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Interaktion von neurowissenschaftlichen Erkenntnissen und psychotherapeutischen Einsichten am Beispiel von traumatischem Stress und dessen Behandlung mittels narrativer Expositionstherapie

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2007

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Erschienen in

BECKER, Reinhold, ed. and others. Wie wirkt Psychotherapie? : Forschungsgrundlagen für die Praxis. Stuttgart: Thieme, 2007, pp. 87-108

Zusammenfassung

Ein Sechstel bis die Hälfte aller Überlebenden in Krisenregionen wird infolge von traumatischem Stress psychisch krank und damit auf verschiedene Weisen funktionsbeeinträchtigt. Unsere Zahlen zur Prävalenz von Trauma-Spektrumserkrankungen, etwa aus verschiedenen Krisengebieten, wie dem Südsudan (Neuner et al. 2004a, Neuner et al. 2004 b, Karunakara et al. 2004), Uganda (Karunakara et al. 2004, Onyut et al. 2005), Rwanda (Schaal und Elbert 2006, Onyut et al. 2004), Somalia (Odenwald et al. 2005) oder Sri Lanka (Neuner et al. 2006) stimmen mit anderen Berichten aus Regionen überein, die von Krieg, politischer Verfolgung oder Naturkatastrophen betroffen sind. So zeigen verschiedene Studien, dass in den betroffenen Populationen 20 50% der Menschen eine psychische Störung und Funktionsminderung aufgrund der Traumatisierung haben. Überrascht hat uns bei diesen Studien, die Fähigkeit von vertriebenen Personen die klassischen Symptome infolge von schlimmen traumatischen Erfahrungen fast wie im Lehrbuch zu beschreiben, selbst bei Personen, die ohne jegliche formale Bildung abseits von Kontaktmöglichkeiten mit der Außenwelt leben; so etwa im Südsudan. Diese Kernsymptome, die den Betroffenen psychische Gesundheit wie Funktionstüchtigkeit kosten, werden zur posttraumatischen Belastungsstörung (Posttraumatic Stress Disorder, PTSD) zusammengefasst und beinhalten:
- den Druck traumatische Erfahrungen wieder und wieder zu durchleben, in der Nacht als Albträume, am Tag als Aufblitzen von Erinnerungsfetzen, als plötzliche Angst oder gar Panik, bis hin zu flashbacks , in denen das Opfer gar glaubt in eben die Momente des Schreckens zurückversetzt worden zu sein.
- Schreckhaftigkeit, eine ständige Alarmbereitschaft, die weniger in tonisch
erhöhter autonomer Erregung als in Hyperreagibilität zu sehen ist und damit Entspannung wie Einschlafen behindert. Dies wird oft etwas irreführend als Hyperarousal bezeichnet.
- Natürlich die Vermeidung! Wer möchte schon an den Schrecken, das Trauma, an den blutenden Soldaten, das brennende Kind, die eigene Folter zurückdenken? "Dort" will man nicht mehr hin, man vermeidet aktiv die Orte, wie die Gedanken an die Ereignisse. Und das Opfer unterlasst, was Erinnerungen aktivieren könnte, sei es freudige Erregung, weil schon jede Erregung erinnert, sei es die Auseinandersetzung mit eben diesen Erinnerungen. Lieber in Gefühlsleere abdriften, bevor die Erinnerung zuschlägt. Dissoziation, wie emotionale Taubheit werden auch als passive Erinnerungen bezeichnet. Sie können bis zur Entfremdung von der Welt (Derealisation) einem Selbst (Depersonalisation) oder psychotisch wirkenden Symptomen reichen.

Zusammenfassung in einer weiteren Sprache

Fachgebiet (DDC)
150 Psychologie

Schlagwörter

narrative Expositionstherapie, traumatischer Stress

Konferenz

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Zitieren

ISO 690SCHAUER, Maggie, Thomas ELBERT, Frank NEUNER, 2007. Interaktion von neurowissenschaftlichen Erkenntnissen und psychotherapeutischen Einsichten am Beispiel von traumatischem Stress und dessen Behandlung mittels narrativer Expositionstherapie. In: BECKER, Reinhold, ed. and others. Wie wirkt Psychotherapie? : Forschungsgrundlagen für die Praxis. Stuttgart: Thieme, 2007, pp. 87-108
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