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Die Wählerschaft der AfD : Kulturelle Einstellungen und sozio-ökonomische Merkmale

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Publikationstyp
Masterarbeit/Diplomarbeit
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Zusammenfassung

Die Arbeit untersucht mögliche Gründe für die AfD-Wahlabsicht anhand des ALLBUS 2018. Dabei wird eine breite Operationalisierung konkurrierender Erklärungsansätze (Modernisierungsverlierer-Ansatz, Politökonomischer Ansatz, Desintegrationsansatz, Cultural-Backlash-Ansatz) vorgenommen, deren jeweilige Erklärungskraft anschließend kontrastiert wird. In der aktuellen empirischen Forschung ist die Erklärung der AfD-Wahlabsicht stark umstritten. Eine wesentliche Ursache hierfür ist das übliche Vorgehen bei der empirischen Überprüfung der theoretisch vermuteten Begründungen: Die Studien überprüfen in der Regel jeweils einen einzelnen Ansatz auf empirische Evidenz. So zum Beispiel, wenn der Einfluss von objektiver und subjektiver ökonomischer Benachteiligung auf die AfD-Wahlabsicht überprüft wird, ohne weitere, alternative Erklärungen zu operationalisieren und zu überprüfen. Gelegentlich werden auch zwei Ansätze miteinander kontrastiert. Meistens handelt es sich dabei um eine Gegenüberstellung von als „ökonomisch versus kulturell“ definierten Ursachen. Dieser üblichen Vorgehensweise liegt implizit die Annahme einer gewissen Eindimensionalität der Ursachen für rechtspopulistische Einstellungen und Wahlpräferenzen zugrunde. Es wird nach dem einen Ansatz gesucht, der die Ursache für rechtspopulistische Einstellungen und Wahlpräferenzen liefert. Die implizite Annahme von Eindimensionalität führt nicht nur dazu, dass die Erklärungen meist nur einseitig überprüft werden, sondern auch dazu, dass die als „ökonomisch“ und „kulturell“ definierten Ursachen als völlig konkurrierende Erklärungen behandelt werden. Ein weiterer zentraler Nachteil bisheriger Studien zur AfD-Präferenz besteht in der verkürzten Operationalisierung der relevanten theoretischen Konzepte. So zum Beispiel, wenn der ökonomische Ursachenkomplex lediglich auf Einkommen und Beruf, oder wenn das Erleben von kultureller Entfremdung auf die Ablehnung von Migration reduziert wird. Die Reduktion komplexer Theorien auf einzelne Aspekte und die damit verbundene Vernachlässigung entscheidender Elemente wird der Vielschichtigkeit der Erklärungsansätze nicht gerecht und wirft Zweifel an der inhaltlichen Validität der Messungen und der daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen auf. Um diese Probleme zu adressieren, wird in der vorliegenden Arbeit eine umfassendere Operationalisierung der theoretischen Konzepte vorgenommen, als dies in den bisherigen empirischen Studien zur AfD der Fall ist, sowie eine direkte Kontrastierung verschiedener Erklärungsansätze vorgenommen. Zu diesem Zweck werden alle inhaltlich relevanten Items des ALLBUS 2018 herangezogen, theoriegeleitet systematisiert und (größtenteils) mittels kategorialer Hauptkomponentenanalysen zu Skalen zusammengefasst. Neben einer Reihe von objektiven und subjektiven ökonomischen Faktoren werden hier Skalen zu Konservatismus, Patriotismus, Rechtsextremismus, Anti-Pluralismus, Misstrauen in Institutionen, Politische Entfremdung, Politische Selbstwirksamkeit, Wunsch nach Umverteilung, Anomia & Misanthropie, Mangelnde Verbundenheit mit dem Gemeinwesen, und Wunsch nach Direkter Demokratie gebildet. Dadurch werden zentrale Faktoren für die AfD-Wahlabsicht operationalisiert und für die Analyse zugänglich gemacht, die jeweils hinter der oft konstatierten Migrationsablehnung oder Demokratieunzufriedenheit von AfD-Wählern stehen könnten. So wird die Forschungsfrage nach den möglichen Gründen der AfD-Unterstützung adressiert. Durch eine breitere Operationalisierung von Indikatoren wird zudem auch die parallele Überprüfung von mehreren Erklärungsansätzen zur AfD-Unterstützung ermöglicht, da verschiedene Indikatoren (Skalen) jeweils bestimmten Ansätzen zugeordnet werden können. Eine direkte Kontrastierung verschiedener Ansätze kann zeigen, ob und inwiefern sich diese überlappen sowie welchen eigenen Erklärungsbeitrag sie leisten. Sie kann somit Aufschluss über ihre relative Erklärungskraft geben und einen differenzierteren Einblick in die möglichen Gründe der AfD-Unterstützung geben. Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass mehrere Ursachen zusammenwirken, die nicht völlig voneinander entkoppelt, sondern in komplexer Weise miteinander verwoben sind. Vieles deutet darauf hin, dass die AfD-Wählerschaft heterogen ist. Sie setzt sich aus unterschiedlichen Gruppen zusammen: Diese ähneln sich zwar in ihrer Migrationsablehnung, haben dafür jedoch unterschiedliche Gründe: ökonomische Ängste, anti-liberale Einstellungen, das Empfinden politisch-institutioneller Desintegration und zum Teil auch weitere Gründe, die den Bedarf an weiterer Theorie-Entwicklung offenbaren. Das Ergebnis zeigt, dass eindimensionale Erklärungen für die Wahl rechtspopulistischer Parteien zu kurz greifen.

Zusammenfassung in einer weiteren Sprache

Fachgebiet (DDC)
300 Sozialwissenschaften, Soziologie

Schlagwörter

AfD, Rechtspopulismus, ALLBUS 2018, Modernisierungsverlierer, Cultural Backlash, Politökonomischer Ansatz, Migrationsablehnung, Demokratieunzufriedenheit, Politische Einstellungen, Right-Wing Populism, Gründe AfD-Wahlabsicht, ALLBUS Nachwuchspreis, Ökonomische Ängste, Anti-liberale Einstellungen, Politische Desintegration

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ISO 690KATSAROVA, Sonya, 2019. Die Wählerschaft der AfD : Kulturelle Einstellungen und sozio-ökonomische Merkmale [Masterarbeit/Diplomarbeit]. Konstanz: Universität Konstanz
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In der aktuellen empirischen Forschung ist die Erklärung der AfD-Wahlabsicht stark umstritten. Eine wesentliche Ursache hierfür ist das übliche Vorgehen bei der empirischen Überprüfung der theoretisch vermuteten Begründungen: Die Studien überprüfen in der Regel jeweils einen einzelnen Ansatz auf empirische Evidenz. So zum Beispiel, wenn der Einfluss von objektiver und subjektiver ökonomischer Benachteiligung auf die AfD-Wahlabsicht überprüft wird, ohne weitere, alternative Erklärungen zu operationalisieren und zu überprüfen. Gelegentlich werden auch zwei Ansätze miteinander kontrastiert. Meistens handelt es sich dabei um eine Gegenüberstellung von als „ökonomisch versus kulturell“ definierten Ursachen. Dieser üblichen Vorgehensweise liegt implizit die Annahme einer gewissen Eindimensionalität der Ursachen für rechtspopulistische Einstellungen und Wahlpräferenzen zugrunde. Es wird nach dem einen Ansatz gesucht, der die Ursache für rechtspopulistische Einstellungen und Wahlpräferenzen liefert. Die implizite Annahme von Eindimensionalität führt nicht nur dazu, dass die Erklärungen meist nur einseitig überprüft werden, sondern auch dazu, dass die als „ökonomisch“ und „kulturell“ definierten Ursachen als völlig konkurrierende Erklärungen behandelt werden.
Ein weiterer zentraler Nachteil bisheriger Studien zur AfD-Präferenz besteht in der verkürzten Operationalisierung der relevanten theoretischen Konzepte. So zum Beispiel, wenn der ökonomische Ursachenkomplex lediglich auf Einkommen und Beruf, oder wenn das Erleben von kultureller Entfremdung auf die Ablehnung von Migration reduziert wird. Die Reduktion komplexer Theorien auf einzelne Aspekte und die damit verbundene Vernachlässigung entscheidender Elemente wird der Vielschichtigkeit der Erklärungsansätze nicht gerecht und wirft Zweifel an der inhaltlichen Validität der Messungen und der daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen auf.
Um diese Probleme zu adressieren, wird in der vorliegenden Arbeit eine umfassendere Operationalisierung der theoretischen Konzepte vorgenommen, als dies in den bisherigen empirischen Studien zur AfD der Fall ist, sowie eine direkte Kontrastierung verschiedener Erklärungsansätze vorgenommen. Zu diesem Zweck werden alle inhaltlich relevanten Items des ALLBUS 2018 herangezogen, theoriegeleitet systematisiert und (größtenteils) mittels kategorialer Hauptkomponentenanalysen zu Skalen zusammengefasst. Neben einer Reihe von objektiven und subjektiven ökonomischen Faktoren werden hier Skalen zu Konservatismus, Patriotismus, Rechtsextremismus, Anti-Pluralismus, Misstrauen in Institutionen, Politische Entfremdung, Politische Selbstwirksamkeit, Wunsch nach Umverteilung, Anomia &amp; Misanthropie, Mangelnde Verbundenheit mit dem Gemeinwesen, und Wunsch nach Direkter Demokratie gebildet. Dadurch werden zentrale Faktoren für die AfD-Wahlabsicht operationalisiert und für die Analyse zugänglich gemacht, die jeweils hinter der oft konstatierten Migrationsablehnung oder Demokratieunzufriedenheit von AfD-Wählern stehen könnten. So wird die Forschungsfrage nach den möglichen Gründen der AfD-Unterstützung adressiert. Durch eine breitere Operationalisierung von Indikatoren wird zudem auch die parallele Überprüfung von mehreren Erklärungsansätzen zur AfD-Unterstützung ermöglicht, da verschiedene Indikatoren (Skalen) jeweils bestimmten Ansätzen zugeordnet werden können. Eine direkte Kontrastierung verschiedener Ansätze kann zeigen, ob und inwiefern sich diese überlappen sowie welchen eigenen Erklärungsbeitrag sie leisten. Sie kann somit Aufschluss über ihre relative Erklärungskraft geben und einen differenzierteren Einblick in die möglichen Gründe der AfD-Unterstützung geben.
Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass mehrere Ursachen zusammenwirken, die nicht völlig voneinander entkoppelt, sondern in komplexer Weise miteinander verwoben sind. Vieles deutet darauf hin, dass die AfD-Wählerschaft heterogen ist. Sie setzt sich aus unterschiedlichen Gruppen zusammen: Diese ähneln sich zwar in ihrer Migrationsablehnung, haben dafür jedoch unterschiedliche Gründe: ökonomische Ängste, anti-liberale Einstellungen, das Empfinden politisch-institutioneller Desintegration und zum Teil auch weitere Gründe, die den Bedarf an weiterer Theorie-Entwicklung offenbaren. Das Ergebnis zeigt, dass eindimensionale Erklärungen für die Wahl rechtspopulistischer Parteien zu kurz greifen.</dcterms:abstract>
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Konstanz, Universität Konstanz, Masterarbeit/Diplomarbeit, 2019
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