The Causes and Consequences of Pro-Government Mobilization in Authoritarian Regimes

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Dissertation
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Soziale Bewegungen und Massenproteste können autokratische Herrscher aus dem Amt drängen und nachhaltige Demokratisierungsprozesse anstoßen. Die revolutionären Vorgänge im Sudan und in Algerien Anfang 2019 belegen dies in eindrucksvoller Weise. Erfolgreiche Bewegungen erfahren große Aufmerksamkeit in den (westlichen) Medien. Weit weniger Beachtung finden dagegen Massenproteste, bei denen Bürgerinnen und Bürger nicht gegen, sondern für Machthaber und Regierungen demonstrieren, die nicht demokratisch legitimiert sind. Dennoch beobachten wir solche Proteste in einer Vielzahl autoritär geführter Länder, von Iran über Russland hin zu Venezuela. Diese Art des Protests spielt eine wichtige Rolle in (kompetitiv-)authoritär geführten Ländern. Das Beispiel der Türkei zeigt, dass zivile Massendemonstrationen eine Schlüsselrolle bei der Abwehr des Umsturzversuches im Jahr 2016 gespielt haben. Darüber hinaus münden Aufeinandertreffen zwischen Regierungsgegnern und Unterstützern oft in gewaltsamen Auseinandersetzungen mit zahlreichen Verletzten, insbesondere auf Seiten derjenigen, die sich gegen autoritäre Regierungen engagieren. Massenmobilisierung rund um den Machtkampf in Venezuela zwischen Präsident Maduro und seinem Herausforderer Guaidó Anfang 2019 illustrieren diese Dynamiken. Die Rolle von politischem Protest in nicht-demokratischen Staaten ist ein zentraler Untersuchungsgegenstand in der Vergleichenden Politikwissenschaft. Dennoch ist Massenmobilisierung zur Unterstützung autokratischer Regierungen ein wenig erforschtes Phänomen. Die bisherige Forschung befasst sich vor allem mit den Entstehungs- und Erfolgsfaktoren demokratischer Bewegungen in autoritären Systemen wie beispielsweise im Kontext des “Arabischen Frühlings” oder den “Farbrevolutionen” in Osteuropa. Arbeiten zur Stabilität autoritärer Regime fokussieren sich auf die Unterstützung mächtiger Eliten, Repression und Legitimierungsstrategien. Die Rolle ziviler Akteure und ihrer Mobilisierung für Autokraten findet wenig Beachtung. Die vorliegende Dissertation versucht diese Lücke mithilfe einer systematischen Analyse von Pro-Regierungsdemonstrationen in Autokratien zu schließen. In den drei Forschungspapieren untersuche ich mithilfe quantitativer Methoden die Erklärungsfaktoren sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Darüber hinaus analysiere ich, wie Pro-Regierungsdemonstrationen den Verlauf von Oppositionsprotesten beeinflussen. Als Grundlage meiner Arbeit nutze ich die Mass Mobilization in Autocracies (MMAD), die bis dato umfangreichste Datensammlung zu Pro-Regierungsprotesten in Autokratien. Ein wichtiges Ziel der Arbeit ist die Herausarbeitung eines theoretischen Rahmens, um die Dynamiken dieser Art der Masiv senmobilisierung und ihre Rolle beim Machterhalt autoritäter Regierungen erklären zu können. Im Fokus meines ersten Dissertationspapiers, welches ich gemeinsam mit Nils B. Weidmann verfasst habe, steht die Entwicklung eines theoretischen Erklärungsansatzes für das Auftreten von Pro-Regierungsdemonstrationen. Darüber hinaus führen wir eine explorative empirische Analyse der politischen Faktoren durch, die diese Art der Massenmobilisierung wahrscheinlicher machen. Im Kern argumentieren wir für eine elitenzentrierte Perspektive und beschreiben Pro-Regierungsdemonstrationen als strategisches Mittel zur Abwehr politischer Herausforderungen etwa in Form eines militärischen Umsturzes oder einer revolutionären Bewegung. Insbesondere wenn andere, direktere Mittel der Repression nicht verfügbar sind, setzen Autokraten auf die Mobilisierung ihrer Unterstützer. Die empirische Analyse der MMAD-Daten zeigt unter anderem ein erhöhtes Auftreten von Pro-Regierungsdemonstrationen im Vorfeld von Wahlen, bei steigendem Risiko eines Putsches und bei Massenmobilisierung der Opposition. Das zweite Forschungspapier dieser Dissertation beschäftigt sich mit der internationalen Dimension pro-autoritärer Proteste und insbesondere der Rolle von Nationalismus als Instrument zur Mobilisierung der Massen. Ausgehend von dem in den Internationalen Beziehungen oft beschriebenen so genannten Wagenburg-Effekt entwickle ich das Argument, dass Interventionen ausländischer Staaten in Form von Drohungen und Sanktionen Autokraten die Mobilisierung ihrer eigenen Bevölkerung erleichtern. Dies gelingt durch das Befeuern nationalistischer Einstellungen, indem die Intervention von Außen als Angriff auf die ganze Nation porträtiert wird. Daher sollte es einen positiven Zusammenhang zwischen internationalem Konflikt und dem Auftreten von Pro-Regierundsdemonstrationen geben. Die empirische Analyse bestätigt diese Hypothese. Darüber hinaus lässt sich ein Interaktionseffekt zwischen Bedrohungen von Außen und Pressefreiheit im Land feststellen. Autokraten, die nationale Medien stark kontrollieren, können einen größeren Wagenburg-Effekt erreichen. Im dritten Forschungspapier beschäftige ich mich mit den Auswirkungen von Massenmobilisierung zur Unterstützung autokratischer Regime auf Oppositionsbewegungen. Aufbauend auf bestehenden Studien zur Interaktion zwischen sich gegenüberstehenden Bewegungen und politischer Repression stelle ich die Hypothese auf, dass der Effekt von zwei Charakteristika der Pro-Regierungsdemonstrationen abhängig ist: ihrer Größe und dem Auftreten von Gewalt. Gewalttätige Zusammenstöße zwischen Anhänger beider Gruppen führen zu größerer Unzufriedenheit und verlängern den Protest-Zyklus. Eine große Anzahl an Pro-Regierungsdemonstrationen hingegen führt zu einem schnelleren Ende des Protests, da die Erfolgsaussichten der Bewegung gering sind. Die Ergebnisse der Survival-Analyse auf Stadt- und Länderebene bestätigen diese Erwartungen und zeigen, dass der Effekt repressiver Aktionen privater Akteure vergleichbar ist mit den Auswirkungen staatlicher Repression. Die vorliegende Arbeit unterstreicht die Rolle ziviler Akteure bei der Aufrechterhaltung autoritärer Regime und ergänzt damit die bestehende Forschung zu Kooptation, Repression und Legitimität. Sie zeigt, unter welchen Umständen Autokraten versuchen, die Bevölkerung zu mobilisieren und wann Bürgerinnen und Bürger willens sind, Protestaufrufen zu folgen.

Fachgebiet (DDC)
320 Politik
Schlagwörter
Autokratieforschung, politischer Protest, nicht-demokratische Regime, Mobilisierung, Sanktionen
Konferenz
Rezension
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Zitieren
ISO 690HELLMEIER, Sebastian, 2019. The Causes and Consequences of Pro-Government Mobilization in Authoritarian Regimes [Dissertation]. Konstanz: University of Konstanz
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Prüfungsdatum der Dissertation
December 6, 2019
Hochschulschriftenvermerk
Konstanz, Univ., Diss., 2019
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Corresponding Authors der Uni Konstanz vorhanden
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Ja
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