Die Konstruktion des Feindes : eine vergleichende Studie über Feinde und Feindbilder nach dem 1. Weltkrieg und dem 11. September

dc.contributor.authorMousser, Jaouad
dc.date.accessioned2011-03-23T13:48:03Zdeu
dc.date.available2011-03-23T13:48:03Zdeu
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dc.description.abstractMit dem Satz die Welt ist voller Feinde beschrieb Kaiser Wilhelm II. eine geostrategische Situation, in der die internationalen Beziehungen durch die Polarität Freund-Feind bestimmt waren. Aus einer heutigen Perspektive scheint dieser Satz von seiner Gültigkeit noch nichts verloren zu haben. Überall in der Welt gibt es Feinde. Die Kultur versorgt uns mit vielen Mitteln entweder unsere Feinde zu kreieren oder den Zirkel unserer Feindschaften zu erweitern. Überall auf der Welt gibt es Feinde: Eigene Feinde, die man - wenn es nötig ist - bekämpft, Feinde unserer Freunde, die man - das diktiert die Maxime - in einem automatischen Zug zu eigenen Feinden macht, und Feinde der Feinde, die - wegen ihrer Feindschaft zu unseren Feinden - zu Freunden werden. Vor allem in unseren fiktiven Welten, ist der Feind von grundlegender Bedeutung. Mythen, Märchen, Politik, Kino, Spiele etc. aktualisieren immer aufs Neue das ewige Duell zwischen Gut und Böse, zwischen Freund und Feind. Auf diese Polarität kommt es immer darauf an, wenn eines unserer Basissysteme ins Schwanken gerät. Die Vorstellung des Feindes ist ein Werkzeug, mit dem tief greifend die Defekte des Systems behoben werden. Nicht selten wird dieser imaginiert. Je fiktiver das System ist, desto notwendiger es seine Gegner benötigt. Politik und Kino in diesem Sinne produzieren am meisten Feinde.
Der Spruch Wilhelm II. kann auf viele unserer Welten erstreckt werden: Unsere Welten sind voller Feinde , könnte sein berühmt gewordene Satz umformuliert werden. Die Idee des Feindes wird desto dramatischer, je mehr sie in der Welt der Realität an Boden gewinnt. Dramatischer ist dann, wenn die Welt der Realität der der Fiktion nachzuahmen beginnt. Die Fiktion ernährt sich nicht mehr aus der Realität, sondern das Gegenteil. Der Mensch ist dann Opfer seiner eigenen Phantasie.
Die Idee des Feindes hat immer den Menschen begleitet. Kriege waren immer an der Tagesordnung zwischenmenschlicher Kontakte. Er selber signalisiert nicht weiteres als einen Defekt einer möglichen Zusammenkunft der Gemeinschaften. Dieser Defekt wird aufgehoben, sobald seine objektiven Gründe nicht mehr vorhanden sind.
Heute besteht der Defekt in jener Logik, die den Krieg zu einer Notwendigkeit macht, die ihn jenseits seiner tragischen Konsequenzen willkommen heißt. Der Krieg erzeugt den Feind und nicht umgekehrt. Hier liegt die ganze Tragik der Moderne.
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