Dobbins, Michael

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Comparing Higher Education Policies in Central and Eastern Europe : To converge or not to converge?

2008, Dobbins, Michael

Dieses Forschungsvorhaben befasst sich mit den gegenwärtigen Reformprozessen im
Hochschulwesen der Länder Mittel- und Osteuropas. Sowohl in Westeuropa als auch in den post-kommunistischen Staaten unterliegen die Strukturen und Organisations- und Steuerungsformen des Hochschulwesens nicht zuletzt infolge des verstärkten Wettbewerbs und des 1999 initiierten Bologna-Prozesses weit reichenden Wandlungsprozessen. Die Methoden der Hochschulsteuerung werden verändert, und nationale Regierungen delegieren zunehmend die Programm- und Budgetkontrolle an die Einzelinstitutionen, während sie gleichzeitig in die
Hochschulsysteme eingreifen, um eine höhere Wirtschaftlichkeit und Marktorientierung zu gewährleisten (Phillip 2000; Theissen 2003). Trotz der großen Veränderungen, denen die postkommunistischen Staaten seit 1989 ausgesetzt sind, fehlt es bisher an Studien, die die unterschiedlichen Entwicklungspfade der Länder Mittel- und Osteuropas systematisch und
vergleichend erklären. Dieses Forschungsdefizit wird umso deutlicher, wenn man die zentralen Befunde thematisch einschlägiger Forschungsrichtungen - Konvergenzforschung, vergleichender Hochschulforschung und Studien zum Bologna-Prozess - näher betrachtet.

Seit der Initiierung des Bologna-Prozesses im Jahre 1999, der eine größere Transparenz im Hinblick auf Studienprogramme, Diplomstrukturen und Qualitätsmechanismen zum Ziel hat, ist die Konvergenz europäischer Hochschulsysteme ein häufig diskutiertes Phänomen in der einschlägigen Konvergenzliteratur (Hackl 2001; Neave 1996; 2001; Bleiklie 2001; Rakic 2001). Es wird vor allem thematisiert, ob nationale Bildungssysteme im Zuge des Bologna-Prozesses und als Folge der zunehmenden Globalisierung auf ein gemeinsames Hochschulmodell zusteuern. Was insbesondere die Auswirkungen des Bologna-Prozesses anbelangt, beschränken sich die meisten bisherigen Studien auf die Angleichung von Studienprogrammsstrukturen (Bachelor, Master) und die Einführung einer europäischen Dimension in nationale Lehrinhalte (Pechar / Pellert 2004; Malan 2004). Die bisherigen Untersuchungen vermitteln jedoch nur begrenzte Erkenntnisse darüber, wie sich der Bologna-Prozess - und insbesondere im Falle der post-kommunistischen Länder - der Transformationsprozess auf die Beziehungen zwischen dem Staat, den Hochschuleinrichtungen und der Gesellschaft auswirkt. Dabei bleiben das Verhältnis zwischen einzelnen Erklärungsfaktoren sowie die Ursachen für die Unterschiede und Ähnlichkeiten des institutionellen Wandels weitgehend unklar.

Ausgehend von diesen Forschungsdefiziten wird in der vorliegenden Dissertation ein theoretischer Rahmen entwickelt, der von den folgenden Forschungsfragen geleitet ist:
- Wie hat sich die Hochschulpolitik in den Ländern Mittel- und Osteuropas seit 1989 entwickelt? In welchem Umfang lässt sich hierbei eine Konvergenz der Hochschulpolitiken beobachten? Steuern die mittel- und osteuropäischen Länder auf ein gemeinsames Modell der Hochschul-Governance (Steuerung) zu, insbesondere im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Staat und Universität?
- Welche externen (internationaler Vernetzungsgrad, Nachahmung von dominanten Policy- Modellen) und internen Faktoren (insbesondere vorkommunistische und kommunistische Legacies und Pfadabhängigkeiten) beeinflussen den Entwicklungspfad?

Für die empirische Untersuchung werden vier mittel- bzw. osteuropäische Staaten analysiert - Polen, die Tschechische Republik, Bulgarien, Rumänien - die sich im Hinblick auf die jeweiligen nationalen Faktorenkonstellationen (vorkommunistisches Modell, kommunistische Steuerungsform, Vernetzungsgrad) deutlich unterscheiden.