Aktuelle Trends im Management von internationalen Konflikten : Vermittlungsaktionen in militärischen Konflikten im Zeitraum 1950-2000

dc.contributor.authorDebling, Florentina
dc.contributor.authorProksch, Sven-Oliver
dc.contributor.authorSchneider, Gerald
dc.date.accessioned2020-09-09T13:23:55Z
dc.date.available2020-09-09T13:23:55Z
dc.date.issued2002deu
dc.description.abstractIn den 90er Jahren ist die Zahl der Vermittlungsaktionen in militärischen Konflikten im Vergleich zu den vorigen Dekaden signifikant gewachsen. Wesentliche Ursachen für diesen Bedeutungszuwachs sind das Ende der Ost-West-Konfrontation, die wachsende Zahl von Bürgerkriegen im Vergleich zu zwischenstaatlichen Konflikten und die Proliferation an zusätzlichen Akteuren in der internationalen Politik.
Die wachsende Bedeutung des Konfliktmanagements eröffnet Staaten wie der Schweiz Chancen. Die hier vorgelegte Analyse zeigt jedoch, dass kleinere und mittelgroße Staaten als Vermittler eher unterrepräsentiert sind und dass internationale Organisationen zusammen mit den USA und anderen Großstaaten den „Markt“ für Konfliktmanagement dominieren. Die Studie bestätigt auch den Befund einer früheren Evaluation, dass ein offizieller Neutralitätsstatus die Zahl der Mediationen und deren Effektivität nicht beeinflusst (Marquis und Schneider 1996). Dies lässt sich auf die Tendenz bei potentiellen Vermittlern zurückführen, eine neutrale Position zwischen den Konfliktparteien einzunehmen, um überhaupt eine reelle Chance auf ein Mandat zu erhalten (Bercovitch und Schneider 2000). Die Guten Dienste, die immer noch oft als Möglichkeit für die Schweiz in der internationalen Diplomatie erwähnt werden, sind keine Alternative zur Mediation. In den 90er Jahren hat sich nämlich die Bedeutung dieses Instrumentes weiter verringert.
Realistischerweise ist es für die Schweiz wohl im Regelfall nur im Verbund mit anderen Staaten oder im Schoße einer internationalen Organisation möglich, überdurchschnittlich von der Aufwertung des aktiven Konfliktmanagements zu profitieren. Gerade die unter Schweizer Hilfe zustande gekommene Unterzeichnung des Waffenstillstandes für die Nuba-Berge bestätigt dies. Der Wandel in der Einstellung der Bevölkerung gegenüber der internationalen Friedensdiplomatie bietet Unterstützung für diese Teammediationen. Es empfiehlt sich, dass das EDA auf die Grenzen des unilateralen Konfliktmanagements von Kleinstaaten verweist.
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dc.subjectVermittlung; Internationale Konflikte; Kleinstaaten; Außenpolitikdeu
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