigt.
Im Hinblick auf die Entwicklungsbedingungen von Selbstregulation im Vorschulalter zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen der mütterlichen Wärme in der Erziehung und der Selbstregulation des Kindes. Zwischen der Selbstregulation des Kindes und seinem Temperament bzw. seiner nonverbalen Intelligenz fanden sich keine bedeutsamen Zusammenhänge. Hinsichtlich möglicher Einflussfaktoren auf das Ausmaß an mütterlicher Wärme in der Erziehung konnte weder ein Zusammenhang zwischen mütterlicher Wärme und dem Bindungserleben der Mutter noch zwischen mütterlicher Wärme und dem Temperament des Kindes nachgewiesen werden.
Im Längsschnitt ergaben die Analysen, dass die Selbstregulation des Kindes im Vorschulalter mit den Schulleistungen und dem Verhalten im Unterricht am Ende der ersten Klasse zusammenhing. Kinder mit einer höheren Bereitschaft und Fähigkeit zur Selbstregulation im Vorschulalter zeigten am Ende der ersten Klasse bessere Schulleistungen und weniger Problemverhalten im Unterricht. Ferner ergab sich, dass das Problemverhalten im Unterricht einen Mediator für den Zusammenhang zwischen der Selbstregulation im Vorschulalter und den Leistungen im Lesen und Rechtschreiben darstellt. Die vermutete Moderatorfunktion der nonverbalen Intelligenz für einen Zusammenhang zwischen der Selbstregulation im Vorschulalter und dem Erfolg der Anpassung des Kindes an die Schulsituation deutete sich lediglich für das Problemverhalten im Unterricht an: Kinder mit einer hohen Bereitschaft und Fähigkeit zur Selbstregulation wurden unabhängig von ihrer nonverbalen Intelligenz von den Lehrerinnen als unproblematisch beschrieben, wohingegen niedrige nonverbale Fähigkeiten mit mehr Problemverhalten einhergingen, wenn weniger effektive Selbstregulationsstrategien zur Verfügung standen.
Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit weisen auf eine zentrale Bedeutung früher Selbstregulationskompetenzen für die Adaptation eines Kindes an die Schulsituation hin. Selbstregulation im Vorschulalter liefert unabhängig von der nonverbalen Intelligenz einen eigenständigen Beitrag zur Vorhersage der Schulleistungen am Ende der 1. Klasse. Ferner belegen die Befunde eine frühe Entstehungsgeschichte von Verhaltensproblemen. Eine geringe Selbstregulation im Vorschulalter ist mit einem problematischen Verhalten des Kindes im Unterricht verbunden.
Defizite in der Selbstregulation im Vorschulalter sind nach den im Rahmen der Studie gewonnenen Ergebnissen als Risiko für die Adaptation eines Kindes an den Kontext Schule anzusehen. Die Studie weist auf die Notwendigkeit einer frühen und gezielten Förderung von Selbstregulationskompetenzen hin, um so die Entwicklungsperspektiven von Kindern mit Schwächen in der Selbstregulation langfristig zu verbessern.

Zusammenfassung in einer weiteren Sprache

The transition to school constitutes a major developmental challenge for children and their families. The successful mastery is a necessary precondition for academic progress and advances children's developmental perspectives. School grades and adequate in-class behavior are fundamental indicators of success of the child's adaptation to school. Satisfactory intellectual skills are considered as necessary preconditions for academic achievement. So far, the impact of non-intellectual skills for school adaptation and success remains controversial; in this regard, the role of self-regulation has been discussed intensively.
The aim of the study was to investigate the role of preschooler's motivation and ability of self-regulation for the successful adaptation to school taking their cognitive skills into consideration. The study comprised developmental conditions of self-regulation during preschool. Additionally, potential interactions between self-regulation, cognitive skills, as well as in-class behavior and academic performance at the end of first grade have been analyzed.
Within the present study, 28 five- to six-years old children were observed cross-sectionally and longitudinally. Children and their mothers were recruited in kindergartens in Konstanz, Germany. Several observations, questionnaires, and standardized tests were used to assess children's self-regulation, temperament, nonverbal intelligence, language skills, mental concentration, academic performance, and in-class behavior. Additionally, mothercs attachment experiences in her own relationships and her parenting behavior regarding maternal warmth were assessed. During the first data collection in spring of children's last preschool year data of children and their mothers were collected. In a follow-up one year later at the end of children's first grade data from children's primary school teachers were included as well.
With regard to developmental conditions of self-regulation during preschool, a significant relation was found between maternal warmth in parenting and child self-regulation. In contrast, no significant relations were found between child self-regulation and child temperament and nonverbal intelligence, respectively. As to predictors of maternal warmth in parenting neither significant relations between maternal warmth and mother's attachment experiences nor between maternal warmth and child temperament have been found.
Longitudinal analyses showed that preschooler's self-regulation was related to academic performance and in-class behavior at the end of first grade. Children with higher early self-regulation skills showed more academic achievement at the end of first grade and less behavior problems in the classroom than children with low early self-regulation skills. Furthermore, analyses revealed that in-class behavior problems mediated the relation between early self-regulation and child's reading and writing skills. The assumed moderator function of child's nonverbal intelligence on the relation between early self-regulation and school adaptation success was indicated only for child's in-class behavior problems: Self-regulatory competencies were to a greater extent negatively associated with behavior problems for children with lower nonverbal intelligence test scores than for children with higher nonverbal intelligence test scores.
The results of the present study refer to the relevance of children's early self-regulatory competencies for the adaptation to the school setting. The motivation and ability of self-regulation during preschool predicts child's academic performance at the end of first grade above child's nonverbal intelligence. Additionally, the results document the early emergence of behavior problems. Deficits in early self-regulation skills are associated with in-class behavior problems.
Children who have not mastered basic self-regulation skills are at risk for adaptation difficulties. The present study indicates the necessity of an early and specific promotion of children's self-regulation skills to improve the developmental perspectives especially of children with self-regulation deficits.

Fachgebiet (DDC)
150 Psychologie
Schlagwörter
Entwicklung, Vorschulalter, Self-regulation, Development, Kindergarten children
Konferenz
Rezension
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Zitieren
ISO 690SUCHODOLETZ, Antje von, 2008. Die Entwicklung von Selbstregulation im Übergang vom Kindergarten in die Schule : Die Rolle von mütterlicher Erziehung und kindlichem Temperament [Dissertation]. Konstanz: University of Konstanz
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November 12, 2008
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