Wendungen : zur Poetik der Peripetie in Schillers "Die Jungfrau von Orleans"

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Erschienen in
Jahrbuch der Deutschen Schillergesellschaft. 2017, 61, pp. 215-240. ISSN 0070-4318. Available under: doi: 10.1515/9783110532692-009
Zusammenfassung

Friedrich Schillers Theaterstück "Die Jungfrau von Orleans" (1801) verdient das Epitheton "Drama der Deutung". Die Krise der Interpretation markiert das zentrale Sujet der Darstellung von Johannas Aufstieg, Fall und Apotheose. Dabei dient Schiller die „Wendung“ als Motiv einer gleichsam absolut gesetzten Aporie, die sich im Drama in der unablässigen Umkehr des Verstehens äußert: es inszeniert das fortgesetzte Kreisen eines hermeneutischen Zirkels, dessen Wendungen mit ihrer Reflexion der Peripetie zudem eine dramaturgische Pointe besitzen.Friedrich Schillers 1801 in Leipzig uraufgeführtes Theaterstück Die Jungfrau von Orleans verdient das Epitheton „Drama der Deutung“. Die Krise der Interpretation markiert das zentrale Sujet der Darstellung von Johannas Aufstieg, Fall und Apotheose. Als synthetisch aus christo- und mythologischen Versatzstücken konstruierte Kunstfigur konfrontiert die Jungfrau die übrigen Akteure wie die Rezipienten des Stücks mit der Notwendigkeit, zum Verständnis der Titelheldin eine deutende Wahl zu treffen, und der Unfähigkeit, sich für eines der vom Text bereitgehaltenen Semantisierungsangebote zu entscheiden. Dabei dient Schiller die „Wendung“ als Motiv einer gleichsam absolut gesetzten Aporie, die sich im Drama in der unablässigen Umkehr des Verstehens äußert: Erschien Johanna gerade noch als Heilige, so wird sie im nächsten Augenblick als Hexe denunziert; hier weiblich, ist sie dort männlich konnotiert. Ihre Umwelt dringt mit dem Bemühen um semantische Determination auf die Jungfrau ein und ‚wendet‘ die Auslegung ihres Charakters, ohne in diesem hermeneutischen Zirkel an ein Ende zu gelangen. Die Auseinandersetzung mit dem Problem der Wendung lässt sich darüber hinaus als poetologische Reflexion der Peripetie begreifen, deren zwanghafte dramaturgische Volten zudem auf die Hysterie als spezifisch dramatische Krankheit verweisen: Das Leiden der Hysterika manifestiert sich als rascher Wechsel zur Schau gestellter Zustände, der sich systematisch allen Versuchen ordnenden Verstehens entzieht, die die medizinische Hermeneutik unternimmt. Figur und Dramaturgie entsprechen einander: Nicht bloß Johanna, Schillers Jungfrau von Orleans im Ganzen zeigt Symptome peripetischer Hysterie.

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Fachgebiet (DDC)
800 Literatur, Rhetorik, Literaturwissenschaft
Schlagwörter
Schiller, Drama, Dramaturgie, Hysterie
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ISO 690KONITZER, Viktor, 2017. Wendungen : zur Poetik der Peripetie in Schillers "Die Jungfrau von Orleans". In: Jahrbuch der Deutschen Schillergesellschaft. 2017, 61, pp. 215-240. ISSN 0070-4318. Available under: doi: 10.1515/9783110532692-009
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