Water Wars : Nation Building, Umweltkrisen und der Aufstieg des Neoliberalismus in Australien seit 1968

dc.contributor.authorRothenburg, Daniel
dc.date.accessioned2026-02-25T10:25:20Z
dc.date.available2026-02-25T10:25:20Z
dc.date.issued2025
dc.description.abstractAustralien, der ‘trockenste bewohnte Kontinent’, erlebt seit Jahren erbitterte ‘Water Wars’. Deren Zentrum ist das Murray-Darling-Becken (MDB), das Herz der australischen Landwirtschaft. Bundesstaaten, ländliche Gemeinden, Landwirt*innen, Agrarkonzerne, Native-Title-Inhaber*innen und die Umwelt konkurrieren um die knapper werdenden Wasserressourcen in dieser wirtschaftlich und ökologisch wichtigen Großregion. Durch die Auswirkungen des Klimawandels werden diese Kämpfe in Zukunft voraussichtlich noch an Intensität gewinnen. Dieser Beitrag verfolgt die historische Genealogie dieser ‘Konfliktlandschaft’ seit den späten 1960er Jahren, um die gegenwärtige Situation besser zu verstehen. Die hier entwickelte These lautet, dass in der Zeit zwischen 1968 und 1994 die Grundlagen für die heutige Konfliktstruktur gelegt wurden. Während dieser Zeit eskalierte einerseits eine Umweltkrise im MDB, die Versalzung der Böden und des Wassers. Insgesamt verschlechterte sich die Situation durch übermäßigen Wasserverbrauch, sodass das MDB am Ende des 20. Jahrhunderts in einem ökologisch katastrophalen Zustand war. Andererseits wurde in dieser Zeit das staatliche Monopol auf die nicht-urbanen Wasserressourcen aufgelöst. Unter dem doppelten Vorzeichen der Durchsetzung der Paradigmen des Neoliberalismus und der Nachhaltigkeit wurde Wasser von einem öffentlichen Gut zu einer Ware. Heute hat Australien den am weitesten entwickelten Wassermarkt der Welt – ein ökologisches und soziales Experiment mit offenem Ausgang, das wir uns auch in Europa genau ansehen sollten.
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dc.identifier.doi10.35515/zfa/asj.43/2025.02
dc.identifier.urihttps://kops.uni-konstanz.de/handle/123456789/76336
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