»All you need is a marker pen!« : Textzerstörung als post-avantgardistisches Verfahren in der Gegenwartslyrik

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»All you need is a marker pen!« : Text Deletion as a post-avant-garde Procedure in Contemporary Poetry
Forschungsvorhaben
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Zeitschriftenheft
Publikationstyp
Zeitschriftenartikel
Publikationsstatus
Published
Erschienen in
Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte. Springer. 2023, 97(4), pp. 1041-1063. ISSN 0012-0936. eISSN 2365-9521. Available under: doi: 10.1007/s41245-023-00236-3
Zusammenfassung

In der Gegenwartslyrik kommen immer öfter Geräte zum Einsatz, die bislang nicht als künstlerische Werkzeuge galten und deren Zweck in der kreativen Zerstörung besteht. Anstatt ein Werk gleichsam aus dem Nichts heraus zu erschaffen, bringen sie durch Demontage des schon Bestehenden etwas Neues hervor. Verwendung findet dieses Verfahren der Texttilgung in der so genannten »Erasure Poetry«. Damit ist eine Form der Lyrikproduktion bezeichnet, bei der es darauf ankommt, einen vorhandenen Text mit einem zum Übermalen geeigneten Büroutensil, vorzugsweise einem schwarzen Filzmarker, nach bestimmten Regeln zu bearbeiten. Der Aufsatz geht der Frage nach, was sich ändert, wenn Texte nicht mehr geschrieben, sondern durchgestrichen werden. Beispiele aus verschiedenen Gebrauchszusammenhängen zeigen das Spektrum gestalterischer Möglichkeiten und zugleich die unterschiedlichen Funktionen auf, die die erasure erfüllen kann: als kollektive Praxis dient sie der Selbsttherapie und Lebensbewältigung; als artistisches Verfahren dagegen kommt sie derzeit in vielen Lyrikbänden und Künstlerbüchern zum Einsatz, die den herkömmlichen Umgang mit Literatur ebenso in Frage stellen wie bestimmte Praktiken der Macht. Die erasure erweist sich hier als ästhetische Strategie der Offenlegung verschwiegener, negierter oder vom Vergessen bedrohter Inhalte. Entscheidend in produktions- wie wirkungsästhetischer Hinsicht ist dabei der Bruch mit konventionellen Darstellungsweisen. Er manifestiert sich in der Art, wie die übrig gebliebenen Wörter oder Lettern auf der Buchseite angeordnet und in Beziehung zu den sie umgebenden leeren Flächen gesetzt werden: Word placement und white space managment bezeichnen die beiden zentralen Operationen der post-avantgardistischen Literatur und ihres page design.

Zusammenfassung in einer weiteren Sprache

In contemporary poetry, devices serving the purpose of creative destruction are increasingly coming into use. Usually not considered as proper to art making, these tools create by dismantling what is already there rather than generating something entirely new from nothing. Such methods of text deletion are at stake in socalled »erasure poetry«. Erasure poetry designates a mode of poetic production, in which an existing text is edited with a black felt marker or painted over with other suitable office supplies according to a set of given parameters. This essay explores what happens when texts are no longer written but crossed out. Examples from a variety of contexts of use illustrate both the wide spectrum of the phenomenon and different functions of erasure. As a collective practice the technique may be therapeutic or simply helpful in coping with life. However, as an artistic strategy, erasure is currently deployed in many poetry collections and artists’ books that question common ways of engaging with literature as well as certain practices of power. Here, erasure emerges as an aesthetic strategy that can in fact reveal contents that have been concealed, negated, or threatened with oblivion. Both in terms of production and of reception, the decisive aesthetic feature in such cases is a break with conventional modes of representation. This break manifests itself in the ways the remaining words or letters are arranged on the page and put into relation to the empty space that surrounds them: Word placement and white space management are the two central operations of post-avant-garde literature and its page design.

Fachgebiet (DDC)
800 Literatur, Rhetorik, Literaturwissenschaft
Schlagwörter
Konferenz
Rezension
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Zitieren
ISO 690ESSLINGER, Eva, 2023. »All you need is a marker pen!« : Textzerstörung als post-avantgardistisches Verfahren in der Gegenwartslyrik. In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte. Springer. 2023, 97(4), pp. 1041-1063. ISSN 0012-0936. eISSN 2365-9521. Available under: doi: 10.1007/s41245-023-00236-3
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