Die Gutachterhaftung gegenüber dem Dritten im deutschen und schweizerischen Recht

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Datum
2006
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Tarman, Zeynep Derya
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The liability of an expert towards third parties in German and Swiss legal systems
Forschungsvorhaben
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Publikationstyp
Dissertation
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Zusammenfassung

The dissertation presents the liability of an expert towards third parties in a comparative way. The study mainly focuses on the liability of experts engaged by private people, excluding those acting in civil or criminal trials. The aim is to analyze the topic in German and Swiss legal systems and to evaluate the remedies that these legal systems with their different torts law regimes offer to the case.

Due to the lack of information in technological and scientific matters in today s environment, expert reports play a crucial role to make monetary decisions. However, these reports have the risk to contain inaccurate information. In this case, the question from the liability perspective is: "If a person relies on an expert report and is a victim of inaccurate information that was included in the report, can he/she have claims against the expert?" There is no doubt about the contractual liability of the expert towards the party of the expert contract. The problem arises not in the case of a contractual party but when another third party claims damages from the expert. In this case, the privity of the contract rule will hinder the third party to claim damages on contractual bases.

The thesis provides an insight to the key issues regarding the expert and the liability towards its contractual party in German and Swiss legal systems. Then it explores the liability of an expert towards third parties. In jurisprudence and doctrine, different remedies are given to solve the issue to this problem, which are discussed in the dissertation. The discussion is mainly about the legal grounds and the limitations of this liability. In expert cases, the third parties mislead by the reports generally face economic losses. Under German torts law, claim for pure economic losses are only admissible under strict conditions. The German courts try to solve the expert cases with the legal institute of "contract having protective effect on third parties", but the doctrine criticizes this solution by claiming that jurisprudence expands the contractual liability in an unacceptable way. On the other hand under the Swiss torts law, the reasoning of a pure economic loss is not always easy. To overcome this problem, a liability on trust has been introduced and applied in expert cases.

The thesis examines in detail the different legal grounds that could be claimed by a third party against an expert. These are defined as the contract having protective effect towards third parties, the liability of torts, the liability based on trust, the extension of the contractual liability to find out if the legal systems with their different legal grounds for the expert cases really lead to different solutions or base on the same reasons.

Within this context, the thesis is filling an important gap to define the conditions and the extent an expert should be held responsible towards third parties. Beside the legal grounds of the liability, it is important to reduce the extent of liability of the expert in a reasonable way, because the number of the third parties relying on a wrongful expert report could be very high. It is very controversial to accept the liability of an expert towards a third party that he or she has never met. Therefore, the protected group of people should be limited according to reasonable criteria s in order to assure the existence of the 'expert branch' and to hold the difference between a contractual liability and a torts liability.

Zusammenfassung in einer weiteren Sprache

Die Arbeit ist einer rechtsvergleichenden Darstellung des Themas "Gutachterhaftung gegenüber dem Dritten im deutschen und schweizerischen Recht" gewidmet. Ziel der Arbeit ist es, die Gutachterhaftung rechtsvergleichend zu analysieren, um festzustellen, welche Lösungen Rechtsordnungen mit verschiedenen Deliktsrechtssystemen zu der Gutachterhaftung gegenüber dem Dritten gefunden haben.

Die Tätigkeit eines Gutachters ist entsprechend des weitverzweigten Wirtschaftslebens und der Komplexität der Lebenssachverhalte sehr vielseitig. Ist der Zustand einer Sache zu beurteilen, die Qualität einer Ware oder Leistung zu bewerten oder die Ursache eines Schadens zu ermitteln und seine Höhe festzustellen, so kann der Privatmann nicht auf die Mitwirkung fachkundiger Personen verzichten, wenn das eigene technische Wissen für eine Beurteilung nicht ausreicht oder insbesondere wenn ein Gutachten Dritten gegenüber als glaubwürdiger Nachweis dienen soll. Die Erstellung von Gutachten ist in vielen Lebensbereichen insbesondere aufgrund technischer und wissenschaftlicher Entwicklungen eine Selbstverständlichkeit geworden. Gutachten bergen allerdings immer die Gefahr in sich, ungenau oder gar falsch zu sein. Dann stellt sich aus haftpflichtrechtlicher Sicht die Frage, ob derjenige, der aufgrund der ungenauen Auskunft eine ungünstige wirtschaftliche Transaktion getätigt hat, vom Gutachter den erlittenen Schaden ersetzt erhalten kann. Der Gutachter haftet aufgrund eines fehlerhaften Gutachtens unter bestimmten Voraussetzungen gegenüber seinem Auftraggeber. Die Gutachterfälle werden aber erst dann problematisch, wenn aufgrund eines fehlerhaften Gutachtens ein Schaden nicht beim Auftraggeber, sondern bei einem Dritten entsteht, an den der Auftraggeber das Gutachten weitergegeben hat. Ob ein Gutachter außer seinem Auftraggeber auch einem Dritten, der auf die Richtigkeit des Gutachtens vertraut hat und entsprechende Dispositionen getroffen hat, zum Schadensersatz verpflichtet sein soll, ist sehr umstritten. Da in der Praxis die Gutachterhaftung nicht gegenüber dem Auftraggeber, sondern insbesondere gegenüber dem Dritten eine große Diskussion hervorruft, konzentriert sich die Arbeit auf die Haftung gegenüber dem Dritten.

Die Arbeit geht der Frage nach, unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang Gutachter für Fehler ihres Gutachtens gegenüber einem Dritten einstehen müssen. Schließlich soll der Gutachter einer Haftung in unbestimmter Höhe, für eine unbestimmte Zeit und gegenüber einer unbestimmten Personengruppe nicht ausgesetzt werden. Deshalb muss der geschützte Personenkreis mit möglichst adäquaten Kriterien abgegrenzt werden, um die Trennung zwischen vertraglicher und deliktischer Haftung beibehalten zu können. In Rechtsprechung und Lehre sind verschiedene dogmatische Wege aufgezeigt worden, um diese Fälle rechtlich erfassen zu können. Wenn man die deliktischen Vorschriften nicht von vornherein als abschließende Regelung dieser Haftungsfrage ansieht, gilt es zu überlegen, auf welche Rechtsgrundlagen sich eine weitergehende Haftung der Gutachter stützen könnte und welchen Beschränkungen sie unterliegen muss. Kann diese Frage über das Deliktsrecht gelöst werden oder ist es möglich, den Gutachter für den Schaden des Dritten aus dem Vertrag des Gutachters mit dem Auftraggeber haftbar zu machen? Kann man die Haftung des Gutachters gegenüber dem Dritten auf das erweckte Vertrauen stützen? Diese Fragen haben sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz Lehre und Rechtsprechung eingehend beschäftigt und nicht alle Probleme, die in diesem Zusammenhang auftreten, konnten bisher von der Rechtsprechung befriedigend gelöst werden. Aufgabe dieser Arbeit ist es, die unterschiedliche Behandlung dieser Problematik in den verschiedenen Rechtsordnungen darzustellen und neben der dogmatischen Erklärung der Haftungsbegründung auch Kriterien zur Einschränkung des konkreten Kreises der Anspruchsberechtigten herauszuarbeiten.

Ziel der Arbeit ist die Beantwortung der Frage, ob es tatsächlich möglich ist, die Problematik der Gutachterhaftung gegenüber Dritten mit Hilfe des Vertrags mit Schutzwirkung für Dritte zu lösen. Dabei geht es insbesondere um das Verhältnis der verschiedenen Anspruchsnormen zueinander, die Gründe für die Bevorzugung gewisser Rechtsfiguren in den verschiedenen Ländern und die Frage, ob nicht die verschiedenen Anspruchsgrundlagen auf einer einheitlichen theoretischen Grundlage basieren.

Fachgebiet (DDC)
340 Recht
Schlagwörter
Gutachter, Parteigutachten, Gutachterfälle, Gegenläufigkeit der Interessen, Dritthaftung, expert, liability, third parties, contract having protective effect on third parties, liability on trust
Konferenz
Rezension
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Zitieren
ISO 690TARMAN, Zeynep Derya, 2006. Die Gutachterhaftung gegenüber dem Dritten im deutschen und schweizerischen Recht [Dissertation]. Konstanz: University of Konstanz
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January 26, 2007
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