Paläohydrologische Untersuchungen zur Umlenkung der Radolfzeller Aach bei Rielasingen-Arlen

dc.contributor.authorBlum, Hubertdeu
dc.contributor.authorBludau, Wolfgangdeu
dc.contributor.authorOstendorp, Wolfgang
dc.contributor.authorSchmidt, Edithdeu
dc.date.accessioned2011-03-24T17:41:33Zdeu
dc.date.available2011-03-24T17:41:33Zdeu
dc.date.issued1995deu
dc.description.abstractDurch eine Kombination von geomorphologischen, feldgeologischen und sedimentologischen Methoden konnten die paläohydrologischen Ereignisse, die mit der Laufrichtungsänderung der Radolfzeller Aach im Bereich Rielasingen in Zusammenhang stehen, weitgehend aufgeklärt werden:
1. Die morphologischen Befunde bestätigen, daß sich im Bereich Rielasingen-Arlen der Auslauf des Eisrandstausees befand, der sich in der Zeit zwischen den Gletscherrückzugsständen 7 und 8 im westlichen Unterseegebiet gebildet hatte.
2. Die Untere Radolfzeller Aach nahm ursprünglich einen anderen Verlauf als heute: Sie floß von Rielasingen aus in südwestlicher Richtung, erreichte westlich der Ortschaft Ramsen das untere Bibertal und folgte diesem bis zur Mündung in den Hochrhein, etwa 2 km westlich von Hemishofen. Damit ist der heute ab Rielasingen-Arlen erscheinende Ostverlauf sekundärer Natur und wurde durch eine Ablenkung des alten Gerinnes verursacht. Indizien für einen mehrfachen Wechsel zwischen dem Bodensee- und Hochrhein-Mündungsgebiet liegen nicht vor.
3. Die Laufrichtungsänderung fand im Zeitabschnitt Allerod/Jüngere Dryas statt (ca. 11 000 BP; 14C-Daten und pollenanalytische Datierungen).
4. Östlich des Aachknies können 3 Flußrinnen ausgeschieden werden: Die als "Ostrinne l" bezeichnete Rinne dürfte bis etwa 1000 BC aktiv gewesen sein. Die Ostrinne II liegt etwas nördlich der ersten; eine Datierung der Inaktivierung war hier nicht möglich. Die dritte, nördlichste Rinne, entspricht der heutigen Situation.
5. Das Fehlen jeglicher paläohydrologischer Spuren aus dem frühen und mittleren Holozän wird damit erklärt, daß infolge der damals dichten Waldbedeckung eine hydrologisch stabile Phase angenommen werden kann, innerhalb derer die Hochwasserscheitel schwächer ausfielen. Damit kann für diesen Zeitabschnitt die Neigung zu Gerinnebettveränderungen eher gering eingeschätzt werden.
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